Von BMW abgeschaut

10. Juni 2013 08:02; Akt: 10.06.2013 08:02 Print

Boeing spritzt seine Flügel neu mit Robotern

Flugzeugkonstruktion ist viel Handarbeit. Für seine 777-Reihe, die auch Swiss anschafft, setzt Boeing neuerdings Spritzroboter ein. Wofür Arbeiter Stunden brauchten, schaffen die in 45 Minuten.

45 Minuten statt 4,5 Stunden: Die neuen Spritzroboter von Boeing. (Video: Boeing)

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Ab 2016 wird Swiss ihre Langstreckenflotte mit Flugzeugen vom Typ Boeing 777-300 ER ergänzen. Der amerikanische Konstrukteur hat die Produktionskapazität seines Verkaufsschlagers Triple Seven kürzlich auf 100 Stück pro Jahr erhöht. In diesem Zusammenhang musste unter anderem eine Barriere überwunden werden: Die aufwändige Lackierung der Tragflächen. Bisher geschah dies in Handarbeit. Seit Februar übernehmen Roboter diese Arbeit.

Früher waren laut Boeing 35 bis 40 Arbeiter in vier Kabinen und jede Menge Kräne nötig. Die brauchten pro Farbschicht 4.5 Stunden. Die neuen Roboter schaffen es in 45 Minuten. Nicht nur schneller, sondern auch genauer. Und da zwei Lackierpistolen gleichzeitig unterschiedliche Lacke in unterschiedlicher Dicke auftragen können, resultiert ein qualitativ besserer Belag. Dieser muss einerseits extrem resistent aber wegen des Treibstoffverbrauchs des Flugzeugs auch möglichst leicht sein.

Boeing bringt mit dem Spritzroboter eine Technologie in die Flugzeugkonstruktion, die bei Autos schon lange angewendet wird. Seine Ingenieure liessen sich denn auch von einem Besuch bei BMW im vergangenen Jahr inspirieren. Allerdings sind der Automatisierung Grenzen gesetzt: «Wir werden nie den Automatisierungsgrad von 95 Prozent der Autobranche erreichen», sagte Jason Clark, Chefkonstrukteur der 777-Reihe, gegenüber «Seattle Times». «Bei uns ist 90 Prozent Handarbeit.»

(kri)