Elsener wird abgesetzt

27. November 2019 10:18; Akt: 27.11.2019 14:25 Print

Jetzt ist Deville der Schweizer Satire-King

2020 wird in Sachen Comedy einiges anders beim SRF: Michael Elseners Show wird abgesetzt. Dominic Deville bestreitet den Sonntagabend jetzt allein.

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SRF will sein Comedy-Angebot 2020 neu verstärken und neu ausrichten. Michael Elseners «Late Update» fällt der Umstrukturierung zum Opfer. Er nimmt das mit Humor. Diesen Bild tweete er nach dem Aus. Dazu schrieb der Comedian: «Das wars von Late Update. Ich durfte viel Neues lernen. Merci! Von Herzen: Danke ans ganze Team.» Elsener hat zwei Staffeln seiner Politsatire-Show «Late Update» umgesetzt – im Januar und im September 2019. Die Publikumsmeinungen zum SRF-Sonntagabendformat gingen durchs Band weit auseinander: Es gab auf den sozialen Medien Lob und Häme zugleich für den Zuger Comedian. Bei SRF zeigte man sich zufrieden nach Staffel eins. Elsener habe mit seinem Team und der Sendung «mit pointierter Satire den politischen Alltag kritisch und zuweilen kontrovers» thematisiert. Jetzt ist klar: Elsener wird 2020 nicht mehr mit seiner Show zurückkehren. Einzelne Auftritte seinen auf SRF aber weiterhin möglich. Nach Elseners Abgang hält sonntags nun die Late-Night-Show von Dominic Deville die Comedy-Hoheit zur Wochenend-Primetime. Deville sagt: «Ich empfinde grosse Freude, mit Herrn und Frau Schweizer den heiligen Sonntagabend verbringen zu dürfen.» Dafür hätte er mit seinem Team über drei Jahre hart gearbeitet. Elsener und Deville hatten den Sendeplatz von «Giacobbo/Müller» übernommen, das während acht Jahren äusserst erfolgreich am Sonntagabend lief. Viktor Giacobbo unterstützte seine Nachfolger – bei Michael Elseners Premierensendung spielte er im Auftaktssketch mit. Auch mit Dominic Deville versteht sich Giacobbo.

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SRF setzt 2020 einen neuen Comedy-Schwerpunkt. Dabei wird auch der Sonntagabend neu gestaltet. Um dem Publikum «mehr Kontinuität und Stabilität zu bieten», seien im Frühling und im Herbst je eine Staffel mit jeweils rund zwölf Folgen «Deville» geplant, teilt SRF mit.

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Nicht mehr im Programm ist Michael Elseners (34) «Late Update». Dazu Tom Schmidlin, Bereichsleiter Entwicklung & Comedy bei SRF: «Michael Elsener ist ein Ausnahmetalent in der Comedyszene der Schweiz. Er und sein Team haben beeindruckt, mit welcher Professionalität und Leidenschaft sie ihre kreativen Ideen in der Sendung umgesetzt haben.»

«America first, Deville second!»

Die Quoten seien nicht ausschlaggebend gewesen in der Entscheidung. «Wir haben uns für «Deville» entschieden, weil wir der Sendung ein höheres Entwicklungspotenzial zurechnen», sagt Schmidlin. Tatsächlich waren die beiden jüngsten Staffeln der Formate in den Quoten praktisch gleich auf.

Der Bereichsleiter sieht im Rahmen der neuen «Comedy-Offensive», die auf «allen Vektoren und Kanälen» stattfinden soll, aber Möglichkeiten, dass Elsener und sein Team weiterhin auf SRF zu sehen sein werden.

Dominic Deville (44), von dessen Late-Night-Show aktuell die achte Staffel läuft, wird damit zum neuen Satire-Aushängeschild. «Ich empfinde grosse Freude, mit Herrn und Frau Schweizer den heiligen Sonntagabend verbringen zu dürfen», sagt Deville.

Dafür hätten er und sein Team über drei Jahre hart gearbeitet. «Ab jetzt gilt: America first, Deville second!»

«Ich durfte viel Neues lernen»

Michael Elsener legt seinen Fokus jetzt auf sein neues Bühnenprogramm. Im September 2020 wird er wieder auf Tour gehen.

Zum Ende von «Late Update» sagt er: «Es war eine tolle Erfahrung. Ich durfte viel Neues lernen. Von Herzen bedanke ich mich beim ganzen Team.»


Deville zeigt seine Headquarters. (Video: M. Fischer)

Comedy-Offensive auf allen Kanälen

Einen festen Platz im Sonntagabendprogramm werden 2020 auch die Sendungen von «Das Zelt» und vom «Arosa Humor Festival» erhalten, teilt SRF mit. Die von Lisa Christ (28) moderierte «Comedy Talent Show» wird weiterhin produziert und auf SRF 1 gezeigt.

Neues Gewicht wird auch dem Comedy-Youtube-Channel von SRF gegeben, der einem Relaunch unterzogen wird. «In einer offenen Gesellschaft haben Comedy und Satire eine tragende Funktion, mit der kritisch und humorvoll aufs Zeitgeschehen geschaut wird. Unsere wichtigste Aufgabe ist, Comedy und Satire zu unterstützen und den vielen Talenten Raum für ihre Entwicklung zu geben», sagt Tom Schmidlin.

(fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan M. am 27.11.2019 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Meiner Meinung nach könnte man auch Deville absetzen.

  • D. Hassel am 27.11.2019 11:14 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
    einklappen einklappen
  • John Dyler am 27.11.2019 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht böse gemeint

    Beide absolut UNLUSTIG. Schade um die Billag-Gelder. Übrigens Deville wirkte neben Böhmermann wie ein kleines Kind, Böhmi hat ihn null ernst genommen. Fands eher peinlich...

Die neusten Leser-Kommentare

  • LittleThatter am 27.11.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Giacobbo/Müller

    Verstehe bis heute nicht wieso man Giacobbo/Müller absetzten musste. Meiner Meinung nach war das eine der besten Sendungen überhaupt im Schweizer Fernsehen.

  • Gary Scorer am 27.11.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich !

    An den Haaren herbeigezogene und gekünstelte Pointen mit eingespielten Lachern, überhaupt nicht lustig. Gilt für Elsener wie auch für Deville, ergo Deville ebenfalls absetzen. Gicobbo Müller boten Spitzensatire!

  • A.Ferkel am 27.11.2019 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Aber das ist C.Rackete Comedy sonst nichts !

  • SerafeZahler am 27.11.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ehrlich?

    Der Typ ist so lustig wie eine Gurke in der Gemüseabteilung vom Denner. Wer darüber lachen kann, hat ersthafte Probleme.

  • ;) am 27.11.2019 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir bräuchten

    Einen "schweizer Georg Schramm". DAS hätte Stil.