«Making a Murderer»

26. Dezember 2015 22:51; Akt: 28.12.2015 10:13 Print

Netflix geht mit Ex-Häftling auf Mörderjagd

Gegen Festtags-Langeweile hat Netflix eine packende Doku parat: «Making a Murderer» ist zum Gruseln.

Der Trailer zur Netflix-Dok «Making a Murderer». (Quelle: Youtube/Netflix Schweiz)
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Die zehnteilige Dokumentation, die seit dem 18. Dezember über den Streamingdienst läuft, erzählt die Geschichte des Amerikaners Steven Avery. Er sass 18 Jahre lang im Gefängnis, obwohl er unschuldig war. Immer wieder beteuerte der Mann aus Minnesota, dass er mit der Vergewaltigung, für die er hinter Gittern sass, nichts zu tun hatte. Niemand wollte ihm glauben – bis ein DNA-Test endlich Steven Averys Unschuld beweist.

Die Doku-Serie der beiden Regisseurinnen Laura Ricciardi und Moira Demos endet aber nicht mit Averys Freilassung nach 18 Jahren im Knast. Vielmehr geht «Making a Murderer» auch den unglaublichen Verfahrensfehlern im Prozess gegen den eigentlich Unschuldigen auf den Grund. Hat es der Sheriff der Kleinstadt auf den Mann mit einem IQ von etwa 70 abgesehen? Oder ist Avery tatsächlich ein krimineller Straftäter, der für immer weggesperrt gehört?

Krimi aus dem echten Leben

Die Ereignisse der Serie überschlagen sich im Minutentakt, es tun sich immer mehr Abgründe des US-Justizsystems auf. Der Zuschauer bleibt fassungslos zurück ob des Leids, dass Avery widerfährt, bevor er seine Freiheit zurückbekommt. Die währte jedoch nur kurz; kurz nachdem er wegen all der Ungeheuerlichkeiten die Stadt auf Schadenersatz verklagt, sitzt er schon wieder. Dieses Mal wegen Mordes.

Für die Anwälte Averys beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Sie wollen die Unschuld ihres Mandanten beweisen. Erschwert wird das – erneut – vom Umfeld rund um den Sheriff, der Avery auch nach so langer Zeit angeblich immer noch auf dem Kieker hat. Während der gebeutelte Mann wieder pausenlos seine Unschuld beteuert, kommen seiner eigenen Familie plötzlich Zweifel an der Unbescholtenheit Averys: Ein Neffe stellt sich der Polizei und behauptet, er habe seinem Onkel beim mutmasslichen Mord geholfen.

Was stimmt denn nun? Wer trägt die Schuld am Tod einer jungen Frau? Der Dok-Film kolportiert unter anderem die These, dass die Polizei das Opfer selbst entführt habe, um Avery wieder lebenslang einsperren zu können. «Making a Murderer» garantiert über zehn Stunden Real-Life-Crime-Material, das dem Zuschauer streckenweise den Atem verschlägt.

(ink)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hopper1886 am 26.12.2015 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    "Making A Murderer" = Meisterwerk

    Kann ich jedem nur empfehlen! Super Serie, da hat Netflix (wieder einmal) eine ausgezeichnete Serie produziert! Auch eine Empfehlung wert: "Beasts of No Nation" (ebenfalls von Netflix produziert).

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  • Babsi am 26.12.2015 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Yep...

    Habe die Doku gerade gesehen und muss sagen, da ist was faul im Staate Wisconsin. Ist auch sehr interessant die Diskussionen im Netz mitzuverfolgen.

  • Einfach Empfehlenswert am 27.12.2015 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Doku ist genial

    Sitze wie fixiert vor der Doku und kanns nicht fassen, was da abgelaufen ist. Auch sonst schaue ich seit über einem Jahr keine Filme mehr am TV. Diese ewigen Werbungen hatte ich satt. Darum nur noch Netflix. Ist viel angenehmer !

Die neusten Leser-Kommentare

  • DieKuhdesManitu am 27.12.2015 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix

    Hammerdoku mit bewegenden Momenten. Das US-Justiz System ist da schon nicht zimperlich. Da ist mir das Schweizer System dann doch lieber.

  • Einfach Empfehlenswert am 27.12.2015 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Doku ist genial

    Sitze wie fixiert vor der Doku und kanns nicht fassen, was da abgelaufen ist. Auch sonst schaue ich seit über einem Jahr keine Filme mehr am TV. Diese ewigen Werbungen hatte ich satt. Darum nur noch Netflix. Ist viel angenehmer !

  • simkimay am 27.12.2015 08:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfassbar

    7 Folgen habe ich bisher angeschaut und bin fassungslos, was Steven angetan wurde. Hätte er im ersten Fall irgendwann gesagt, ja, ich war' s, wäre er viel früher frei gelassen worden. Er wusste das, hat aber immer gesagt, er werde nichts gestehen, was er nicht getan hätte. Dann hat er sich erlaubt, die unfähige Behörde zu verklagen und damit sein Schicksal besiegelt. Er sitzt noch immer unschuldig hinter Gittern. Wer sich die Verhöre ansieht, kann zu keinem anderen Schluss kommen! Nur leider sah und hörte die Jury nur die erlogenen Pressekonferenzen der Staatsanwaltschaft.

  • Fan am 27.12.2015 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt schauen

    Unbedingt schauen! Es lohnt sich wirklich.

  • Geht dich nichts an am 27.12.2015 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt interessant

    Die Doku ist echt interessant! Han die 10 folgen am stück verschlungen... Zwischendurch kommen einem echt Zweifel am amerikanischen rechts System.