Es ist verflixt

13. März 2011 15:38; Akt: 14.03.2011 11:01 Print

Wieder Probleme beim Schweizer «Tatort»

Bei den Dreharbeiten zur neuen Schweizer «Tatort»-Folge gibt es Probleme. Der Vorgänger «Wunschdenken» wird derweil «frühestens im Herbst» ausgestrahlt.

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Die Webseite hat ausgerechnet, wie viele Deutsche im Durchschnitt welchen «Tatort»-Ermittlern zwischen dem 3. Januar 2009 und dem 2. Januar 2011 zugesehen haben. Rang 16 belegt mit 6,75 Millionen Zusehern der Hamburger Cop Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) Rang 15 (7,1 Millionen Zuschauer) für den Wiener Moritz Eisner (Harald Krassnitzer). Platz 14 mit 7,51 Millionen für das Kieler Duo Klaus Borowski/Frieda Jung (Axel Millberg/Maren Eggert). Platz 13 (7,74 Millionen) geht an die Frankfurter Charlotte Sänger und Fritz Dellwo (Andrea Sawatzki/Jörg Schüttauf). Das Duo ist inzwischen in TV-Pension. Platz 12 (7,88 Millionen) für die Berliner Till Ritter und Felix Stark (Dominic Raacke und Boris Aljinovic). Platz elf belegen mit durchschnittlich 8,01 Millionen Zuschauern die Polizisten Franz Kappl und Stefan Deininger aus Saarbrücken (Maximilian Brückner und Gregor Weber). Klara Blum und Kai Perlmann (Eva Mattes und Sebastian Bezzel) aus Konstanz kommen mit 8,12 Millionen auf Platz zehn. Platz neun (8,29 Millionen)für die Bremer Inga Lürsen und Nils Stedefreund (Sabine Postel und Oliver Mommsen). Platz acht (8,32 Millionen) für die Münchner Ivo Batic und Franz Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl). Platz sieben (8,36 Millionen) für die Ludwigshafener Lena Odenthal und Mario Kopper (Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe). Andreas Keppler und Eva Saalfeld ermitteln in Lepizig. Mit durchschnittlich 8,41 Millionen zuschauern belegen Simone Thomalla und Martin Wuttke Rang sechs. Stuttgart und die Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz (Richy Müller und Felix Klare) belegen Rang fünf (8,52 Millionen). Der Neue aus Wiesbaden: Ulrich Tukur erreichte als Kommissar Felix Murot beim Debüt 8,72 Millionen Zuseher. Der Bronzerang (9,12 Millionen) geht an die Kölner Max Ballauf und Freddy Schenk (Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär). Durchschnittlich 9,13 Millionen Zuschauer schalten beim Hannoveraner «Tatort» mit Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ein. Platz eins (9,93 Millionen) für die Münsteraner Frank Thiel und Prof. Karl-Friedrich Boerne (Axel Prahl und Jan-Josef Liefers).

Das Medienportal «Meedia» hat ausgerechnet, welche «Tatort»-Kommissare zwischen Januar 2009 und Januar 2011 durchschnittlich die meisten Zuschauer in Deutschland hatten.

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Die neue Schweizer «Tatort»-Folge trägt den Namen «Skalpell» und handelt von einem zwielichtigen Kinderchirurgen. Aber auch hier gibt es wieder Probleme: Laut der «SonntagsZeitung» mussten die Dreharbeiten an einen geheimen Ort verlegt werden, nachdem es Schwierigkeiten mit dem Luzerner Kantonsspital gegeben hat. Ein Teil der Ärzteschaft wehrte sich gegen die Aufnahmen in ihren Räumlichkeiten, da der gute Ruf dieser bekannten Anstalt nicht aufs Spiel gesetzt werden solle. Der Anwalt eines Spitzenmediziners leitete juristische Schritte gegen den Dreh von Regisseur Tobias Ineichen ein. Im Zentrum: mögliche Datenschutz- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen.

«Frühestens im Herbst»

Bereits die erste Schweizer «Tatort»-Folge «Wunschdenken» war problemgeladen (20 Minuten Online berichtete). Gemäss Natalie Wappler, Kulturchefin von Schweizer Radio und Fernsehen, wird die Folge nun neu synchronisiert und neu geschnitten.
Es könne auch zu kleineren Nachdrehs kommen, sagte Wappler gegenüber der «NZZ am Sonntag». Der Krimi von Regisseur Markus Imboden werde sicher gesendet, jedoch «frühestens im Herbst».


Kompliziert und Klischeehaft

Die «Tatort»-Folge «Wunschdenken» war noch von der alten SF- Geschäftsleitung in Auftrag gegeben worden. Diese nahm auch das Drehbuch ab und im Herbst 2010 schliesslich den fertigen Film. Die neue Geschäftsleitung des SRF mit Kulturchefin Wappler revidierte den Entscheid im Februar. Die Folge, die in Luzern spielt, sei kompliziert erzählt, enthalte Klischees und lasse lokale Atmosphäre vermissen, hiess es damals.

Das Schweizer Fernsehen ist nach neun Jahren Pause seit Herbst 2010 wieder an der Krimireihe «Tatort» beteiligt. «Wunschdenken» soll der erste Schweizer Beitrag werden, weshalb es den Verantwortlichen besonders wichtig ist, dass er überzeugt. Demnächst beginnen die Dreharbeiten für die zweite Schweizer Folge, wie Wappler sagte.

(mor/sda)