Knackeboul in Rage

10. September 2013 20:55; Akt: 11.09.2013 10:44 Print

«Ich bin nicht stolz darauf, Schweizer zu sein»

Der Schweizer Rapper sorgt mit seinem politischen Statement auf YouTube für Furore. Im Videoclip zerpflückt er das Schweizer Asylwesen.

(Quelle: Youtube/KNACKEBOUL23)
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Ernste Töne im Video des Gute-Laune-Rappers Knackeboul. Themen wie Patriotismus, Armut und Ausbeutung werden diskutiert. Der Moderator nimmt Stellung zu politischen Themen, vor allem zum Schweizer Asylwesen. Es scheint, als würde ein kleiner Politiker in dem Beatboxer schlummern. Das Video erzielte innerhalb einer Woche 72'577 Klicks und fast 900 Kommentare wurden dazu verfasst. Asyl – ein Thema, das die Gemüter erregt und für Diskussionen sorgt.

Eine Facebook-Seite, welche sich gegen Asylsuchende und Ausländer richtet, veranlasste den Schweizer dazu, seine Meinung in einem Video zu äussern. Immer wieder beteuert David Kohler, so Knackebouls bürgerlicher Name, wie gut es uns in der Schweiz doch gehe. Später sagt er im Video: «Ich bin nicht stolz darauf, Schweizer zu sein, ich bin froh darum, hier geboren zu sein, eine gute Bildung genossen zu haben und in Sicherheit leben zu können», denn die Geburt sei für ihn ein Mysterium, für welches man nichts könne.

«Ich bin in erster Linie Mensch und nicht Schweizer»

Beim Thema Wohlstand geht Knackeboul mit der Schweiz hart ins Gericht. «Wir profitieren von Konflikten, Diktatoren und Ungerechtigkeiten. Unsere Banken basieren auf Ausbeutung.» Die Schweiz verdiene paradoxerweise Geld am Leid der anderen. Im Video nimmt der 31-jährige Moderator auch noch Stellung zur Aufnahme von syrischen Flüchtlingen. «Im Fall Syrien haben Nachbarländer schon über 100'000 Flüchtlinge aufgenommen, obwohl es den Ländern selber nicht gut geht, und in der Schweiz wird gejammert, wenn die Rede von ein paar Hundert oder Tausend Flüchtlingen ist, denen es sichtlich schlecht geht.»

«All das hat nichts mit links oder rechts zu tun, allein mit gesundem Menschenverstand und Empathie»

Links und rechts waren aber bei der gestrigen Podiumsdiskussion des Jugendsenders Joiz ein Thema. Jungpolitiker der JSVP, Jungfreisinnige, SP und der Jungen Grünen sowie auch Flüchtlinge waren am Gespräch beteiligt. Anwesend war auch Beat Meiner, Generalsekretär der Flüchtlingshilfe Schweiz. Immer wieder wurden Meinungen via Facebook eingebracht und diskutiert. Marco Giglio von der JSVP verglich beispielsweise den Flüchtling mit einem Gast, den man bei sich zu Hause aufnimmt. Falls sich dieser nicht zu benehmen weiss, wird er rausgeschmissen. Ob ein Bunker und acht Franken am Tag gastfreundlich sei, fragte einer aus dem Publikum. Beide Seiten waren sich einig, dass Asylgesuche schneller behandelt werden müssen.

Hier die zweite Stellungnahme von Knackeboul:
(Quelle: Youtube/KNACKEBOUL23)

(zve)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Jetzt mal ehrlich.. Wenn ihr das Video auch nur im weitesten Sinn verstanden hättet, würdet ihr nicht so ein Unsinn erzählen. Was Knack sagt, ist: "Ich bin nicht stolz darauf Schweizer zu sein, sondern ich bin FROH hier leben zu dürfen" und damit meint er, dass wir alle zu unserer Geburt nicht beigetragen haben, sondern dass es ein Privileg ist hier geboren zu sein! Stolz kann man auf eine bestandene Prüfung oder auf eine Errungenschaft sein. Es geht doch nicht darum, dass er die Schweiz nicht liebt oder sich schämt Schweizer zu sein. Meineee Güte -.- – Ariane Blattner

Wir Schweizer vergessen sehr schnell, dass es der Schweiz vor Jahrzehnten auch mal mies ging und viele unserer Bürger in die USA und Südamerika ausgewandert sind, um dort ein besseres Leben aufzubauen. Macht einmal ein bisschen Stammbaumforschung oder fragt eure Grosseltern und ihr werded mit ziemlicher Sicherheit herausfinden, dass ihr Verwandte im Ausland habt, die damals vor der wirtschaftlichen Situation in der Schweiz geflüchtet sind und von diversen Ländern aufgenommen wurden. Es ist purer Zufall, dass wir heute und nicht vor hundert Jahren hier geboren worden sind. – Tamara

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F S am 11.09.2013 21:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung :

    Also ich bin ein Jugendlicher der soeben die Lehre angefangen hat und möchte gerne mal die Lage aus meiner Perspektive publizieren. Die Schweiz ist ein kleines Land mit noch weniger bewohnbarer Fläche wir haben zur Zeit eine Bevölkerung von etwa 8 Mio Menschen und diese Zahl wir nun mal nicht kleiner. Also wenn wir als relativ kleines Land das Bedürfniss verspühren unsere Gebiete mit Menschen in Nöten zu füllen muss ich sagen mag das zwar als eine mögliche kurzfristige Lösung erscheinen jedoch langfristig kann das nicht die Lösung sein dass die kleinen Länder die meisten Asylanten aufnehmen

  • J.N. am 11.09.2013 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Nerven!

    Du gehst mir tiierisch auf die nerven! Genau alles schön reden!! Hast du auch schon an das Wirtschaftliche gedacht???!!! Ach genau und an die Kultur!? Momentanes Thema: unsere Bauern (eier) usw. Aber genau da kommt so ein Schnösel und möchte ALLE aufnehmen und alles schön reden! Ach ja die Kriminalquote würde ich auch noch anschauen! Man sollte besser schauen wen man hier aufnimmt und nichts anderes!

  • J. Meyer am 12.09.2013 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    linke Giesskanne in rosarot

    Die Linke differenzieren nicht zwischen Asylanten u Flüchtlingen u erfüllen die humanitäre Tradition der CH im Giesskannenprinzip u stellen die Werte dieser Menschen höher auf, als jene des eigenen Volkes. Debatten dieser Art wären gar nicht nötig, würde man in der Tat Verfolgte beherbergen, statt Wirtschaftsasylanten oder Kriminelle, welche von einem System profitieren wollen, ohne Gegenleistungen zu erbringen, während Verfolgte nur einen schützenden Hafen suchen. Mit dieser rosaroten Methode wird früher oder später jedes System überfordert, was Unruhe schürt, die auch Unschuldige trifft.

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 12.09.2013 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    linke Giesskanne in rosarot

    Die Linke differenzieren nicht zwischen Asylanten u Flüchtlingen u erfüllen die humanitäre Tradition der CH im Giesskannenprinzip u stellen die Werte dieser Menschen höher auf, als jene des eigenen Volkes. Debatten dieser Art wären gar nicht nötig, würde man in der Tat Verfolgte beherbergen, statt Wirtschaftsasylanten oder Kriminelle, welche von einem System profitieren wollen, ohne Gegenleistungen zu erbringen, während Verfolgte nur einen schützenden Hafen suchen. Mit dieser rosaroten Methode wird früher oder später jedes System überfordert, was Unruhe schürt, die auch Unschuldige trifft.

  • MAB am 11.09.2013 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jep!

    Du hast so recht! Danke!

  • Sara am 11.09.2013 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wertschätzung und Dankbarkeit

    Danke Knackeboul. Heute bin ich stolz Schweizerin zu sein. Deine Worte sind wahr und es ist traurig die Kurzsichtigkeit vieler mit zu tragen. Ich durfte beobachten wie Asylbewerber mit ihren Kindern in ein leerstehendes Nachbarhaus einziehen durften und dies am noblen Zürichberg nähe Fluntern. Wie sehr sie sich alle über frischbezogene Betten und entsorgte Spielsachen gefreut haben.. Wahre Wertschätzung und tiefe Dankbarkeit. Nächstenliebe ist da..

  • SpreadLOVE/ NotHATE am 11.09.2013 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Youh Knäcki,hat voll recht was..

    ..er da erzählt!Macht doch voll Sinn und steh voll hinter Knäcki's Aussage/Sichtweise!Man soll nicht die Augen verschliessen u einfach wegschauen,sondern helfen,wenn man schon in der Lage ist und es eben auch möglich ist!Wir haben einen sehr guten Wohlstand hier im Verhältnis zu anderen Ländern,es geht uns doch soweit besser als in vielen anderen Ländern! Ja ich weiss, gibt auch i.d. CH Armut usw.,selbst dann,ist man i.d. CH besser geschützt als woanders. Ein paar fremde Brüder&Schwestern wo in Not sind aufzunehmen, bringt uns nich um! Wären auch froh um Hilfe,wenn bei uns mal Notstand wäre!

  • Knacki am 11.09.2013 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!!!

    Endlich mal ein vernünftiger mensch!!