Starker Franken

14. August 2011 04:04; Akt: 14.08.2011 06:24 Print

Untergrenze für Euro-Franken-Kurs?

Die Schweizerische Nationalbank bereitet laut einem Medienbericht eine Untergrenze für den Euro-Franken-Kurs vor. Bundesrat Schneider-Ammann will mit zwei Paketen gegen die Frankenstärke vorgehen.

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will in den nächsten Tagen offenbar eine Untergrenze für den Euro-Franken-Kurs festlegen. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, laufen laut mehreren, unabhängigen Quellen «intensive Gespräche» zwischen der Nationalbank und dem Wirtschaftsausschuss des Bundesrates, wo dieser Schritt koordiniert werde. «Die Pläne liegen in der Schublade bereit», heisst es gemäss der Zeitung im Umfeld der Nationalbank und im Bundeshaus.

Wo die Untergrenze für den Euro-Franken-Kurs liegen soll, den die SNB laut SonntagsZeitung «mit allen Mitteln verteidigen» will, ist nicht bekannt. In den Gesprächen gehe es zunächst um die Rolle des Bundesrates in einem solchen Manöver. Die Nationalbank ist zwar formell unabhängig. Es stellt sich aber die Frage, ob und wie der Bundesrat einen solchen Schritt kommentieren kann, um diesen möglichst effizient zu machen. Ein entsprechendes Konzept soll gemäss Insidern am Mittwoch präsentiert werden.

Schneider-Ammanns Massnahmenpakete

Bundesrat Johann Schneider-Ammann will gemäss dem «Sonntag» mit zwei Paketen gegen den starken Franken vorgehen. Mit dem ersten sollen die hohen Importpreise gedrückt werden. Dazu will Schneider-Ammann das Personal in der Wettbewerbskommission (Weko) und beim Preisüberwacher erhöhen. Die Weko soll laut der Zeitung vier bis fünf neue Stellen erhalten, der Preisüberwacher zwei bis drei. Zudem verlangen die Detailhändler eine Verschärfung des Kartellgesetzes. Ein entsprechender Vorschlag wurde Schneider-Ammann übergeben. Der Bundesrat und das Wirtschaftsdepartement könnten die Weko mit einer Untersuchung beauftragen.

Sowohl Preisüberwacher als auch Komsumentenschutz wollen eine obligatorische vereinfachte Verzollung. Dies würde sich für den Konsumenten vor allem beim Online-Shopping im Ausland auswirken, weil er weniger Zollgebühren zahlen müsste. Unterstützung für eine Verschärfung des Kartellgesetzes dürfte Schneider-Ammann von Micheline Calmy-Rey und Justizministerin Simonetta Sommaruga erhalten.

Mit einem zweiten Paket will Schneider-Ammann die Exportindustrie und den Tourismus entlasten. Um zu verhindern, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden und Hotels schliessen müssen, soll der Bundesrat Massnahmen vorbereiten, die in der Herbstsession verabschiedet werden sollen. Dies vor allem, wenn die Geldpolitik der Nationalbank nicht wirken sollte. Von staatlichen Hilfen sollen aber nur die Exportindustrie und der Tourismus profitieren.

FDP-Nationalrat Otto Ineichen schlägt im «Sonntag» vor, dass leidende Firmen die Arbeitgeberbeiträge in die Arbeitslosenversicherung (ALV) nicht mehr einzahlen müssen. Falls diese Massnahme nicht mehrheitsfähig ist, sollen von der Frankenstärke stark getroffene Firmen Beiträge aus der Arbeitslosenkasse erhalten, so Ineichen.

(meg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • maja naef am 14.08.2011 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    ach die Armen

    Franken retten ist wohl der falsche Titel. Der Franken ist stark. Es sind die Exportfirmen die gerettet werden müssen.

  • Justin Credible am 14.08.2011 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    China kann helfen

    Der Euro ist dermassen an die Wand gefahren, dass Europa alleine sich nicht mehr retten kann. Es bleibt die Möglichkeit liquide Staaten wie z.B. China zu überzeugen den Euro mit Stützkäufen zu stärken. Die Schuldenpolitik einiger Europäischen Staaten müssten dann überdacht werden.

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  • Leser am 14.08.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Kombi-Strategie

    Warum koppeln wir nicht die Franken-Stärke an eine begrenzte Einwanderung aus EU-Ländern? Würde doch Sinn machen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Angelo Ries am 02.09.2011 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Finger weg....keine Rettung des Euros

    Irgendwann sollte Schluss sein...ganz Europa retten zu wollen liebe SNB! Steckt die Milliarden in unsere Firmen und Land anstatt wertlose Papiere und Währungen zu kaufen.Dann wissen wir wenigstens wieso unser Land Schulden macht.

  • kunfermann michael am 17.08.2011 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    immer noch überbewertet

    50 rappen für denn dollar und 70 für den euro ...alles andere ist zu hoch und überbewertet. die usa wird niemals ihre schulden in den griff kriegen ...und die eu hat die bücher schöön gemalt....wie in aller welt wollen die einen euro mit über einem fr. rechtfertiegen? ich sage abwerten aber supito...

  • Oliver Halter am 14.08.2011 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Jammeri's

    Es ist unfassbar. Die Grossen Firmen können Druck ausüben wo Sie wollen und finden überall gehör. Die SNB kauft EURO's bis zur Unendlichkeit. Dürfen wir Schweizer den nicht einmal die Möglichkeit haben mit der eigenen Währung zu profitieren? Die, die Jammern sind die Grossen Firmen und die können es sich ja leisten oder nicht? Viele Firmen kaufen die Maschinen im Ausland und was ist das Resultat? Wir brauchen Angestellte damit die Maschinen ausgelastet sind. Diese werden wir jedoch nicht gebrauchen, wenn wir keine Maschinen kaufen!

  • Ruedi Matt am 14.08.2011 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Teil des Spieles

    1970 kostete ein US$ 4.50CHFr. und seither ist der $ und die daran angekoppelten Waeh-rungen konstant so gefallen wie der Gold-preis gestiegen ist. 2011 kostet ein US$ noch knapp 1 CHFr. Nun, wo ist das Problem fuer die Finanzstrategen, das ist ein Teil des Spieles. Der Rest ist auf das Konto der Sinnlosen und Verantwortungslosen Ueber- schuldungspolitik zurueckzufuehren. Wer will das Spielrad rueckwaertsdrehen lassen? Die Schweiz und der konstante Wert des CHFr.

    • Ansichtssache am 14.08.2011 21:11 Report Diesen Beitrag melden

      Abwertung des Dollars und Euro

      Das sehe ich etwa gleich. Es ist nicht der Franken welcher sich aufwerted sondern die andern Währungen welche sich abwerten. Daher sehe ich eine kopplung des Frankens nicht gut.

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  • roland_rohrbach@bluewin.ch am 14.08.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Untergrenze bestimmen für den EURO!

    Das ist wieder gut für die Reichen und schlecht für die Bevölkerung! Sie tricksen und betrügen nur noch, aber viele Menschen glauben ihnen immer noch.