Comedian unter Beschuss

27. Oktober 2014 08:21; Akt: 27.10.2014 09:44 Print

Ist Dieter Nuhr ein Hassprediger?

Er ist für seine bitterbösen Sprüche gegen den Islam bekannt. Doch ging Dieter Nuhr diesmal zu weit? Der Komiker wird als Hassprediger beschimpft und angezeigt.

Dieter Nuhr über Islam und Terror (Quelle: Youtube).
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«Auf der ganzen Welt werden Abertausende von Patenten angemeldet. Im gesamten arabischen Raum jährlich weniger als zwanzig. Und die Hälfte davon sind wahrscheinlich noch Steinigungs-Automaten.» Wenn es um den Islam geht, nimmt Dieter Nuhr kein Blatt vor den Mund.

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Ist Dieter Nuhr mit seinen islamkritischen Aussagen zu weit gegangen?
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Ein weiteres Beispiel. In seinem Programm «Wer's glaubt, wird selig» vergleicht der Komiker die autoritären Zustände in vielen islamischen Ländern mit dem Nationalsozialismus: «Das war im Dritten Reich ja nicht anders: Wenn man nicht widersprochen hat, hatte man auch keinen Ärger. Ausser man war Jude oder schwul. Aber das sollte man heute, glaube ich, in Pakistan auch nicht sein.»

«Dem Islam ist Toleranz fremd»

Humor ist ja bekanntlich Geschmackssache – Erhat Toka, einem Muslim aus Osnabrück, sind diese und andere Sprüche aber nun definitiv zu weit gegangen. Er hat Nuhr angezeigt. Der bald 55-Jährige würde unter dem Deckmantel der Satire eine «blöde, dumme Hetze» gegen eine Minderheit betreiben, sagt Toka der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Einige wütende Muslime bezeichnen den Comedian sogar als Hassprediger.

Dieter Nuhr fällt schon lange als scharfer Islam-Kritiker auf. «Dem Islam ist Toleranz fremd», zitierte ihn etwa 2011 die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», «beziehungsweise: Toleranz gibt es im Islam ausschliesslich dort, wo er keine Macht hat.»

«Ein Teil der Muslime wähnt sich ja immer im Dschihad»

In einem Interview mit der «Welt» nimmt der Mann, der eben erst mit dem angesehenen Jacob-Grimm-Preis für Deutsche Sprache ausgezeichnet wurde, jetzt Stellung zu den Vorwürfen. «Ich finde es lustig, weil ich ja keine Religionsgemeinschaft beschimpfe. Ich habe kein Interesse daran, Muslime zu beschimpfen. Im Gegenteil. [...] Ich beschimpfe keine Glaubensgemeinschaft. Es geht um den Umgang mit Andersdenkenden.»

Zur Aussage, der Terror in der arabischen Welt habe mit dem wahren Islam nichts zu tun, entgegnet Nuhr: «Das ist ja Unsinn. Natürlich hat das mit dem Islam zu tun. Selbstverständlich gibt es Passagen im Koran, die zur Gewalt aufrufen. [...] Da wird mir immer vorgeworfen, das sei aus dem Zusammenhang gerissen, das gilt nur im Dschihad. Doch ein Teil der Muslime wähnt sich ja immer im Dschihad, jedenfalls so lange, wie es noch Ungläubige gibt.»


Als er gehört habe, er sei ein Hassprediger, habe er lachen müssen, so Nuhr weiter. Das sei dasselbe, «als würden die Nazis für Meinungsfreiheit eintreten». Auf seiner Facebook-Seite greift der Kabarettist die aktuelle Debatte ebenfalls auf. Fast 70'000 User haben den Eintrag geliked, Tausende Kommentare finden sich darunter. Ob man mit seiner Haltung einverstanden ist oder nicht: Dieter Nuhr scheint ein Thema zur Sprache gebracht zu haben, das vielen Menschen offensichtlich unter den Nägeln brennt.

(scy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymous am 27.10.2014 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Und recht hat er!!!

    Die Zustände in einigen Ländern (Iran, Afghanistan..) sind nun mal anders als in westlichen Ländern. Die Mentalität ist eine komplett andere und genauso ethische Wertvorstellungen.

  • flo am 27.10.2014 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hass, verbote, intoleranz

    Es zeigt auch auf, dass für viele Religionen Toleranz eine einseitige Sache ist. Fordern ja, selber toleranz leben, nein. Und von Religion und Humor will ich gar nicht erst anfangen.

  • musstem a. lhören am 27.10.2014 09:11 Report Diesen Beitrag melden

    nuhr top!

    nuhr wird hier leider oft in den topf der stumpfsinnigen deutschen komiere a la marzahn und konsorten geworfen, das ist schade. habe ihn vor paar jahren (mit ähnlichen vorurteilen) gesehen und war sehr! positiv überrascht, wirklich intelligente satire erster güte, auch sprachlich, hat dafür jetzt auch den jacob-grimm-preis bekommen. zum inhalt: da ist absolut nix verwerfliches, das meiste ist ja leider nicht einmal satire, sondern realität. wenn nun ein religions-fundi damit nicht umgehen kann liegt das problem in diesem fall klar bei ihm selber!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F. F. Eierkuchen am 17.12.2014 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Untergang der Nächstenliebe?

    Mutige Beiträge wie Nuhr helfen vielleicht den Religionen irgendwann, sich so zusammen zu raufen, dass die Erde überlebt. Ansonsten geht die Nächstenliebe unter. Sorry für Schwarzmalerei...

  • Aufständiger am 28.10.2014 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Aufstand

    Es braucht mehr Leute die endlich aufstehen und sich zur Wehr stellen! Bravo Nuhr!

  • Lolek B. am 28.10.2014 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ich staune!

    Denn gerade diejenigen, die in überzeugtester Manier durchwegs Toleranz und Respekt gegenüber andersdenkenden predigen, sind sofort mucksmäuschen still, sobald die Intoleranz aus der islamischen Ecke kommt. Da ist es ihnen doch ein bisschen zu gefählich, Kritik zu üben.

  • Berner Bär am 28.10.2014 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nuhr sicher kein Hassprediger

    Nuhr mag bei manchen Themen zwar nervig und mit Schlagseite sein, aber bestimmt kein Hassprediger. Diesen Titel könnte allenfalls Oliver Wilcke als Moderator seiner "Wochenschau" verliehen werden, wenn er zB wochenlange mehr als die halbe Sendung tief unter der Gürtellinie auf die AfD eindrischt, nur weil ihm diese nicht passt.

  • mibo am 28.10.2014 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    Religion

    Wer braucht schon Religionen? Das sind vom Menschen geschaffene künstliche Machtinstrumente. Leider!