Netflix-Show «Love Is Blind»

18. Februar 2020 04:47; Akt: 18.02.2020 04:47 Print

Sie verloben sich, ohne sich je gesehen zu haben

Die neue Show «Love Is Blind» revolutioniert das Dating-Game auf Netflix. Die Teilnehmer wollen einander heiraten, obwohl sie noch nie Körper- oder Blickkontakt hatten.

Der Trailer zeigt, wie die Show abläuft. (Video: Netflix)
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Wie funktioniert das Experiment?


(Bild: Netflix)

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Der Unterschied zu konventionellen Dating-Shows: Die Kandidaten und Kandidatinnen von «Love Is Blind» haben sich noch nie gesehen. Das heisst, dass Punkte wie Aussehen, Alter und Grösse keine Rolle spielen.

Das Experiment basiert gemäss dem Branchenportal Variety.com auf Studien, die beweisen sollen, dass die Bindung zwischen Partnern verstärkt wird, wenn sie die physischen Eigenschaften des Gegenübers nicht kennen.

Die 30 interessierten Hetero-Junggesellinnen und -gesellen daten in den sogenannten Pods, in denen sie vom anderen Geschlecht nur durch eine dünne Wand getrennt sind. Das Einzige, was sie von den anderen kennen, ist die Stimme.

Wann ist das Blind-Dating vorbei?


(Bild: Netflix)

Sehen und anfassen darf nur, wer sich verlobt hat. Auffällig ist, dass nur die Männer den Frauen einen Antrag machen dürfen.

Danach gehen die frisch verlobten Paare auf eine einwöchige vorgezogene Hochzeitsreise, um zu checken, wie sie in der realen Welt miteinander harmonieren – und schliesslich heiraten sie.

Was passiert?


(Bild: Netflix)

Es ist verblüffend, wie schnell und intensiv sich einige Paare kennen lernen. Obwohl manche Kandidaten versuchen, das Experiment mit Fragen zu Alter und Grösse zu boykottieren, entwickelt sich Smalltalk innerhalb von kurzer Zeit zu tiefgründigen Konversationen.

Es scheint unmöglich, aber nach fünf Tagen Power-Dating kommt es tatsächlich zum ersten Antrag und der ersten physischen Begegnung zwischen einem bald vermählten Paar.

Dabei wird das Experiment auf die Probe gestellt: Pheromone könnten schliesslich doch eine Rolle bei der Partnersuche spielen. «Normalerweise date ich ganz andere Männertypen», sagt zum Beispiel die 34-jährige Jessica, die statt eines 24-jährigen Mexikaners lieber einen starken, grossen 40-Jährigen vor sich hätte.

Warum geht das auf?


(Bild: Netflix)

Warum das Experiment trotzdem so gut funktioniert, erklärt Chris Coelen, der Schöpfer und Produzent von «Love Is Blind», im Interview mit «Variety». «Es soll nicht wichtig sein, wo du lebst, wie du aussiehst, wie alt du bist, wo du herkommst, zu welcher Klasse oder sozialen Struktur du gehörst. Du willst für das geliebt werden, was du wirklich bist.»

Die Teilnehmer haben laut Coelen teilweise noch nie so tiefgründige Gespräche gehabt.

Wann geht es weiter?


(Bild: Netflix)

Ob es am Ende wirklich zu Hochzeiten kommt, ist nach den ersten fünf veröffentlichten Folgen nicht klar. Man bekommt aber ein Gefühl dafür, bei welchem Paar emotionale zu physischer Anziehung werden könnte.

Am Donnerstag werden vier weitere Episoden veröffentlicht. Darin ziehen die Paare zusammen und lernen Freunde und Familien ihrer zukünftigen Ehepartner kennen. Und am 27. Februar folgt die finale Folge mit dem vielsagenden Titel «The Weddings» («Die Hochzeiten»).

Wie kommt die Show an?

Neben der unrealistischen Erwartung, sich innerhalb von zehn Tagen in jemanden zu verlieben – geschweige denn sich zu verloben –, ist die Show laut Twitter-Usern nicht nur «dumm», sondern auch unglaublich sehenswert.

«‹Love Is Blind› ist die kitschigste und unangenehmste Show auf Netflix», schreibt dieser User, «ich wünsche mir drei weitere Staffeln.»

Der Moment, in dem zwei Unbekannte einander «ich liebe dich» sagen, ist dieser Userin anscheinend sehr unangenehm.

Hier wird kritisiert, was 20 Minuten auch aufgefallen ist: Schönheit soll zwar keine Rolle spielen, trotzdem stehen die Kandidaten und Kandidatinnen alle auf der klassisch attraktiveren Seite.


(kro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 18.02.2020 05:58 Report Diesen Beitrag melden

    Sonst alles OK?

    Hier geht es nicht mehr um reine Unterhaltung sondern um Volksverblödung!

    einklappen einklappen
  • Sally am 18.02.2020 05:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Revolutioniert?

    Das Konzept ist nicht neu. Es gibt bereits ein 'married at first sight', wovon in Deutschland, Astralien, den USA und anderen Ländern seit mehreren Staffeln existiert.

    einklappen einklappen
  • Padu160 am 18.02.2020 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Show...

    ...gleich umbenennen in SchwachsinnHochZwei

Die neusten Leser-Kommentare

  • S.M am 18.02.2020 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Die Netflix Sheria

    Kenn ich scho aus der Sheria Aber wenns Netflix macht muss es ja was gutes sein

  • Begeisterte am 18.02.2020 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee

    Da würde ich glatt auch mitmache :-)

  • Christian Python am 18.02.2020 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    da meld ich mich an

    wen ich mal ein deit habe kommt es zu keinem zweiten. so aber ist es perfekt!

  • AlleMachtdenSchlauen am 18.02.2020 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Über Kulturen, die junge, einander gänzlich unbekannte Menschen zwangsverbinden, finden wir kaum positive Worte (Rückständigkeit ist noch eines der anständigeren Attribute), doch wenn der vermeitlich zivilisierte "Westen" ein nicht absolut vergleichbares, doch von der Idee her nicht gänzlich fremdes Format aus der Reihe "Idioten-TV" schafft, soll man das plötzlich zeitgemäss finden? RTL2-Syndrom: Immer wenn man glaubt, es gehe nun wirklich nicht mehr dümmer, kommt der Sender und beweist das Gegenteil. Ersetze RTL2 durch Netflix etc.

  • Walt1 am 18.02.2020 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Qualität?

    Schade setzt auch Netflix auf solche Reality-Formate. Das Geld würde besser in die Qualität von Serien fliessen. Leider gibt es wohl genug Leute, die sich so was freiwillig ansehen, nicht nur einfach so beim zappen drauf stossen, denn bei Netflix sucht man sich das gezielt aus. Das solche Formate überhaupt Erfolg haben gibt mir immer noch Rätsel auf.