Giroguthaben ausgedehnt

03. August 2011 09:05; Akt: 04.08.2011 10:55 Print

SNB stemmt sich gegen starken Franken

Die Nationalbank strebt ab sofort einen Dreimonats-Libor knapp über null an. Zudem wird sie die Liquidität am Geldmarkt massiv erhöhen. Der Eurokurs ist bereits angestiegen.

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Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand greift ein (Bild: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

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Jetzt reicht es der Schweizer Nationalbank: Die gegenwärtige Frankenstärke bedrohe die Wirtschaftsentwicklung und erhöhe die Abwärtsrisiken für die Preisstabilität in der Schweiz, schreibt die SNB in einer Mitteilung. Die «fortwährende Verschärfung der geldpolitischen Rahmenbedingungen» könnten nicht tatenlos hingenommen werden.

Die Nationalbank strebt daher ab sofort einen Dreimonats-Libor so nahe bei null wie möglich an und verengt das Zielband für den Dreimonats-Libor von 0-0,75% auf 0-0,25%. Gleichzeitig will sie die Liquidität am Franken-Geldmarkt massiv erhöhen. Sie beabsichtigt, die Giroguthaben der Banken bei der SNB von derzeit rund 30 Milliarden auf 80 Milliarden Franken auszudehnen. Mit sofortiger Wirkung wird die SNB darum auslaufende Repos und SNB Bills nicht mehr erneuern und ausstehende SNB Bills zurückkaufen, bis der angestrebte Girobestand erreicht ist.

Seit der letzten vierteljährlichen Lagebeurteilung der SNB hätten sich die globalen Wirtschaftsaussichten und auch die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft eingetrübt, heisst es in der Mitteilung weiter. Bei Bedarf werde es zu weiteren Massnahmen gegen den starken Franken kommen.

(mlu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Häsler David am 03.08.2011 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Tropfen auf dem heissen Stein

    Was nützt dies? Der Schweizer-Franken ist in den letzten 3 Monaten stärker gestiegen als der Goldpreis. Dies hat diverse Investoren angelockt und die wird man nicht so eifach los. Der Schweizerfranken wird sich schlussendlich bei 1:1 einpendlen.

  • Kopfschüttel am 03.08.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Heitere Gelassenheit...

    Mit solchen Massnhamen den Franken nachhaltig stärken zu wollen, wird wohl eher nicht aufgehen. Die Krisen im EUro Raum wie auch die in den USA werden noch immer gewaltig unterschätzt.

  • S.G. am 03.08.2011 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Dreimonats-Was????

    Wie wär's mit einer Erklärung in Deutsch zu diesen Begriffen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra G. am 04.08.2011 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Punkt gebracht

    Treffend brachte Prof. Geiger im 10vor10 die Intervention der SNB auf den Punkt: "es ist als würde man eine Tasse Wasser in den Zürichsee giessen und danach fährt man nach Wettingen, um zu schauen, ob deswegen mehr Strom produziert wurde."

  • 807687 am 04.08.2011 02:32 Report Diesen Beitrag melden

    Klar doch, wenn nichts mehr geht, ...

    ...wird einfach Geld gedruckt! Noch nie was von antizyklischem Verhalten gehört! Das wird sich rächen, vielleicht nicht heute oder morgen, aber eventuell schon übermorgen. Beim sehe ich jedenfalls keine Entspannung, und auch beim Dollar nicht (4.8.2011, 2.32h).

  • dr.dieter am 04.08.2011 02:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ob das gut ist?

    Das wird wohl ne kleine Inflation geben. Preise werden noch viel mehr steigen, Lohnanpassungen hinken hintendrein, ein häufiges Szenarion. p.s Der Schweizer Franken ist gar nicht gestiegen, nur der Euro gesunken auch im Vergleich zu anderen zahlreichen Währungen.

  • Ramon Walther am 04.08.2011 01:40 Report Diesen Beitrag melden

    Franken stark durch Euro Inflation.

    Es ist ein Witz, da wird in den USA und China Geld gedruckt wie verrückt. Der Euro ist am untergehen. Der Franken als solches ist nicht stärker als früher. Durch die Inflationen der anderen Währungen ist einfach der Franken stabil gebliben. Es ist eher noch ein Warten darauf bis uns eine Weltweite Hyperinflation ins Haus schneit.

  • Roland am 03.08.2011 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Spekulanten werden ihe Freude haben

    dass Geld locker gemacht wird, damit weiter gewettet werden kann.

    • Edgar am 04.08.2011 19:56 Report Diesen Beitrag melden

      Doppelmoral

      Ja das ist der Preis für die Doppelmoral. CS und UBS haben sehr viel Geld azsländischer Kunden. Diese "traden" über ein Konto der Schweiz, steigen die Kurse sinkt der Franken, umgekehrt flüchten diese zurück in den "sicheren Hafen" eben die Schweiz. So ist es eigentlich ganz einfach, gute Stimmung an der Börse, das Geld verlässt die Schweiz und umgekehrt ! Solange man die beiden Grossbanken nicht an die Leine nimmt, hat die SNB keine Chance, leider.

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