Managerlöhne

10. Januar 2011 10:02; Akt: 10.01.2011 15:49 Print

Economiesuisse will nichts gegen Abzocker tun

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse will trotz Exzessen bei Managerlöhnen den Unternehmen freie Hand lassen. Abzocker-Initiative und Gegenvorschlag werden abgelehnt.

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Aus Sicht von Economiesuisse genügen Transparenz sowie Mitwirkungsrechte der Aktionäre, wie die Verbandsspitze am Montag an einer Medienkonferenz in Zürich mitteilte. Demnach solle die Generalversammlung über Vergütungen des Verwaltungsrats und gegebenenfalls über diejenigen der Geschäftsleitung entscheiden können.

Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer räumte ein, es sei auch in der Schweiz bei den Vergütungen zu «einzelnen Exzessen» gekommen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass ein erfolgreiches Konzept durch zu starre Vorschriften aufs Spiel gesetzt werde.

Denn für Wachstum und Wohlstand der Schweiz seien die börsenkotierten Konzerne wichtig: Sie beschäftigen direkt und indirekt über 600 000 Personen und kämen für über 40 Prozent der Unternehmenssteuern auf.

Bührer lehnte insbesondere den Vorschlag des Ständerates ab, dass Unternehmen Boni ab einer bestimmten Höhe als Gewinn versteuern müssen. Denn dadurch werde die arbeitsrechtliche Vertragsfreiheit verletzt.

Keine Wunderwaffen gegen Frankenstärke

Sorgen bereitet Economiesuisse die Frankenstärke. Es bestehe die Gefahr, dass die schweizerischen Exporte in gefährlichem Ausmass geschwächt würden.

Das für Freitag geplante Treffen von Unternehmensvertretern, Gewerkschaftern und Bundesbehörden, das von Bundesrat Johann Schneider-Ammann einberufen wurde, sei eine willkommene Gelegenheit zur Aussprache, sagte Bührer. Er dämpfte aber die Erwartungen, gebe es doch keine Wunderwaffen gegen die Frankenstärke.

Zur Diskussion stehende Massnahmen wie Negativzinsen oder eine Anbindung an den Euro seien nicht realistisch. Um beispielsweise den Franken zum Euro von 1.25 wieder auf 1.40 Fr. zu heben, müsste die Schweizerische Nationalbank (SNB) für einen dreistelligen Milliardenbetrag Euro kaufen, sagte Bührer. Dazu verfüge sie nicht über das erforderliche Eigenkapital.

Patrick Odier, Vizepräsident von Economiesuisse und Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, lehnte Auflagen für die Devisenhändler ab. Eine Vereinbarung unter den Schweizer Banken zum Verzicht auf Spekulationsgeschäfte (Gentlemen's Agreement) nach dem Vorbild der 1970er-Jahre löse das Problem nicht, da die Mehrheit der Spekulationsgeschäfte von anderen Finanzmarktakteuren ausgehe.

IWF-Kredit deblockieren

Um den Euro zu unterstützen, solle die Schweiz die Erhöhung der Kredite beim Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht weiter blockieren. Die Schweiz gehört zu den wenigen Ländern, die ihre Beiträge für das 540 Mrd. Dollar schwere, vorsorgliche Rettungspaket für den Euro noch nicht genehmigt hat.

(sda)