Blue-Balls-Fotografin

23. Juli 2018 10:51; Akt: 23.07.2018 10:51 Print

«Analoge Fotografie ist die ehrlichste Form»

Leonn Ward schoss das Foto für das Blue-Balls-Festival-Plakat. Wir haben mit der irischen Fotografin über das perfekte Foto, Instagram und ihren ersten Besuch in der Schweiz gesprochen.

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Sie arbeitete einst in einem American-Apparel-Laden und ist heute gefragte Fotografin: Leonn Ward am Blue Balls 2018. Das Blue-Balls-Plakat war das erste Projekt, das Leonn Ward in dieser Form realisiert hat. Sie freue sich sehr über das Foto, das sie von Keir geschossen habe, sagt sie gegenüber 20 Minuten. Wir haben Leonn Ward mit ihrer Kamera durch Luzern geschickt und sie als Touristin fotografieren lassen. Die Kapellbrücke durfte als Postkarten-Sujet natürlich nicht fehlen. Ihr Kommentar: «Eine magische Brücke, die aussieht wie die Brücke in den Harry-Potter-Filmen.» Eine auf den ersten Blick nichtssagende Kreuzung: Diesen Weg fuhr Leonn Ward von ihrem Hotel zum KKL, wo das Blue Balls stattfindet. Was ihr daran besonders gefiel, war «der wunderschöne Pilatus in der Nähe und die tolle Architektur der Stadt gleich um die Ecke». Diese Aussicht genoss sie an ihrem ersten Abend in der Schweiz, in einem Restaurant direkt am See. «Ich liebte die Sonne, die die Kathedrale gegenüber in Szene setzte.» Leonn hat in den vergangenen Jahren bereits einige grosse Kampagnen fotografiert. Dieses Bild mit Rita Ora (27, Mitte) entstand für den Kosmetik-Hersteller Rimmel. Für Aufträge wie diesen arbeitet die Irin hart. «Ich nahm mir kürzlich zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren ein paar Tage frei, doch richtig geniessen konnte ich die Ferien nicht», sagt Leonn lachend. Ihre Arbeit teilt die in London lebende irische Fotografin mit ihren Followern auf Instagram. «An manchen Tagen hasse ich die Plattform – immer die perfekten Influencer zu sehen, kann einen schon runterziehen», gesteht Leonn. Persönlich nutze sie Instagram wie ein virtuelles Portfolio: «Social Media ist eine gute Art, um sich potenziellen Kunden zu präsentieren.» Immer mehr beschäftigt sich Leonn nicht nur mit Fotografie, sondern auch mit Bewegtbildern. «Meine fotografischen Projekte profitieren von meiner Arbeit als Regisseurin. Ich mache mir nun viel mehr Gedanken über die Story hinter einem Bild – genauso wie man sich beim Bewegtbild eine Geschichte überlegt, die der Film am Ende erzählen soll.» Für Stella McCartney realisierte sie neben der Print-Kampagne auch einen TV-Spot. Wenn immer möglich zeichnet Leonn nicht nur ihre Fotos, sondern auch ihr Videomaterial mit einer analogen Kamera auf. «Nicht jeder Kunde ist sofort vom Analogen begeistert, aber es gehört zu meinem Stil», sagt sie.

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Vom diesjährigen Plakat für das Blue Balls Festival schaut einem Musiker Keir mit intensivem Blick in die Augen. Eingefangen hat den Moment Fotografin und Regisseurin Leonn Ward – mit einer analogen Kamera, wie sie im Gespräch mit 20 Minuten verrät.

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«Analoge Fotografie ist die rohste und ehrlichste Form dieser Kunst», begründet Leonn ihre Wahl des Mediums. Auch wenn die Fotos dann nicht immer perfekt werden? «Diese nicht perfekten Augenblicke sind das, was den Job für mich erst so richtig interessant machen.»

Auf Umwegen zum Beruf

Bevor die gebürtige Irin zur Fotografie fand, beschäftigte sie sich an der Uni jedoch mit klassischer Musik und Französisch. «Ich studierte die Fächer ein volles Jahr, bevor ich mir eingestehen musste, dass das Studium einfach viel zu schwer ist für mich», sagt sie lachend.

Nach ihrem abgebrochenen ersten Studium schrieb sich Leonn an einer Modeschule ein. «Ich arbeitete in einem Laden von American Apparel und fotografierte nebenbei die Kleider für den Online-Shop, um mir etwas dazuzuverdienen. So kam ich am Ende zur Fotografie», erklärt sie.

«Ich kann gar nicht abschalten»

Und die Mode ist bis heute fester Bestandteil ihrer Arbeit geblieben: In Leonn Wards Portfolio finden sich unter anderem Kampagnen für Asos, Stella McCartney und Nike.

Hat Leonn auch in Luzern zur Kamera gegriffen? «Definitiv! Ich kann gar nicht abschalten, mein kreativer Kopf arbeitet rund um die Uhr. Man kann ja nie wissen – vielleicht verbirgt sich hinter der nächsten Strassenecke ein Topmotiv.»

Welche Fotos Leonn bei ihrem ersten Besuch in der Schweiz geschossen hat, siehst du in der Bildstrecke oben.

(anh)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Photograph am 23.07.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fotos sind mittelmass

    Hässliche Schnappschüsse von Luzern. Na wenns reicht nur in der Studio-Umgebung zu glänzen... Kenne bessere Fotografinen... aus der Schweiz!

  • Remo D. am 23.07.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schreckliche Fotos

    Sorry aber ist das ein Witz? Jeder Durchschnittstouri schiesst bessere...

  • historil am 23.07.2018 12:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichtwahr

    quatsch, manipulationen an fotos gibt es seit der erfindung der fotografie! nicht erst seit digitalfotografie

Die neusten Leser-Kommentare

  • NoCueMan am 23.07.2018 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handmade

    Yeah! Für Tekkno gilt dasselbe! Power to the vinyl!!

  • biodelic am 23.07.2018 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine meinung

    finde ihre portraits ganz gut,aber von landschafts-/ architektur fotografie sollte sie die finger lassen..

  • Roman M. am 23.07.2018 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Kunde

    Unfrage: Ich fotografiere lieber mit der Spiegelreflex. Eine Spiegelreflex ist eine analoge Kamera. Vermutlich meint ihr eine DSLR, sprich digitale Spiegelreflexkamera.

  • Mike am 23.07.2018 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Luzerner Fotos

    Also auch in der Analog-Fotografie gibt es einen Goldenenschnitt und einen anständigen Bildaufbau, hätte Sie gerne auch anwenden können als Fotografin! Die Bilder treffen nicht meinen Geschmack, sorry!

  • Lichtzeichner Bill am 23.07.2018 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Blende

    Finde ich super. Als kleine Kritik, bei dem Blueballsplakat hätte Sie doch die Blende auf mind. f8.0 setzen können damit die Hand auch scharf wäre. Ansonsten gefällt mir die Aussagen und Bilder von dieser Fotografin sehr gut.