Immer schwächer

14. Juni 2011 07:39; Akt: 14.06.2011 08:59 Print

Euro kratzt an der 1.20-Marke

Griechenlands Finanzprobleme reissen den Euro immer weiter in die Tiefe. Im Vergleich zum Schweizer Franken stürzt er auf ein neues Rekordtief.

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Die weiterhin ungelöste Schuldenkrise Griechenlands hat den Euro zum Franken am Pfingstmontag auf ein Rekordtief gedrückt. Die Gemeinschaftswährung verlor bis zu 0,6 Prozent auf 1.2004 Franken und notierte damit so niedrig wie nie zuvor.

Der Abwärtstrend hatte an Fahrt gewonnen, nachdem der Euro den bisherigen Tiefststand von 1.2049 Franken unterschritten hatte, wodurch Händlern zufolge Anschlussverkäufe ausgelöst wurden. Am Dienstagmorgen notierte die EU-Währung gemäss der Internetbank Swissquote bei 1.2070 Franken.

Analysten rechnen mit einem noch weitaus stärkeren Kursrutsch, wenn die Gemeinschaftswährung unter 1.20 Franken fallen sollte, da viele Optionsgeschäfte auf dieser Marke basierten. Der Franken gilt in unsicheren Zeiten gemeinhin als sicherer Anlagehafen.

Lösung für Griechenland erforderlich

«Was der Euro braucht, ist eine Lösung für die griechische Krise», sagte Währungsstratege Kit Juckes von der Bank Société Générale. «Es sieht nicht so aus, als stünden Politiker und Zentralbanker kurz davor.»

Diese Unsicherheit laste auf dem Euro. Er gehe davon aus, dass er zunächst in einer Spanne zwischen 1.40 bis 1.47 Dollar feststecken werde, sagte Juckes.

Zur US-Währung notierte der Euro bei 1.4384 Dollar und damit etwas fester als zum Handelsschluss in der Vorwoche, als er deutlich nach unten gegangen war.

Teure Versicherung

Zugleich verteuerten sich Ausfallversicherungen (CDS) für griechische Staatsanleihen weiter. Die CDS kletterten nach Angaben des Datenanbieters Markit um 32 Basispunkte auf ein Allzeithoch von 1575 Basispunkten. Das bedeutet, dass die Versicherung eines zehn Mio. Euro schweren Bond-Paketes inzwischen 1,575 Mio. Euro kostet.

Auch die Versicherungskosten für portugiesische und irische Papiere stiegen auf neue Rekordstände. Im Gegenzug setzten Anleger auf die als sichere Anlage geltenden deutsche Bundesanleihen. Der Bund-Future präsentierte sich nach seinem deutlichen Kurssprung vom Freitag stabil bei 125,93 Zählern.

Ringen um Umschuldung

Seit Wochen ringen Politiker und Finanzexperten aus der Eurozone und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine Lösung für die prekäre Haushaltslage Griechenlands. Investoren stellen sich zunehmend auf eine Umschuldung ein und versuchen sich für dieses Szenario abzusichern. Nach den Worten von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker führt kein Weg an einer sanften Umschuldung Griechenlands vorbei.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • von Trub Daniel am 14.06.2011 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zu billig

    Unsere Produkte im Ausland sind immer noch zu billig. Der SFr. muss mindestens 1.5 Mal mehr Wert haben als der Euro. Dies ist eine Korrektur, welche vor 11 Jahren bei der Einführung schon hätte geschehen sollen. Mir tun die Deutschen leid. Sie haben dazumal die starke DM gegen dieses populistische Vorhaben von Frankreich aufgegeben. Wie kann eine Währung Länder politisch wiedervereinigen?

  • Poli Zist am 14.06.2011 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ende mit Schrecken!

    Der Euro ist seit langem tot! Er wird nur noch künstlich am Leben gehalten, weil mit der Krisenwährung die gesamte EU in den Abgrund rasen würde. Die Brüsseler-Clique klammert sich an einen Strohhalm und wünscht sich ein Wunder herbei. Die Welt nimmt keinen Schaden, wenn die EU samt dem Euro in Scherben fällt. Je schneller desto besser! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

  • natina r. am 14.06.2011 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Natur gegen Raffffffffgier!!

    Und alles kommt wieder gut.Die Raffgier ist das wahre Problem.Der Mensch ist nicht fähig eine Globalisierung zu überstehen. 1. weil Traüme zerplatzen. 2.weil der Mensch nichts,aber auch gar nichts im Griff hat.Die Natur bestimmt den Weg,nicht das Geld, und das ist gut so.1 Beispiel unter vielen ist, Fukushima.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • von Trub Daniel am 14.06.2011 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zu billig

    Unsere Produkte im Ausland sind immer noch zu billig. Der SFr. muss mindestens 1.5 Mal mehr Wert haben als der Euro. Dies ist eine Korrektur, welche vor 11 Jahren bei der Einführung schon hätte geschehen sollen. Mir tun die Deutschen leid. Sie haben dazumal die starke DM gegen dieses populistische Vorhaben von Frankreich aufgegeben. Wie kann eine Währung Länder politisch wiedervereinigen?

  • harry am 14.06.2011 17:18 Report Diesen Beitrag melden

    War schon immer absehbar

    Ich habe nicht Wirtschaft studiert, wusste aber trotzdem dank gesundem Menschenverstand schon bei dessen Einführung, dass der Euro eine Totgeburt ist. Das ist wie bei Swissair - man kriegt kein besseres Resultat, wenn man Schrottfirmen zusammenkauft. Die PIGS waren und bleiben Schuldenschweine. 1 EURO = Wert höchstenst 0,50 Fr.

  • Madoff am 14.06.2011 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    EU = Schneeball System?

    Ich glaube nicht, dass ein Beitritt zur EU rechtlich standhalten würde. Nach meinem Wissensstand ist die Beteiligung an einem Schneeball System strafrechtlich verboten.

    • Supermario am 14.06.2011 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Öffentlich und Privat ist nicht gleich

      Öffentlich und Privat ist eben nicht das selbe :-) Für die Staatslotterie wird täglich Werbung gemacht; die Betreiber einer privaten gingen in den Knast. Demnach dürfen offenbar solche Systeme von Staaten ungestraft betrieben werden. Uebrigens hätte ich als Privater mit einer solchen Bilanz wie sie derzeit GR vor sich herschiebt schon längst Konkurs anmelden müssen!

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  • Poli Zist am 14.06.2011 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Ende mit Schrecken!

    Der Euro ist seit langem tot! Er wird nur noch künstlich am Leben gehalten, weil mit der Krisenwährung die gesamte EU in den Abgrund rasen würde. Die Brüsseler-Clique klammert sich an einen Strohhalm und wünscht sich ein Wunder herbei. Die Welt nimmt keinen Schaden, wenn die EU samt dem Euro in Scherben fällt. Je schneller desto besser! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

  • dixi am 14.06.2011 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrnehmung

    Ich hoffe allen hier wird bald klar, dass nicht die EU ein Euro-Problem hat, sondern sie Schweiz ein Franken-Problem!