Caracas

28. Juli 2014 17:29; Akt: 28.07.2014 17:34 Print

Passagiere müssen für saubere Luft zahlen

In Venezuela müssen Passagiere des Flughafens Simón Bolívar das Portemonnaie zücken, um frische Luft zu atmen. Damit will der Flughafen eine teure Klimaanlage abzahlen.

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20 Franken für saubere Luft: Der Flughafen Simon Bolivar in Venezuela (Bild: Keystone/AP/Alan Diaz)

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Frische Luft zu atmen ist keine Selbstverständlichkeit – zumindest nicht in Venezuela. Dort werden Passagiere des Flughafens Simón Bolívar seit dem 1. Juli zur Kasse gebeten: 127 venezolanische Bolívar (rund 20 Franken) müssen Reisende für das Recht auf frische Luft berappen.

Der Flughafen in Maiquetía, in der Nähe von Caracas, rechtfertigt die Steuer damit, dass eine neu installierte Belüftungsanlage Bakterien eliminiere und so die Reisenden schone. Dank einer speziellen Ozon-Technologie schone sie zudem auch noch die Umwelt und verströme einen angenehmen Duft im Gebäude. Es sei der erste Flughafen im südamerikanischen und karibischen Raum, der diese neuartige Technologie einsetze, brüstet sich der Flughafen in einer Mitteilung.

Sämtliche Passagiere, die vom grössten Flughafen Venezuelas abheben, sind gezwungen, die rund 20 Franken zu bezahlen. Mit der Massnahme will der Flughafen nach eigenen Angaben die neu installierte Belüftung finanzieren.

Unverständnis und Wut

In Venezuela sorgt die neue Steuer für Unmut. Weil das Land in einer finanziellen Krise steckt, sind Flugtickets für die Bevölkerung kaum bezahlbar. Besonders auf Twitter regt sich Widerstand:

«Im Flughafen von Maiquetía atmet man keine frische Luft, sondern Zorn und Frust», schreibt Twitter-Nutzer Claudio Nazoa.


Junior Roach schreib auf dem Kurznachrichtendienst: «In Maiquetía zahlt man nun schon für frische Luft. In dieser Welt leben wir.»


Radiomoderator Daniel Martínez schreibt auf Twitter: «Kann mir jemand das Ozon-Ding in Maiquetía erklären? In den Toiletten ist kein Wasser, die Klimaanlage ist kaputt, im Flughafen laufen herrenlose Hunde herum, aber sie haben Ozon?»

(cho)