Riesenparty in St. Moritz

18. April 2019 04:46; Akt: 18.04.2019 11:48 Print

«Sind besser vorbereitet als das Fyre-Festival»

Zwei Bündner stellen in St. Moritz ein Festival auf die Beine. Ihre Ambitionen sind gross: Mit weltbekannten DJs und Influencer-Hilfe wollen sie 5000 Besucher anlocken.

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Die beiden BWL-Studenten Loris Moser (21) und Quirin Hasler (19) organisieren in St. Moritz gerade das No Tomorrow Festival. Dabei versprechen sie eine Menge: Bekannte DJs und followerstarke Schweizer Influencer sollen im März 2020 5000 Besucher nach St. Moritz locken. Vor kurzem drehten sie bereits den Werbefilm für das Festival. Mit dabei: verschiedene Schweizer Influencer. So gehört beispielsweise die Zürcherin Zoë Pastelle (20), die auf Instagram fast 200'000 Abonnenten hat, zu den Botschaftern des Festivals. Auch die Fitness-Bloggerin Debora Gabriella (25) promotet das No Tomorow Festival. Das ist Teil der Marketingstrategie von Loris und Quirin: Bis im September wollen sie neben den Insta-Stars auch mit 400 Makro- und Mikro-Influencern zusammenarbeiten. Gemäss Loris werden sie dank ihrer «intensiven Social-Media-Marketingstrategie 24 Stunden nach der Verkündigung des Festivals im Oktober durch die Influencer ungefähr sechs Millionen Menschen erreichen». Diese Strategie haben sie sich vom berüchtigten Fyre Festival abgeschaut. Aktivitäten wie Quadfahren, Paragliding und Skifahren wird man sich zu seinem Ticket dazubuchen können. Das Motto lautet «Live, Love & Enjoy as if There Was No Tomorrow». So sieht das in Bildsprache übersetzt aus. Die Headliner des dreitägigen Festivals sind zwar noch nicht definitiv, die Pläne sind aber gross: «Die Besten der besten DJs aus der EDM-Szene werden auftreten. Wir sind bereits mit verschiedenen Agenturen in Kontakt.»

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Nächsten Winter soll sich St. Moritz für drei Tage in eine Festival-Location verwandeln: mit 5000 Besuchern, bekannten EDM-DJs und den grössten Schweizer Influencern.

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Veranstalter sind die Einheimischen Loris Moser (21) und Quirin Hasler (19). Die Wirtschaftsstudenten haben bereits Erfahrung mit der Planung von Partys: Mit ihrem Partylabel No Tomorrow haben sie nach eigener Aussage schon 30 Events organisiert – unter anderem waren sie 2018 mit einem eigenen Lovemobile an der Street Parade in Zürich unterwegs.

Das geplante No Tomorrow Festival wird ihre bisher grösste Veranstaltung sein. Hier verraten sie, was sie vom desaströsen Fyre Festival abschauen – und wie sie es besser machen wollen.

Die Idee

«Wir sind beide in St. Moritz aufgewachsen und kennen das Potenzial des Dorfes als Feriendestination», sagt Loris Moser. Jedoch gebe es in St. Moritz ein kleines Angebot an Konzerten, Events und Partys, so der 21-Jährige. Das wollen sie ändern.

Die Partyplaner haben ein grosses Ziel, wie Quirin sagt: «St. Moritz soll auch für junge Menschen wieder attraktiver werden. Das Festival soll frischen Wind ins Dorf bringen.»

Topmodels müssen vor Gericht

Das Festival

Bezüglich der Headliner-Acts, die auftreten sollen, halten sich die Organisatoren bedeckt. Es sei noch nichts definitiv, aber «die Besten der besten DJs aus der EDM-Szene» stehen auf der Wunschliste. «Wir sind bereits mit verschiedenen Agenturen in Kontakt.»

Neben der Musik sollen auch Aktivitäten wie Quadfahren, Skifahren und Paragliding zu den Festivaltickets angeboten werden.

Die Strategie

Um das Festival bekannt zu machen, arbeiten die Veranstalter eng mit verschiedenen Social-Media-Grössen der Schweiz zusammen: «Wir haben gerade den Intro-Film für das Festival gedreht, da waren bereits acht grosse Schweizer Influencer dabei», so Loris.

Laut Quirin werden sie bis im September insgesamt 400 kleine und grosse Influencer im Team haben, die dann im Oktober die News vom Festival verkünden werden. «Von den grossen Schweizer Influencern sind unter anderem Zoë Pastelle, Deborah Gabriella oder Sylwina dabei.»

Die Inspiration

Gemäss Loris werden sie dank ihrer «intensiven Social-Media-Marketing-Strategie» 24 Stunden nach der Verkündigung des Festivals im Oktober durch die Influencer «ungefähr sechs Millionen Menschen erreichen». Beeindruckende Zahlen für eine Veranstaltung, die noch in den Kinderschuhen steckt.

Diese Marketingstrategie haben sich die Studenten vom berüchtigten Fyre Festival abgeschaut, wie sie sagen. Mit Models, weltbekannten DJs und aufwendig gedrehten Intro-Filmen generierte das Fyre Festival vor zwei Jahren in kurzer Zeit auf Social Media weltweit enorme Aufmerksamkeit.

Doch: Als die Festivalbesucher an der Location eintrafen, fanden sie statt des versprochenen Luxus provisorische Zeltlager vor, die Infrastruktur fehlte komplett. Ebenso: die angekündigten Acts. Wie wollen die beiden Bündner verhindern, dass ihnen das Gleiche passiert?

«Wir haben schon vor einem halben Jahr mit der Planung angefangen. Bis im Oktober, wenn wir das Festival offiziell verkünden werden, wird schon alles fertig organisiert sein», erklärt Quirin. Beim Marketing schauen sie sich zwar was beim Fyre Festival ab, ansonsten würden sie sich abgrenzen. Der Meinung ist auch Loris: «Wir begehen nicht die gleichen Fehler.»

Die Finanzierung

Und wie finanzieren zwei Studenten ein solches Festival? «Wie jedes andere Festival sind wir auf Sponsoren angewiesen – und auch auf die Einheimischen von Sankt Moritz», erklärt Loris. Auch Gemeindepräsident Christian Jott Jenny würde bei der Planung hinter ihnen stehen und «sie sehr pushen».

Gemäss Quirin konnten sie so bereits einige Gönner ins Boot holen: «Die St. Moritzer Bergbahnen, die Gemeinde selbst sowie verschiedene lokale Sponsoren sind dabei.»

Die Ticketpreise sollen erschwinglich bleiben: «Das 3-Tage-Ticket wird um die 200 Franken kosten. Wir möchten eine junge Zielgruppe ansprechen, deswegen wollen wir ein cooles und preiswertes Lifestyle-Festival bieten.» Damit wollen sie auch vom Ruf wegkommen, dass St. Moritz ein Ort für die Schönen und Reichen sei.

(mim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • luca am 18.04.2019 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bin 21 und kann damit nix anfangen

    party steigt, alle fotografieren sich oder ihre drinks, um das später auf insta zu teilen... niemand spricht miteinander und danach ergötzen sich die influenza an ihren klicks. party ja, influenza festival nein danke

  • BWL 1. Semesterling am 18.04.2019 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Distanzieren

    Sie wenden nur die gleiche Marketingstrategie wie Fyre an. Aus diesem Grund würde ich mich klar distanzieren. Schon alleine der Titel dieser Story schädigt den Ruf des geplanten Festivals. Fyre war eine Katastrophe. Niemand will eine Kopie davon!

  • DieFeder am 18.04.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aus Fehlern lernt man am meisten- hoffe ich

    Ich lese hier: Werbung über 400 Influencer die besten DJs über 3 Tage ...für 5000 Leute? oh und die Preise sollen dann noch tief bleiben. Man will ja mit der Insta-Werbung und dem Quadfahren nicht aussagen, dass es (nur) etwas für die Schönen&Reichen ist. na dann... xD Lustig wirds auf jeden Fall. Vielleicht aber nicht für alle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandro am 18.04.2019 14:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Idee

    Mega coole Idee! Weiter so Jungs. Endlich mal was für die Jungen im Engadin.

  • Mario Theus am 18.04.2019 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich freue mich schon ;-)

    Wahrscheinlich reicht es grad für einen Mega-Headliner bevor ihnen das Geld ausgeht. Ich schmeiss mich weg vor Lachen, sollten dann DJ Ötzi und Blümchen auf der Bühne tanzen. Ein bisschen naiv sind die schon...aber hey: träumen ist ja gratis.

  • Bergli am 18.04.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich

    auch das sehr umweltbewusst.

  • Laura am 18.04.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal was los in St.Moritz

    Endlich mal zwei junge angagierte Menschen, die sich trauen sowas auf die Beine zu stellen. Bin totel begeistert und werde auf jeden Fall dabei sein. Endlich mal was los in St.Moritz!

  • Waltzer am 18.04.2019 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Budget?

    Da freue ich mich doch sehr auf Martin Garrix, Hardwell oder Calvin Harris. Wenn sie schon die besten der EDM Szene buchen wollen. Das Problem ist nur die 3 kosten alleine schon um die 3mio. Viel Spass beim Geld suchen. Das wird ein Schuss in den Ofen.