23. Januar 2007 11:07; Akt: 23.01.2007 11:33 Print

Neuer Rassismus-Skandal im englischen Reality-TV

Nur eine Woche nach den Vorkommnisssen bei «Big Brother» sorgt der englische TV-Sender «Channel 4» erneut für Negativschlagzeilen: Eine Kandidatin der Reality-Serie «Shipwrecked» beschimpfte Schwarze und lobte die Sklaverei.

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In «Shipwrecked» verbringen die Kandidaten in zwei rivalisierenden Teams drei Monate auf den Cook Islands im Pazifik. Sie müssen mit minimalen Mitteln überleben. Die Show läuft auf «Channel 4» - demselben Sender, der auch die britische Ausgabe von «Big Brother» ausstrahlt, bei der ein Rassismus-Vorfall letzte Woche sogar den britischen Premier auf den Plan rief (20minuten.ch berichtete). Bollywood-Star Shilpa Shetty wurde wegen ihrer Herkunft beleidigt.

«Ich bin durchaus für Sklaverei»

Die «Shipwrecked»-Kandidatin Lucy Buchanan erhitzt nun die Gemüter Grossbritanniens seit Sonntagabend von einer Südseeinsel aus: Sie bezeichnete Schwarze als «wirklich schlecht» und sagte: «Mein Geist ist offen gegenüber verschiedenen Kulturen - ich denke einfach nicht, dass man sie nach Britannien bringen soll».

Lucy weiter: «Ich bin sehr für das britische Empire. Ich bin durchaus für Sklaverei und solche Dinge, aber das kommt wohl nie zurück.» Den Rassismus-Vorwurf bestätigte Lucy darauf gleich selbst: Eine andere Kandidatin sagte ihr, dass sie Rassisten hasse. Darauf Lucy: «Ich befürchte, du hast hier eine».

Die Verantwortlichen vom Sender versuchen die Wogen zu glätten. Ein Sprecher gegenüber der BBC: «Als Lucy ihre Meinung kundtut, wird sie sofort kritisiert, also sehen die Zuschauer, dass ihre Mitstreiter ihre Meinung für beleidigend und inakzeptabel halten. Die, die weiterhin «Shipwrecked» schauen werden sehen, dass sich Lucys Einstellung im Verlauf der Sendung ändert, weil sie mit anderen Kandidaten interagiert und von ihnen herausgefordert wird.»