Neue «Bestatter»-Folgen

05. Januar 2016 05:47; Akt: 05.01.2016 07:49 Print

Mike Müller tritt in den Hintergrund

von Yves Schott - «Der Bestatter» ist zurück und geht schon in die vierte Runde. Im Zentrum des Geschehens steht diesmal allerdings Kommissarin Barbara Terpoorten.

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Die Worte klingen bedrohlich: «Das Böse hat viele Gesichter», heisst es im offiziellen Trailer zur neuen «Bestatter»-Reihe. Ein hässliches noch dazu. Junge Pfadfinder finden mitten im Wald eine übel zugerichtete Leiche. Es handelt sich um die Kindergärtnerin Susanne Gruber. Doch wer ist der Täter? Für die Bewohner des fiktiven Dorfes Morgenthal im Kanton Aargau steht schnell fest: Der Mörder ist ein Einsiedler, der von allen nur Schwarzkittel genannt wird.

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In Eigenregie spürt eine Bürgerwehr den älteren Mann auf und will sich an ihm rächen. Das tönt dann so: «Heimer di, du Dräcksou!» Oder: «Chum, du Chinderfrässer, du souhuere Wurzelchocher!» «Das huere Morgethal», flucht Polizist Reto Doerig (Samuel Streiff) deswegen unentwegt. Gleichzeitig kämpft seine Chefin Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) in einem feuchten Bunker um ihr Leben. Sie verschwand am Ende der dritten Staffel.

«Privat urteile ich schneller»

Die Kommissarin und ihre dramatische Familiengeschichte stehen im Zentrum der vierten Staffel. Was für Terpoorten mehr Arbeit zur Folge hatte. «Die Dreharbeiten waren anstrengend und teilweise sehr physisch. Ich war fast nicht mehr im Büro, den heissen Sommer hat man vor der Kamera natürlich auch gespürt», meint die 40-Jährige lachend. Im Einsatz stand das «Bestatter»-Team zwischen Juni und September 2015.

Terpoorten hat nicht nur als Darstellerin, sondern auch ganz persönlich einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, wie sie 20 Minuten verrät. «Privat urteile ich allerdings schneller, Ermittler müssen viel mehr Fakten haben, bevor jemand verurteilt werden darf. Deswegen müssen Ermittler auf dieser Stufe eine extrem gute Menschenkenntnis haben.»

Natürlich ist ihre Rolle als Kommissarin zu Hause in Zürich ebenfalls ein Thema. Nachträgliche Kritik von Ehemann Siegfried (44 und ebenfalls Schauspieler) gibt es aber praktisch nie. «Manchmal schauen wir im Vorfeld eine Szene an und fragen uns, wie wir etwas genau machen könnten.» Für Tochter Lise (13) und Sohn Elie (9) sei die Serie sowieso noch kein Thema. «Vielleicht wäre es für sie ja auch komisch, die Mutter in einer ganz anderen Rolle zu sehen.»

«Sein Humor ist faszinierend»

Geht es nach Barbara Terpoorten, dürfte es mit dem «Bestatter» noch lange weitergehen. Bei einer möglichen fünften Staffel wäre sie laut eigenen Aussagen auf jeden Fall wieder dabei. An der Seite von Mike Müller alias Luc Conrad fühlt sie sich schliesslich sehr wohl: «Sein Humor ist faszinierend. Seine Ruhe auch. Die Art, wie er das alles spielt. Er ist ein sehr lieber Mensch und hat eine grosse Aura.»

Dass sich das Geschehen nun auf Giovanolis Figur konzentriert, tut der Qualität der SRF-Eigenproduktion keinen Abbruch. Die einzelnen Geschichten bleiben spannend und gut erzählt. Weiterhin spannt sich ein grosser Fall über die ganze Serie hinweg. Und, fast am wichtigsten: «Der Bestatter» ist und bleibt ein Krimi. Auf Experimente wie den Tukur-«Tatort» («Wer bin ich?») hatte das SRF offensichtlich keine Lust. Und das ist gut so.

«Der Bestatter», immer dienstags 20.05 Uhr, SRF 1.


Der Trailer zur neuen «Bestatter»-Staffel (Quelle: SRF).

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