Finanzkrise

01. Dezember 2008 15:34; Akt: 01.12.2008 15:53 Print

Industrie bricht weltweit drastisch ein

Die Konjunkturkrise zwingt die Industrie weltweit in die Knie. Den Unternehmen in Asien und Europa brechen im Rekordtempo die Aufträge weg, wie aus Umfragen hervorgeht.

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In der Euro-Zone verschärfte sich nach Angaben des britischen Marktforschungsunternehmens Markit der Abschwung in den letzten Tagen des Novembers.

In Deutschland schrumpfte der Wirtschaftszweig so stark wie nie zuvor seit Beginn der Umfrage 1996. «Kein Land ist von den steigenden Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft unbeeinflusst geblieben», sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Grösste Einbrüche seit Jahren

In fast allen Ländern sanken die Einkaufsmanagerindizes auf Tiefststände. Für die Euro-Zone bedeutet das die schärfste Rezession in dem Sektor seit mehr als zehn Jahren. Russlands Industrie bricht sogar noch stärker ein als während der Krise 1998, wie aus einer Umfrage der russischen Bank VTB hervorgeht.

In Indien rutschte der Index der niederländischen Grossbank ABN Amro erstmals seit Beginn der Erhebungen vor dreieinhalb Jahren unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Auch Chinas Industrie schrumpfte kräftig, wie aus zwei Umfragen des Fachverbandes für Logistik und Einkauf und dem auf Asien fokussierten Broker CLSA hervorgeht.

Auslandnachfrage leidet

Vor allem die Nachfrage aus dem Ausland erwies sich weltweit für die Industriefirmen zum Problem. Erstmals litten die Unternehmen in China stärker unter der Kaufzurückhaltung in anderen Ländern als im Inland, sagte CLSA-Chefökonom Eric Fishwick.

Kunden aus Europa, Asien und den USA fuhren ihre Bestellungen bei den deutschen Firmen laut Markit noch stärker zurück als im Oktober. Die Maschinenbauer sammelten etwa im Oktober 16 Prozent weniger Aufträge ein, vor allem Kunden aus dem Ausland hielten sich laut Branchenverband VDMA nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers zurück.

Dazu kommen Schwierigkeiten auf dem Heimatmarkt. Das bekam etwa die Industrie in Indien zu spüren. «Auch angesichts einer schwindenden Auslandsnachfrage scheint die Inlandsnachfrage im November noch viel stärker zurückgegangen zu sein», sagte ABN Amro-Analyst Gaurav Kapur.

(sda)