Schweizer unerwünscht

30. Juli 2014 05:59; Akt: 30.07.2014 10:49 Print

SRF produziert zwei Shows in Deutschland

von Lucien Esseiva - SRF lanciert in nächster Zeit zwei weitere Unterhaltungssendungen. Schweizer Firmen gehen leer aus. Beide Shows wurden in Deutschland kreiert und produziert.

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Die gute Nachricht zuerst: Das SRF strahlt ab dem 15. September eine neue Vorabendshow aus. Unter dem Namen «Mini Beiz, dini Beiz» machen fünf Restaurantstammgäste eine Reise durch die kulinarische Schweiz. Die Sendung wird von Montag bis Freitag jeweils um 18.15 auf SRF 1 laufen und ersetzt das serbelnde Quiz «Weniger ist mehr».

Jetzt kommt die schlechte Nachricht: «Mini Beiz, dini Beiz» wird von den ITV Studios Germany in Köln produziert. Die deutsche Produktionsfirma suchte in den letzten Monaten bereits Schweizerdeutsch sprechende Mitarbeiter. ITV Studios produziert unter anderem seit Jahren «Das perfekte Dinner» auf VOX.

TV-Produzent Björn Hering realisiert für das SRF unter anderem «Das Experiment – wo ist dein Limit?». Er ist mit dem Entscheid, die Sendung im Ausland produzieren zu lassen, nicht glücklich. Aber er sagt selbstkritisch: «Der Bessere gewinnt. Wir müssen uns einfach mehr anstrengen.»

Schweizer Produzenten gucken in die Röhre

Die neue SRF-Sendung wird nicht nur in Deutschland produziert, sie wurde auch in Deutschland entwickelt. «Ein Format einzukaufen ist viel einfacher, als eines zu kreieren», weiss Björn Hering, der mit seiner Sendung «Joya rennt» grosse Erfolge feierte. Der Fernsehmacher wünscht sich, dass wieder mehr Eigenleistungen von Schweizer Produktionsfirmen auf SRF gezeigt werden.

Saskia Wegmann, Pressesprecherin von SRF, widerspricht: «Wir zeigen laufend Eigenentwicklungen, zum Beispiel mit «Gipfelstürmer», «Hello again», «Kilchspergers Jass Show» oder «Alperöösli». Von den 70 unterschiedlichen Formaten, welche die SRF-Unterhaltung im Portfolio hat, sind deren 51 Eigenproduktionen und Eigenentwicklungen der Abteilung.»

Schweizer Gebührengelder fliessen ins Ausland ab

Anfang 2015 zeigt das SRF die dritte Staffel von «Die grössten Schweizer Talente». Diese Show wird von der deutschen Firma UFA Show in Deutschland entwickelt und produziert. Es stellt sich die Frage, warum die Schweizer Gebührengelder nicht in der Schweiz ausgegeben werden. «Die Produktion der Jury-Aufzeichnungen im Theater 11 wird aus lizenzrechtlichen Gründen von UFA Show realisiert. Das macht Sinn, weil UFA Show das produktionsrelevante Know-how mitbringt und die gleiche Crew auch schon die beiden ersten «DGST»-Staffeln realisiert hat. Hingegen produziert SRF wie auch schon bei den ersten beiden Staffeln die Liveshows.»

Zur Frage, warum Schweizer Gebührengelder überhaupt nach Deutschland abfliessen, sagt Mediensprecherin Saskia Wegmann: «Die Zusammenarbeit mit deutschen Produktionsfirmen ist nicht neu, seit Jahren arbeiten die SRF-TV-Redaktionen mit deutschen Kollegen zusammen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christoph Nörgeli am 30.07.2014 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Kann nur staunen

    Was die vom SRF immer wieder mit meinen BILLAG Gebührengeldern machen. Ist das wirklich "Service public?" Darum stimme ich JA zur Billag-Gebühren Abschaffungsinitiative!

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  • Peter Steiner am 30.07.2014 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Beiträge

    Das heisst eindeutig: Streicht die Beiträge......

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  • H. Koller am 30.07.2014 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billag

    Für das zahlen wir Billag, damit deutsche Firmen absahnen können in der Schweiz, ich glaub ich spinn.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pizza Rico am 30.07.2014 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentor?

    SRF arbeitet mit unserem Geld!Ich behaupte mal,das 90% der TV Zuschauer vielleicht Kassensturz,Tagesschau,10vor 10,Rundschau und evt,die ganz hart gesottenen Arena schauen,was Unterhaltung betrifft,ist es nicht zum aushalten,Kilchsperger&CO wird gleich weggezappt!Dieses TV Verhalten wird einfach ignoriert und Aufträge ins Ausland generiert,anmassend!Wenn SFR nach Erfolg bezahlt würde,aber HALLO!Man beisst nicht die Hand,die einem füttert!

  • P. Schmid am 30.07.2014 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Definition der Hölle:

    Engländer kochen, Italiener regeln den Verkehr und die SRF sorgt für die Unterhaltung!

  • Leon Forte am 30.07.2014 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral?

    Wieviele die sich hier beklagen, dass SRF Sendunden (zu) teuer sind und sich nun hier darüber aufregen, dass eine (billige, aber nicht günstige) Sendung in Deutschland produziert wird, sind die gleichen, welche ohne zu zögern in Deutschland einkaufen gehen? Aber gell, das ist nicht das selbe - oder doch? Im übrigen muss SRF für das Format Lizenzen zahlen. Wenn es die gleiche Produktionsfirma ist, welche schon für Kabel-1 produziert, dann hat diese Erfahrung mit dem Produkt. Kabel-1: Mein Lokal, Dein Lokal.

  • anton am 30.07.2014 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einkaufen gehen ...

    ... in deutschland ist aber für viele ok?

  • Manuel am 30.07.2014 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Billag viel zu teuer!

    Da bezahle ich Billag und das Geld geht ins Ausland??? Ich schaue kaum jemals SF und trozdem Bezahle ich unmengen dafür? Es wird Zeit diese Gebühr abzuschafen, die Firmen solen sich zum grössten Teil selbst Finanzieren!