Netflix-Doku

18. März 2019 05:37; Akt: 18.03.2019 05:37 Print

Wurde Maddie Opfer von Kinderhändlern?

True-Crime-Junkies aufgepasst: Netflix rollt den Fall der 2007 verschwundenen Madeleine McCann neu auf. Die wichtigsten Infos über die Doku-Serie.

Der Trailer zu «The Disappearance of Madeleine McCann». Quelle: Netflix
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Der Fall

Das englische Ärzte-Paar Gerry und Kate McCann verbrachte im Frühling 2007 seine Ferien mit den Kindern im portugiesischen Küstenort Praia de Luz. Am 3. Mai legten sie ihre zweijährigen Zwillinge und die dreijährige Madeleine abends in ihrer Ferienwohnung schlafen und trafen sich mit Freunden in einem 50 Meter entfernten Restaurant in der Ferienanlage.

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Als Kate McCann um 21:30 Uhr nach den Kindern sah, bemerkte sie, dass Madeleine verschwunden war. Bis heute gibt es keine Hinweise auf ihren Verbleib.

Das Echo

Der mysteriöse Fall sorgte weltweit für ein riesiges Interesse. Hunderte von Journalisten campierten wochenlang an der Algarve, um über das Schicksal der Familie zu berichten.

Millionen von Franken wurden für die Suche nach Madeleine gespendet, unter anderem von «Harry Potter»-Erfinderin J.K. Rowling. Maddies Schicksal bewegt die Menschen noch heute. Laut BBC gingen bis 2016 rund 8000 Hinweise auf Sichtungen des Mädchens ein.

Die Ermittlungen

Bis heute gibt es keine schlüssigen Hinweise darauf, was mit Madeleine McCann passiert sein könnte. Ein britischer Expat geriet kurz ins Visier der Kommissare, auch die Eltern standen kurzzeitig unter Verdacht, etwas mit dem Verschwinden des Kindes zu tun zu haben.

14 Monate nach Bekanntwerden des Falles wurden die Ermittlungen eingestellt. Fünf Jahre später nahmen die lokalen Behörden diese allerdings wieder auf. 2011 übernahm die britische Polizei die Untersuchung. Obwohl bislang mehr als 12 Millionen Franken in die Ermittlungen investiert wurden, ist der Fall ungeklärt.

Die Doku-Serie

In acht Folgen rollt Netflix den Fall komplett neu auf. Detailgetreu erzählen die Macher die Ereignisse in Praia de Luz nach dem 3. Mai 2007 nach. Wirklich neue Erkenntnisse zum Fall bietet die Doku nicht.

Eine These rückt aber in den Fokus: Dass Madeleine Opfer eines Kinderhändler-Rings wurde. Dafür spricht, dass bis heute keine Leiche gefunden wurde und es aufgrund fehlender Srassensperren relativ einfach gewesen wäre, das Kind ausser Landes zu schaffen. Eine Zeugin hat zudem zu Protokoll gegeben, dass ein Unbekannter zur Tatzeit ein Kind im Pyjama von der Ferienanlage weggetragen hätte.

Die Kontroverse

Kate und Gerry McCann weigerten sich, bei der Netflix-Doku mitzuwirken. Das Paar glaubt, dass die Serie den laufenden Ermittlungen im Weg steht. Kritisch beäugt wurde auch die Tatsache, dass der Ermittler Gonçalo Amaral prominent zu Wort kommt.

Der Portugiese hatte 2009 ein Buch veröffentlicht, in dem er behauptet, dass die McCanns ihre Tochter versehentlich getötet und ihre Leiche entsorgt hätten. Das Paar klagte erfolgreich gegen diese Anschuldigungen.

Allgemein kämpfte die Produktion schon seit Beginn mit Schwierigkeiten. Erst sollte das Format auf Spielfilm-Länge eingestampft werden, dann komplett eingestellt werden. Der Release-Termin wurde vom letzten Jahr auf März 2019 verschoben.

«The Disappearance of Madeleine McCann» ist jetzt auf Netflix verfügbar.

(cat)