Debatte um Importpreise

12. August 2011 11:58; Akt: 12.08.2011 20:43 Print

Endlich profitiert der Konsument

Seit Wochen fordern Konsumenten wegen der Frankenstärke tiefere Preise - bisher erfolglos. Jetzt reduzieren erste Detailhändler die Preise.

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Denner senkt inmitten der Debatte um die Preise von importierten Waren für etwa 50 Produkte die Preise. Dank der Stärke des Frankens will der Lebensmitteldiscounter Markenprodukte mit 20 Prozent tieferen Preisen in die Regale stellen, wie er am Freitag mitteilte.

Der Detailhändler Spar senkt seinerseits die Preise bei Eigenmarken, und Coop, die Nummer 2 des Schweizer Detailhandels, kündigte ebenfalls einen Preisabschlag von durchschnittlich 9 Prozent auf 177 Artikeln an.

Die Preissenkungen stehen allerdings mehr im Zusammenhang mit dem harten Preiskampf im Schweizer Detailhandel als mit der Weitergabe von günstigeren Importpreisen. So teilte Denner mit, dass die Preissenkungen teilweise auf Währungsvorteilen berechnen, teilweise aber auch auf eigene Rechnung gehen.

Mit den Preissenkungen will der Discounter im Besitz der Migros seinerseits Druck auf Markenkonzerne und Importeure ausüben, welche Währungsvorteile nicht weitergeben. Auch Coop finanziert die Preisabschläge nach eigenen Angaben mit Effizienzsteigerungen und dem Verzicht auf einen Teil der Marge.

Von ihren multinationalen Lieferanten erwarte man aber, dass auch diese ihre Währungsgewinne umgehend weitergeben, schrieb Coop in einer Mitteilung vom Freitag weiter.

Spar senkt Preise von Eigenmarken

Der Detailhändler Spar sieht sich mit seinen 2,5 Prozent Marktanteil in der Schweiz nicht in der Lage, bei der politischen Diskussion um die Importpreise gross mitzumischen. Wie Spar-Chef Stefan Leuthold in einem am Freitag publizierten Interview mit dem «Blick» erklärte, sollen dies «die Grossen» machen. Damit meinte er Coop und Migros.

Auch Spar werde jedoch bei verschiedenen Eigenmarken die Preise senken. Dies sei möglich, weil die betreffenden Produkte im europäischen Verbund der Spar-Gruppe eingekauft würden und damit die Wechselkurse weitergegeben werden könnten. Bei allen Produkten, wo ein Importeur involviert ist, seien Spar jedoch die Hände gebunden.


Starker Franken: Es kommt Bewegung in die Detailhandelspreise.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • micey am 12.08.2011 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zu teuer...

    Sie werden sicher nur die produkte anpassen wo sie am meisten verdienen. Vanish in D=3.50 in der CH ca. 15CHF, usw.... Die sollten lieber auf ALLES 50% machen..

    einklappen einklappen
  • Der Einkäufer am 12.08.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Anschluss verpasst

    Zu spät....

  • Andy am 12.08.2011 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Bullshit

    "...einen Teil der Preissenkungen trage Denner auch selbst..." Bullshit! Die Differenz zu den "alten" und den "neuen", tieferen Einkaufspreisen für die Detailhändler trug bissher einzig der Kunde. Wenn die Preise jetzt gesenkt werden kostet das Denner nichts, sie verdienen einfach soviel wie vorher, und nicht 20% mehr wegen dem tiefen Euro. Jetzt tun sie natürlich als ob sie auf ihre Kosten die Preise senken zum wohl von uns Kunden. Ich kauf mit sehr sehr gutem Gewissen im nahen Deutschland ein. Die Verluste durch weniger Kunden machten die Detailhändler locker durch höhere Gewinnmargen rein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • F.B. aus Bern am 15.08.2011 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    Esprit Kleider

    Etwas stimmt einfach nicht in unserem Preissystem. Ich war am Wochenende in Freiburg im Breisgau, und habe mir Esprit Kleider gekauft. Die Gesammten Einsparnisse waren CHF. 400.--!!!! Es kann einfach nicht sein, dass ich in DE für ein paar Esprit Schuhe 112.-- Euro zahle und darunter der Preis in CHF 219.--!!!! angegeben ist! das wäre dann das doppelte!!! Die Preise müssen sofort angepasst werden!

  • stefan am 12.08.2011 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    ämters mühlen mahlen langsam

    bravo und wo bleibt der rest,auto,elektro,migro,coop etc.

  • Diego am 12.08.2011 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Importeure

    dann müsste man einfach hingehen und die Preise neu Verhandeln! Da sich die Marktsituation Grundlegend verändert hat! Da Ihr aber nicht alle mitzieht, sondern auch noch ein Stück vom Währungskuchen wollt, selbstverständlich auf dem Rücken der treuen Kunden... werde ihr warscheinlich nichts unternehmen und weiterhin auf die Lieferverträge verweisen!

  • Brututs am 12.08.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Druck machen, Handel anstreben

    Konsumenten macht Druck! Verweigert Euch! Die wirklich wahre Macht haben wir - und nicht die Politiker. Nützt das Internet, kauft dort ein, wo es am günstigsten ist. Lasst euch nicht mit Brosamen abspeisen. Hatte letzthin die Wahl zwischen in CH oder DE einzukaufen. Die Möbel waren in DE 38% billiger (geliefert). Habe mit den CH gesprochen und siehe da, der Preis kam um 25% herunter - und ich habe die CH Offerte akzeptiert!

  • Lena F am 12.08.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahre nie mehr zur Migros oder Coop!

    Mir hat Lörrach und Freiburg so gut gefallen, dass ich auch bei höherem Frankenkurs dort einkaufe. Übrigens sucht man in der Schweiz vergeblich einen riesen Hypermarkt wie Kaufland (wo es viel mehr Auswahl gibt) oder eine super Drogeriekette wie DM! Das Personal ist sogar freundlicher, weil sie die Schweizer Kunden schätzen. Es lohnt sich sogar eine Fahrt ins schöne Freiburg (Baden), da gibt es noch viel mehr Auswahl und das Städtchen und das Münster ist wunderschön! Mein Tipp: Dt. Prospekte Online anschauen und dann Aktionen kaufen!

    • Anton am 13.08.2011 00:34 Report Diesen Beitrag melden

      Genau!

      Genau mach ich auch so. Wer kauft denn bei dem Kurs noch in der CH ein?

    • remigius weber am 14.08.2011 22:58 Report Diesen Beitrag melden

      inoffizielle sehenswürdigkeiten

      in freiburg i/br. hat migros eine käseabteilung, wie ich sie in der schweiz noch nicht gesehen habe. für mich eine sehenswürdigkeit. und der markt mit preisen, von denen basler nur träumen können.

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