Staatsanleihen

20. Dezember 2011 15:43; Akt: 20.12.2011 15:59 Print

Paris muss 178 Milliarden Euro auftreiben

Frankreich muss im kommenden Jahr viel Geld aufnehmen, um Schulden zurückzuzahlen und das Budgetdefizit auszugleichen. Keine leichte Aufgabe angesichts der Drohung, herabgestuft zu werden.

storybild

Die französische Regierung will die AAA-Topnote unbedingt erhalten und hat bereits zwei rigide Sparpläne aufgelegt, um das hohe Haushaltsdefizit zu drücken. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Unter dem Druck der Ratingagenturen und in Anbetracht der Eurokrise muss Frankreich im nächsten Jahr 178 Mrd. Euro Schulden aufnehmen. 78,7 Mrd. Euro Staatsdefizit müssten ausgeglichen und 97,9 Mrd. Schulden zurückgezahlt werden, teilte das Pariser Finanzministerium am Dienstag mit.

Die drei grossen Rating-Agenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's (S&P) haben Frankreich zuletzt mit dem Verlust der Topbonität AAA gedroht, was bei der Aufnahme neuer Schulden in der Regel zu höheren Zinsen führt. Die 178 Mrd. Euro, die im Laufe des Jahres 2012 aufgenommen werden müssen, beziehen sich nach Angaben der staatlichen Schuldenbehörde AFT auf mittel- und langfristige Staatsschuldtitel.

Rigide Sparpläne

Fitch erklärte am Dienstag zudem, die Bestnote für die Kreditwürdigkeit des Euro-Rettungsfonds hänge entscheidend von dessen Garantiegeberländern Frankreich und Deutschland mit ihrem AAA- Status ab. Durch die Herabstufung des Ausblicks für Frankreich auf «negativ» am vergangenen Freitag habe sich «das Risiko einer Herabstufung des EFSF erhöht».

Zuvor hatte bereits Anfang Dezember S&P dem Fonds mit dem Entzug der Topnote gedroht, nachdem die Ratingagentur Deutschland, Frankreich und vier weitere Euro-Staaten vor einem Entzug ihrer Bestnote gewarnt hatte. Auch Moody's sieht Frankreichs AAA-Bestnote in Gefahr. Die Ratingagenturen hatten jeweils die hohe französische Staatsverschuldung als einen Hauptgrund genannt.

Die französische Regierung will die AAA-Topnote unbedingt erhalten und hat bereits zwei rigide Sparpläne aufgelegt, um das hohe Haushaltsdefizit zu drücken. Im Zuge der europäischen Schuldenkrise waren aber zeitweise die Risikoaufschläge für französische Staatsschuldtitel im Vergleich zu Deutschland drastisch angestiegen.

(sda)