Finanzkrise

04. Oktober 2008 10:44; Akt: 04.10.2008 14:22 Print

UBS-Chef Kurer hält Millionengehälter für weiterhin denkbar

Trotz der weltweiten Finanzkrise will die UBS auch weiterhin Saläre im zweistelligen Millionenbereich ausbezahlen.

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Bei der Grossbank UBS sind in Spezialsituationen auch in Zukunft Löhne von mehr als zehn Millionen Franken denkbar. Dies sagte Verwaltungsratspräsident Peter Kurer in einem «Blick»-Interview. Eine Lohnobergrenze werde bei der Überprüfung der Vergütungssysteme nicht eingeführt. Sicher würden aber alle Saläre des Managements nach der Krise tiefer liegen als vorher. Das finde er auch richtig, sagte Kurer. Er hatte hatte die Überarbeitung der Vergütungssysteme am vergangenen Donnerstag an der ausserordentlichen Generalversammlung der UBS in Basel als Minenfeld bezeichnet. Die Überarbeitung soll bei Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Anschliessend will die UBS einen Bericht veröffentlichen. Kritik hatten vor allem die Boni ausgelöst. So hatte Finanzminister Hans-Rudolf Merz es als unglaublich bezeichnet, dass die UBS im letzten Jahr zehn Milliarden Franken an Boni ausgeschüttet habe.

Rettungspaket verstösst nicht gegen freien Markt

Der UBS-Verwaltungsratspräsident sieht im US- Rettungspaket für die Finanzbranche «keinen Verstoss gegen den freien Markt». Vielmehr handle es sich dabei um «eine sinnvolle, vernünftige Intervention».

«Weil es hier um eine ausserordentliche globale Krise geht, kann der Staat eingreifen, um einen kompletten Zusammenbruch des Systems zu verhindern», erklärt Kurer in einem Interview mit dem «Blick» vom Samstag. «Der Staat darf aber nicht längerfristig eingreifen und muss danach dem Markt wieder die notwendige Freiheit lassen.»

Die von der Finanzkrise schwer getroffene UBS selber habe «ein direktes Interesse» am Rettungsplan, weil sie stark in den USA engangiert sei, bestätigt Kurer. Ob und wie die Bank am Plan teilnehmen werde, lasse sich aber erst sagen, wenn die genauen Bedingungen bekannt seien.

(ap)