Wall Street

01. Juni 2011 23:00; Akt: 02.06.2011 22:52 Print

Angst vor Abkühlung der Konjunktur

Nach einem nervösen Handel haben die US- Börsen am Donnerstag uneinheitlich geschlossen.

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Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,3 Prozent auf 12.248 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,1 Prozent auf 1312 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg dagegen um 0,2 Prozent auf 2773 Punkte.

Aus Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur zogen sich einige Anleger aus den Aktienmärkten zurück. Händler sprachen vor einem insgesamt nervösen Geschäft. Am Mittwoch waren alle drei Marktindizes über zwei Prozent eingebrochen. Vor den Arbeitsmarktdaten für Mai, die am Freitag veröffentlicht werden, hielten sich Börsianer mit grossen Kaufaufträgen zurück.

Gestoppt wurde der Abwärtstrend von der Nachricht, dass sich hochrangige Vertreter der Euro-Zone Kreisen zufolge grundsätzlich auf ein neues Hilfsprogramm für Griechenland geeinigt hätten.

Es werde bis Mitte 2014 laufen, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Der private Sektor werde an den Hilfen beteiligt sein. Allerdings werde der Anteil begrenzt, um eine Kreditklemme zu vermeiden.

Eine Serie schlechter Konjunkturdaten weckte Zweifel an der Stärke des Aufschwungs in den USA. Sorge bereiten vor allem die Negativmeldungen vom Arbeitsmarkt. Auch die Industrie schwächelt auf breiter Front.

Führende Vertreter der Notenbank Fed liessen deshalb durchblicken, dass die Nullzinspolitik noch eine Weile fortgesetzt wird. Die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft stieg im Mai so langsam wie seit September 2010 nicht mehr.

Der Zuwachs betrug lediglich 38 000. Im April hatte es noch ein Plus von 177 000 gegeben. Die Arbeitslosigkeit sinkt deshalb nur langsam. Ein Schelte der Ratingagentur Moody's für die USA fand an den Aktienmärkten kaum Beachtung. Die Bonitätswächter warnten vor steigenden Risiken für das Kredit-Rating des weltgrössten Schuldensünders.

Aktien von Goldman Sachs verloren 1,3 Prozent. Die US-Grossbank erhielt Kreisen zufolge eine Vorladung wegen ihrer Rolle in der Finanzkrise. Es gehe um Vorwürfe des US-Senatsausschusses im Zusammenhang mit dem Kollaps des Immobilienmarktes in den USA, hiess es.

(sda)