Rezessionsstimmung

10. November 2011 12:11; Akt: 10.11.2011 12:27 Print

Wirtschaft geht den Bach runter - EU schlägt Alarm

Die eskalierende Eurokrise könne ganz Europa in eine Rezession schlittern lassen, mahnt die EU und fordert von Italien die politische Stabilität herzustellen.

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EU-Währungskommissar Olli Rehn: «Das Wachstum in Europa ist zum Stillstand gekommen, und es besteht das Risiko einer erneuten Rezession». (Bild: AFP)

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Die EU-Kommission warnt vor einem Schuldenkollaps Griechenlands. Der «Teufelskreis» aus Schuldenkrise und Wirtschaftsflaute werde die Euro-Länder in die Rezession stürzen. Brüssel erhöht den Druck auf das hoch verschuldete Italien.

Die Schulden Griechenlands dürften in den nächsten Jahren völlig aus dem Ruder laufen. Wenn die Hilfe für Athen nicht greife, werde die gesamtstaatliche Verschuldung 2012 und 2013 jeweils knapp 200 Prozent des Bruttoinlandprodukts erreichen, warnte die EU-Kommission am Donnerstag in ihrer Herbstprognose.

Das wäre mehr als das Dreifache der in der EU erlaubten Grenze von höchstens 60 Prozent der Wirtschaftsleistung. Für das laufende Jahr wird die griechische Verschuldung auf knapp 163 Prozent geschätzt.

Drohende Rezession in Europa

Die eskalierende Eurokrise könne ganz Europa in eine Rezession schlittern lassen, mahnt die Brüssler Behörde. «Das Wachstum in Europa ist zum Stillstand gekommen, und es besteht das Risiko einer erneuten Rezession», erklärte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Die Wirtschaft werde bis weit ins Jahr 2012 hinein stagnieren.

Für die Eurozone erwartet Rehn im kommenden Jahr nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent nach 1,5 Prozent im laufenden Jahr. Für 2013 werden 1,3 Prozent angenommen. Deutschland werde im kommenden Jahr keine Konjunkturlokomotive mehr sein. Die deutsche Wirtschaft wachse voraussichtlich nur noch um 0,8 Prozent, so die Behörde. Im Folgejahr sollen es dann 1,5 Prozent sein.

Italien muss rasch handeln

Italien, das derzeit besonders unter dem Druck der Finanzmärkte steht, wird laut Prognose zum Jahresende in die Rezession rutschen. Die EU-Kommission rechnet für das vierte Quartal mit einem Rückgang der italienischen Wirtschaftsleistung von 0,2 Prozent. Zu Jahresanfang 2012 werde die Wirtschaft um 0,1 Prozent schrumpfen.

Rehn schickte eine deutliche Botschaft nach Rom, wo derzeit um eine Übergangsregierung gerungen wird: «Die wichtigste Aufgabe Italiens ist es, politische Stabilität wieder herzustellen.» Es müsse bald entschieden gehandelt werden, um die Budgetziele zu erreichen und das Wachstum anzukurbeln.

Drastischer Vertrauensbruch

Griechenland verharrt nach den Herbstprognose bis Ende 2012 in der Rezession und dürfte erst 2013 wieder ein Mini-Wachstum erzielen. Laut Kommission wird die Wirtschaft der Eurozone mit 17 Ländern im vierten Quartal 2011 gegenüber den drei Vormonaten leicht um 0,1 Prozent schrumpfen. Im 1. Quartal des kommenden Jahres wird dann mit 0,0 Prozent eine Stagnation erwartet.

Die Kommission sprach von einem drastischen Vertrauenseinbruch, der Investitionen und Konsum behindere. Rehn sagte, der Schlüssel zu mehr Wachstum liege darin, das Vertrauen in die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Budgets und in das Finanzsystem wiederherzustellen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 10.11.2011 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Abschwung ja klar!

    Abschwung und Rezession sind nötige Bestandteile der Ökonomie, wer sie nicht zulässt schadet mehr als dass er nutzt.

  • Max Kuster am 10.11.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Beschiss - alle Jahre wieder

    Jahr für Jahr erfinden die Unternehmen gegen Ende Jahr Gründe für den Abbau von Arbeitsplätzen. Das Ganze dient einzig und alleine der Lohndrückerei. Kaum ist das Jahr zu Ende werden Gewinne ausgewiesen und es wir behauptet, dass zuwenig Arbeitskräfte verfügbar sind und Ausländer eingestellt werden müssen. Alles Blödsinn der von den sogennanten Volksvertreterinnen und -vertretern getragen wird. Logisch sie sind ja die massgebenden Treiber in den Firmen- und Konzernleitungen.

  • Zeppelin am 11.11.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Beschiss

    So ein unsinn, Kuster, glauben Sie wirklich die Firmen entlassen absichtlich Personal??? Wenn die Auftragsbücher voll wären, würden Sie diese Leute auch benötigen, da die Firmen ansonsten die Aufträge gar nicht ausführen könnten!!! Bitte überlegen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zeppelin am 11.11.2011 07:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Beschiss

    So ein unsinn, Kuster, glauben Sie wirklich die Firmen entlassen absichtlich Personal??? Wenn die Auftragsbücher voll wären, würden Sie diese Leute auch benötigen, da die Firmen ansonsten die Aufträge gar nicht ausführen könnten!!! Bitte überlegen.

  • Max Kuster am 10.11.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Beschiss - alle Jahre wieder

    Jahr für Jahr erfinden die Unternehmen gegen Ende Jahr Gründe für den Abbau von Arbeitsplätzen. Das Ganze dient einzig und alleine der Lohndrückerei. Kaum ist das Jahr zu Ende werden Gewinne ausgewiesen und es wir behauptet, dass zuwenig Arbeitskräfte verfügbar sind und Ausländer eingestellt werden müssen. Alles Blödsinn der von den sogennanten Volksvertreterinnen und -vertretern getragen wird. Logisch sie sind ja die massgebenden Treiber in den Firmen- und Konzernleitungen.

  • Christian am 10.11.2011 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Abschwung ja klar!

    Abschwung und Rezession sind nötige Bestandteile der Ökonomie, wer sie nicht zulässt schadet mehr als dass er nutzt.

  • wesi am 10.11.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Sollte es in Europa tatsächlich zu einer Rezession kommen, hilft alles Schönreden (wegen wenigen Einzelmasken,die ihre Stelle behalten konnten) nichts mehr.Dann gibt es nur noch eines, den TATSACHEN in die Augen schauen und das Problem ANGEHEN!

  • Melanie Gatzke am 10.11.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    priv.

    das Vertrauen in die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Budgets und in das Finanzsystem wiederherzustellen.- --------- Die wagen es noch, von Vertrauen zu sprechen. Das haben sie längst verspielt. Dem Staat konnte man noch nie trauen, das hat sich wieder mal bewiesen. Er kann mit Geld nicht umgehen.