Männer-Blogger rechnet vor

10. August 2018 05:42; Akt: 10.08.2018 05:42 Print

«Ich habe schon eine Million Franken vermittelt»

Teure Autos, Uhren, Reisen: Der selbsternannte Gentleman Ralph Widmer testet auf seinem Blog Exquisites. Uns sagt er, wie viel Geld die Brands mit ihm machen.

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«Dein Wort zählt», lautet eine von 27 Regeln von Ralph Widmers «Gentleman's Codex». Und nach diesem Credo funktioniert auch das Business des 32-jährigen Zürchers. Was Widmer auf seinem Blog «A Gentleman's World» sagt beziehungsweise schreibt, hat für seine Leser Gewicht.

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Der Influencer hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus Männern Gentlemen zu formen. Mit Verhaltens- und Fashion-Regeln. Aber auch mit exquisiten Produkten, die er präsentiert und testet. «Das ist ein 24/7-Job», sagt er im Gespräch mit 20 Minuten, «Ferien hatte ich seit einem Jahr nicht mehr.»

Junge Männer mit hohem Einkommen

Auf der Welt herum kommt er trotzdem. Widmer bereist für seine Kooperations-Partner den Globus, testet Hotels, Autos oder Jachten, Uhren, Parfüms oder auch einfach Zigarren. Hauptsache exquisit und an der oberen Preisgrenze. Seine Community: Lifestyle-affine Männer ab 25 Jahren mit Einkommen ab 130'000 Franken pro Jahr.

Eine Zielgruppe, bei der viel Geld umzusetzen ist. «Ich habe bereits Produkte im Wert von rund einer Million Franken verkauft und vermittelt», sagt der gelernte Kaufmann. Und fügt stolz an: «Das dürfte in der Schweiz im Bereich Blogger und Influencer ein Rekord sein.»

Eine Million Franken – eine Summe, die für Durchschnittsverdiener kaum fassbar ist. Der Gentleman schlüsselt auf:

- 10 Hotelübernachtungen: 3000 Franken
- 3 Mobil-Telefone: 2100 Franken
- 10 Kisten Zigarren: 4000 Franken
- 20 mechanische Uhren (hauptsächlich IWC, Rolex, Omega, Audemars Piguet, Carl. F. Bucherer): 360'000 Franken
- 1 Bentley: 180'000 Franken
- 2 McLaren: 460'000 Franken
Ergibt ein Total von 1'009'100 Franken.

20 Minuten liegen Auszüge aus Mails und Whatsapp-Nachrichten vor, die zumindest die Kaufabsicht der Klientel belegen. «Die Käufe werden dann direkt zwischen Händler und Kunde abgewickelt», erklärt Widmer. Er vermittle die Interessenten, die durch ihn bessere Konditionen erhalten würden.

Konditionen in Form von Preisnachlässen, aber auch anderen Goodies. «Ein Leser, den ich von Events her kenne, konnte dank meinen Kontakten einen McLaren ein ganzes Wochenende lang testen», berichtet Widmer. «Ein Kunde muss das Produkt spüren, bevor er es kauft.»

Keine Provision

Und wie spürte er die erfolgreiche Vermittlung am Ende in seinem Portemonnaie? «Bis jetzt erhalte ich noch keine Provision», sagt Widmer. Er sehe seine Mission darin, für die Kunden gute Preise rauszuschlagen. Und seinen Partnern zu beweisen, dass man mehr als nur digitale Reichweite generiere.

Vom Gutmenschentum überlebt er trotzdem nicht: Die Brands zahlen dafür, dass er ihre Produkte präsentiert. «Das Online-Magazin finanziert sich durch seinen Inhalt.» Im Monat verzeichnet «A Gentleman's World» rund 10'000 Views, auf Insta zählt er über 26'000 Follower.

Traum von der Transsibirischen Eisenbahn

Seit eineinhalb Jahren kann er damit sein Leben finanzieren – und das «nicht schlecht», wie er augenzwinkernd sagt. Widmer fährt privat einen schicken Jaguar im Wert von rund 150'000 Franken. Und darf drei kostspielige Uhren sein Eigen nennen: eine Omega, eine Audemars Piguet und eine von Carl F. Bucherer. Auf seiner Wunschliste stehen zwei weitere Luxusuhren sowie ein McLaren 570S. Und: eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn.

Trotzdem sagt er: «Geld ist für mich Mittel zum Zweck.» Jeder könne heutzutage reich und erfolgreich werden, ist er überzeugt. «Ich bin jeden Tag glücklich darüber, was ich habe, da ich mir alles selbst erarbeitet habe.»

(kfi)