Finanzkrise

27. Oktober 2008 10:13; Akt: 27.10.2008 10:17 Print

Deutsche Postbank leidet unter Lehman-Pleite

Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers hat der deutschen Postbank schwere Verluste beschert. Die Bank mit den meisten Privatkunden in Deutschland musste im dritten Quartal ein Minus vor Steuern von 449 Mio. Euro hinnehmen.

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Allein die Belastungen aus dem Engagement bei Lehman Brothers schlugen mit 364 Mio. Euro zu Buche, wie die Tochter der Deutschen Post am Montag in Bonn mitteilte. Dazu kommen Wertkorrekturen auf Aktien und Investmentfonds-Bestände.

Durch die Verluste schmilzt die Kernkapitalquote per Ende September auf nur noch 5,5 Prozent. Um gegenzusteuern, soll das Eigenkapital der grössten Filialkundenbank Deutschlands im vierten Quartal um bis zu 1 Mrd. Euro erhöht werden.

Auf Basis eines Bezugspreises von 18.25 Euro würde dadurch die Kernkapitalquote auf 6,9 Prozent steigen. Darüber hinaus soll die Dividende für das Geschäftsjahr 2008 gestrichen werden. Das Banken- Rettungspaket der Bundesregierung nimmt die Postbank den Angaben zufolge nicht in Anspruch.

Post sichert ab

Die Deutsche Post als Mehrheitseignerin Post habe sich verpflichtet, Aktien gemäss ihres Anteils von gut 50 Prozent zu zeichnen sowie alle darüber hinaus gehenden Papiere, die nicht platziert werden könnten - soweit der Bezugspreis 18.25 Euro nicht übersteigt. Dadurch könnte nach Post-Angaben der Anteil auf mehr als 62 Prozent steigen.

Die Post erklärte parallel, dass sich dadurch an dem für das erste Quartal 2009 geplanten Einstieg der Deutschen Bank bei der Postbank nichts ändere. Die Deutsche Bank will im nächsten Jahr für 2,8 Mrd. Euro mit knapp 30 Prozent bei der Postbank einsteigen und hat zudem eine Option, später den restlichen Post-Anteil zu übernehmen.

Der vereinbarte Preis liegt deutlich über dem aktuellen Postbank- Kurs. Die Aktien der Deutschen Bank rutschten am Montag um mehr als 12 Prozent ab. Die Postbank-Aktie tauchte gar um 16 Prozent.

Für die ersten neun Monaten des laufenden Jahres schreibt die Postbank einen Vorsteuerverlust von 112 Mio. Euro. Die Bank will sich nun stärker auf das Privatkundengeschäft konzentrieren.

(sda)