VW-Skandal

25. September 2015 02:25; Akt: 25.09.2015 09:23 Print

Winterkorn weiter in Schlüsselpositionen

Obwohl Martin Winterkorn bei VW den Hut nehmen muss, bleibt er wohl weiterhin Vorsitzender bei Porsche und Audi. Die USA prüfen derweil die Auswirkungen des Abgas-Skandals.

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Vergleich zwischen VW und Autobesitzern: Die US-Flagge reflektiert im VW-Logo. (Archivbild) Sollen weniger verdienen: Die VW-Vorstandsmitglieder (v.l.) Karlheinz Blessing, Herbert Diess, Matthias Mueller, Bernd Osterloh und Stephan Weil an einer Pressekonferenz in Wolfsburg. (18. November 2016) Anfangsverdacht auf Betrug und «strafbare Werbung»: Martin Winterkorn, hier bei einer Anhörung im Bundestag in Berlin. (19. Januar 2017) Rund 2000 Strafanzeigen haben Kunden in der Schweiz gegen VW und die Generalimporteurin Amag wegen Betrugs eingereicht. Wir haben nicht manipuliert: VW sagt, dass die Abgas-Software EU-Recht entspreche. (23. Oktober 2015) Der Autobauer sieht sich einer Flut von Klagen ausgesetzt. Schon im Herbst 2010 lagen EU-Beamten Hinweise vor, dass Autohersteller die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipulieren. Insgesamt waren weltweit über 11 Millionen Dieselfahrzeuge von den falschen Schadstoffangaben betroffen. (29. Juli 2015) Rückschlag für VW: Die für Luftqualität zuständige kalifornische Behörde Carb hat den Rückruf-Plan von VW abgelehnt. Auf dem Bild ist das Phillip Burton Gerichtsgebäude in San Francisco, California, zu sehen. (30. Juni 2016) Die Justiz kommt auf den Geschmack: Die Staatasanwaltschaft Braunschweig ermittelt nun gegen ex-VW-Chef Martin Winterkorn. (April 2014) Keine Ruhe in der Abgasaffäre: Nachprüfungen machen eine neue Rückrufaktion von deutschen Autoherstellern nötig. (1. Oktober 2015) Volkswagen muss in den USA viele Fahrzeuge zurückkaufen: Eine VW-Fabrik in Chattanooga, Tennessee. (21. Februar 2012) Ab Ende Januar werden die betroffenen Autos zurückgerufen: VW-Fahrzeuge bei Amag Automobil und Motoren AG in Lupfig. (1. Oktober 2015) Volkswagen will Verdacht auf Manipulationen mehrheitlich entkräftet haben: Die VW-Fabrik in Baunatal. (8. Dezember 2015) VW kündigt eine grosse Rückrufaktion für Anfang 2016 an: John Swanton, Sprecher einer kalifornischen Umweltbehörde, zeigt, wie ein VW Passat Diesel auf Abgase getestet wird in einem Labor in El Monte. (30. September 2015) Vorschlag der Konsumentenschützer für den VW-Importeur: Die Amag-Gruppe in Buchs (25. September 2015). In der Schweiz sammelt die Bundesanwaltschaft die Anzeigen, die die Abgasaffäre betreffen: Front eines VW-T1-Busses. Angesichts der Ausweitung des Abgasskandals gab die Aktie von Volkswagen an der Frankfurter Börse zeitweise um über 20 Prozent nach. (22.9.2015) Kommt noch mehr ans Tageslicht? Armaturen eines Volkswagens. (9. Oktober 2015) Durchsuchungen in Wolfsburg: Die Staatsanwaltschaft sucht nach weiteren Hinweisen im VW-Skandal. (8. Oktober 2015) Wusste schon länger von möglichen Strafen der US-Umweltbehörde EPA: Michael Horn, US-Chef von VW. (Archivbild) Volkswagen wird fünf Millionen Kunden schriftlich in die Garage bitten, um das «Abgasverhalten ihres Fahrzeuges» nachzubessern. VW will eine Milliarde Euro weniger investieren pro Jahr: Ein Arbeiter montiert Motoren im Werk in Zwickau in Ostdeutschland. (6. September 2015) Verkaufsverbot: VW-Fahrzeuge vor einer Garage der Amag-Gruppe, des VW-Importeurs für die Schweiz. (25. September 2015) Abgang als VW-Konzernchef: Martin Winterkorn zieht die Konsequenzen aus dem Abgasskandal und tritt zurück. Trotzdem soll er weiterhin in zentralen Führungspositionen bleiben. (23.9.2015) Ablösung an der Spitze: Martin Winterkorn (l.) wird durch Matthias Müller ersetzt. (18. März 2014) Die Zurich soll Reserven im Fall VW angelegt haben: Das Logo des Versicherungskonzerns in Zürich. (11. März 2014) Laut dem deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt sind in Deutschland mindestens 2,8 Millionen Fahrzeuge von VW von der Abgasmanipulation betroffen. Der fehlerhafte VW-Motor vom Typ EA 189 sei auch in Fahrzeuge der Modellreihen A1, A3, A4 und A6 verbaut worden, sagt ein Audi-Sprecher: Eine Frau geht an einer Audi-Vertretung in Chicago vorüber. (22. September 2015) Die EPA untersucht nach dem VW-Skandal auch weitere Fahrzeuge: BMW bei einer Garage in Denver. (3. Juni 2007)

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Trotz seines Rücktritts vom Posten des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG bleibt Martin Winterkorn laut einem Zeitungsbericht weiterhin in zentralen Führungspositionen des VW-Konzerns. Die «Bild»-Zeitung berichtete am Freitag, Winterkorn sei weiterhin Vorsitzender der Porsche Automobil Holding SE, der Muttergesellschaft der Volkswagen AG, die rund 51 Prozent der VW-Stammaktien hält. Ausserdem sei er weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG. «Das ist im Präsidium bisher offenbar niemandem aufgefallen», zitierte die «Bild» einen VW-Insider.

Winterkorn war am Mittwoch als VW-Vorstandschef zurückgetreten, obwohl er sich nach eigener Aussage «keines Fehlverhaltens bewusst» war. VW steckt in der tiefsten Krise der Unternehmensgeschichte, seit bekannt wurde, dass bei Dieselfahrzeugen die Abgaswerte manipuliert worden waren. Eine entsprechende Software ist nach Angaben des Konzerns weltweit in elf Millionen Autos eingebaut. Allein in den USA kommen auf Volkswagen eine Milliardenstrafe sowie eine teure Rückrufaktion und Schadenersatzklagen zu.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen berät am Freitag in Wolfsburg über Winterkorns Nachfolge an der Vorstandsspitze. Nach übereinstimmenden Medienberichten soll Porsche-Chef Matthias Müller die Leitung des Gesamtkonzerns übernehmen.

VW drohen Milliardenstrafen

Zudem will die US-Regierung die gesundheitlichen Auswirkungen des Abgas-Skandals bei Volkswagen-Fahrzeugen genau prüfen. «Wir nehmen diese Anschuldigungen und ihre möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die Luftverschmutzung in den USA sehr ernst», erklärte ein Sprecher des US-Justizministeriums am Donnerstag in Washington. Das Ministerium arbeite bei der Aufklärung eng mit der US-Umweltbehörde (EPA) zusammen. Diese hatte den Fall ans Justizministerium übergeben.

Dem Wolfsburger Konzern drohen in den Vereinigten Staaten Milliardenstrafen sowie weitere Kosten durch eine Rückrufaktion und mögliche Schadenersatzzahlungen. Im Zuge des Skandals trat am Mittwoch Konzernchef Martin Winterkorn zurück.

(hae/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Capricorn am 25.09.2015 05:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn!

    Das geht ja ab wie der Bankenskandal! Die Verantwortlichen verkrümeln sich einer nach dem anderen, wechseln vermutlich gleich zum nächsten Konzern und überlassen den Scherbenhaufen den Mitarbeitern die es dann ausbaden müssen! Wahnsinn diese Leute scheinen absolut kein Gewissen zu haben!

    einklappen einklappen
  • Sorry am 25.09.2015 04:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Er gehört ins Gefängnis...

    und nicht im Vorstand einer Firma. Was er angerichtet hat ist unverzeihlich und böse.

    einklappen einklappen
  • Marc am 25.09.2015 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das gierige Fussvolk

    Es wird schon wieder voll drauf los geurteilt und vorverurteilt. Ich finde diesen Abgasbetrug auch ein absoluter Skandal und es ist ein BETRUG an jedem Autokäufer. Nichtsdestotrotz muss jetzt einmal abgewartet werden, ob nur VW oder gar die gesamte Autobranche getrickst hat. Zudem war der Winterkorn ein sehr erfolgreicher Manager, bei seinen Werksarbeitern sehr beliebt. Achja, und gierig sind (fast) alle Menschen, aber insbesondere die Moralapostel, wenn sie dann nal zum Zuge kommen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Luzi am 26.09.2015 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Vorsprung durch Technik

    ...jetzt verstehe ich den Spruch..

  • Harry Zwyssig am 26.09.2015 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vetterliwirtschaft

    Kennen wir doch alles von unseren Banken. Das Hauptproblem ist die Vetterliwirtschaft zwischen Behörden und Unternehmen. Da könnt ihr lange auf eine Verbesserung warten hier geht es um das Retten von persönlichen Vorteilen.

  • Hansruedi Meiller am 25.09.2015 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich...

    da fehlen mir glatt die Worte. Hätte der Herr Anstand, würde er freiwillig und ohne Abgangsenschädigung in Pension gehen, er ist ja alt genug...

  • w.s. am 25.09.2015 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Was verdienen die Autohersteller um im Nachhinein Miliardenstrafgelder zu berappen? Von den Folgekosten nicht nur in den USA ganz zu schweigen!

  • herbstkorn am 25.09.2015 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    logik ???

    mir fehlt dazu die logik ... was soll das ??? wie kann dieser mann in führungsposition bleiben - tja damit müssen wir wohl leben/leiden.