Finanzkrise

03. Dezember 2008 21:21; Akt: 03.12.2008 21:32 Print

Schmerzgrenze für Banken-Hilfspakete

Finanzminister Hans-Rudolf Merz hat festgehalten, dass es eine Schmerzgrenze für Hilfspakete des Bundes an die Banken gebe: Er sei sich durchaus bewusst, dass die Schweiz kaum viel mehr tragen könne.

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Dies sagte Merz am Mittwoch in der «Rundschau» des Schweizer Fernsehens. Zu kursierenden Spekulationen um weitere Hilfspakete an die UBS oder sogar an die Credit Suisse, erklärte Merz, bezüglich der UBS blicke er positiv in die Zukunft. Die UBS habe ihre Hausaufgaben früh gemacht, indem sie eine erste Kapitalerhöhung tätigte.

Das habe sie zu einem Zeitpunkt getan, an dem andere Banken noch nicht einmal daran gedacht hätten und noch niemand das Ausmass der Krise habe abschätzen können. Merz stellte sich klar hinter das 68-Milliarden-Hilfspaket des Bundes für die UBS. «Das ist zweifellos der richtige Weg.»

Er sei sich bewusst, dass die Schweiz kaum viel mehr tragen könne; der finanzielle Spielraum des Bundes sei auch begrenzt. Dennoch schliesse er eine Unterstützung der Credit Suisse nicht kategorisch aus. Dass die CS Hilfe anfordern werde, zeichne sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht ab.

Situation «sehr schwierig»

Der Finanzminister äusserte sich im Interview optimistisch, dass die Schweiz von den Hilfspaketen durchaus profitieren könne. Wann dieser Zeitpunkt kommen werde, wisse er aber nicht. Die Situation sei «sehr schwierig und sehr komplex».

Merz betonte zudem, dass der Bund nicht nur Geld in die Banken investiere, sondern zugleich auch ein Projekt zur Ankurbelung der Konjunktur am Laufen habe.

Die Schweiz gehe auch im nächsten Jahr volkswirtschaftlich schwierigen Zeiten entgegen. Bereits heute spürten verschiedene Branchen eine Abkühlung der Konjunktur. Deshalb fordere der Bund die Banken auf, den Unternehmen Kredite zu bewilligen. Dies sei nur möglich, wenn die Grossbanken weiter stabilisiert würden.

(sda)