Das Rennen des Jahres

13. Januar 2012 14:18; Akt: 13.01.2012 14:47 Print

Eine Heli-Armada schwirrt ums Lauberhorn

von Adrian Müller - Im Minutentakt fliegen Dutzende Helikopter Skifans ins Lauberhorngebiet in Wengen. Das Rennen des Jahres sorgt für massiven Lärm. Für die Gemeinde heisst das Motto: Ohren zu und durch.

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Während der Lauberhornabfahrt geht es im Startgebiet zu und her wie in einem Bienennest: Nur, dass statt Insekten Helikopter herumschwirren. Alleine die Air Glacier und BOHAG-Helikopter AG befördern mit bis 32 Maschinen Material und Skifans im Minutentakt aufs Lauberhorn und den Männlichen: «Wir fliegen alleine am Samstag gut 1000 Passagiere hinauf», sagt Christian von Allmen, Einsatzleiter der Air Glacier, zu 20 Minuten Online. 90 Prozent davon seien Schweizer. Ein gutes Geschäft: Der kurze Flug kostet pro Person von Lauterbrunnen aus 130 Franken, von Interlaken mit der BOHAG 240 Franken.

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Die Heli-Armada steuert aus der ganzen Schweiz auf das Lauberhorn zu: Air Grischa fliegt am Freitag und Samstag mit 8 Hubschraubern gut 50 Skifans für 780 Franken vom Bündnerland ins Jungfraugebiet und zurück. «Auch für die Piloten ist dies ein absolutes Highlight. Man muss aber sehr aufmerksam fliegen, um nicht anderen Helis in die Quere zu kommen», sagt Geschäftsführer Andreas Meier. Die Schweizer Armee ist übrigens am Einsatz nur am Rande beteiligt.

Mobiler Tower sorgt für Ordnung

Damit es nicht zum grossen Heli-Chaos kommt, wird am Lauberhorn eigens ein mobiler Kontrollturm eingerichtet: «Position Hundschopf, warte auf Landeerlaubnis für Platz 1», tönt es aus dem Funkgerät. Dank der guten Organisation und Disziplin der Piloten hat es in der jüngeren Geschichte noch nie einen Heli-Unfall am Lauberhorn gegeben.

Gegen ein Problem kommt allerdings die beste Technik nicht an: «Der Flugbetrieb ist extrem wetterabhängig. Wir sind noch am Zittern, am Samstag könnte uns einmal mehr eine einzige Nebelbank zum Verhängnis werden», so Daniel Sulzer von der BOHAG. Dann würde der Nebel nicht nur die Rennfahrer, sondern auch die Heli-Armada stoppen.

Ausnahmezustand in jedem Sinne

Manche Bewohner des Lauterbrunnentals würde es kaum stören, wenn die Helis mal einen Tag verstummen würden. «Das Lauberhornrennen ist für die Region extrem wichtig, bedeutet für uns einen Ausnahmezustand in jedem Sinne. Dazu gehört leider auch der massive Helikopterlärm», sagt Anton Graf, Gemeindeschreiber von Lauterbrunnen. Dieser würde während der Renntage aber von der Bevölkerung weitgehend akzeptiert. «Was viel mehr stört, sind die stets zunehmenden Sightseeing-Flüge während des ganzen Jahres.»

Bleibt das Wetter gut, können sich die Flugunternehmen also die Hände reiben. Und kommt es gar zu einem Schweizer Sieg, geraten nicht nur die Fans aus dem Häuschen. «Aus Erfahrung wissen wir: Wenn ein Schweizer das Rennen gewinnt, buchen viele Fans vor lauter Freude gleich noch den Rückflug mit dem Heli», sagt Sulzer. So oder so steigt der Lauberhorn-Sieger in den Heli: Als «Zückerli» erhält er vor der Siegerehrung einen Rundflug über das Jungfrau-Massiv geschenkt.



Die Helis starten in Lauterbrunnen im Minutentakt. Ein Video zeigt den Ritt aufs Lauberhorn (Quelle: Youtube).

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heli am 14.01.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn = Viele Leute

    Wenn man mit der Bahn fährt ist es kaum möglich nach ganz oben zu kommen, da der Ansturm der Leute extrem ist. Jeder der schon mal da war weiss dies. Mit dem Heli kann schnell und einfach von unten nach oben geflogen werden.

  • Titanus am 13.01.2012 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hä? Wo it das Problem?

    Dieser Lärm bringt Arbeitsplätze und Moneten ins Dorf.

  • Laura Muster am 13.01.2012 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    schön

    Gutes Training füt die Helipiloten und sicher spannend den Helikoptern als Zuschauer zuzusehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • animalfan am 14.01.2012 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Die armen Tiere!

    Hoffentlich haben sie die Tiere vorgewarnt!

    • Müller Daniel am 16.01.2012 14:45 Report Diesen Beitrag melden

      Die Armen Tiere...

      Stimmt, die Armen Tiere. Nur erschrecken diese wegen der Helikopter und der Kampfjets weniger als im Sommer wegen der Faltgeräusche der Gleitschirme und der kreischenden Tandem-Passagiere. Ganz zu schweigen vom "Ghüder", der die zahlreichen, mit dem Zug angereisten Gäste in der Region liegen gelassen haben... Umwelt- und Tierschutz ist völlig okay. Doch sowohl bei den Tierschützern wie auch bei allen anderen fehlt manchmal die Verhältnismässigkeit... Leisten wir doch alle unseren Beitrag und schaut mal jeder für sich, dann wäre auf dieser Welt genug "geschaut"!

    • Pamela Blocher am 16.01.2012 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      @ Herr Müller

      Im Allgemeinen stimme ich Ihnen zu, aber es ist ein Unterschied, ob die Tiere im Sommer oder im Winter erschreckt werden. Im Sommer kann der Energieaufwand für die Flucht durch mehr Nahrung ausgeglichen werden, im Winter zehren viele Tiere von ihrem Energiespeicher in Form von Fett. Das Nahrungsangebot ist knapper, der Energieaufwand für die Flucht kann nicht ausgeglichen werden.

    • Pamela Blocher am 16.01.2012 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      was ich noch vergessen habe:

      Warum soll eigenlich der Ghüder der liegengelassen wird nur von Zugreisenden stammen? Ich meinerseits reise mit dem Zug und nehme nicht nur meinen Müll sondern auch noch den von anderen wieder mit nach Hause...

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  • Heli am 14.01.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Bahn = Viele Leute

    Wenn man mit der Bahn fährt ist es kaum möglich nach ganz oben zu kommen, da der Ansturm der Leute extrem ist. Jeder der schon mal da war weiss dies. Mit dem Heli kann schnell und einfach von unten nach oben geflogen werden.

  • Samuel Strässler am 14.01.2012 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Sport ist ein Freipass

    Absoluter Schwachsinn, jeder jammert wegen CO2 und dergleichen. Wenn ein Heli aber gut 800 mal mehr CO2 pro Passagier und Kilometer in die Luft bläst als ein Auto ist alles in Ordnung. Wenn es um Sport geht, ist alles erlaubt. Man müsste auch mal den ökologischen Footprint dieses Events berechnen, ein Grüner würde sich wohl übergeben müssen.

    • MArkus Boll am 15.01.2012 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      kleinlich

      Es Handelt sich um 50 Personen plus Widmer Schlumpf. Diese leute Fliegen nicht jeden Tag, und jeden Spass zu verbieten kann es ja nicht sein.

    • martin Duss am 15.01.2012 18:35 Report Diesen Beitrag melden

      Ach komm

      Das CO2 ist zum Lieblingswort der "Grünen" mutiert. Die schweizer Helikopterindustrie hat Touristik und Lebensqualität in den schweizer Bergregionen massgeblich beeinflusst. Ein paar Helikopter machen das Ozonloch auch nicht grösser.

    • Carmen Kunz am 16.01.2012 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      @ Herr Boll

      Und warum muss Spass unbedingt zu Lasten der Natur gehen? Die Bergregionen kann man auch anders unterstützen, zum Beispiel indem man Ferien in den Bergen statt auf einem anderen Kontinent macht oder die teureren Produkte aus Bergregionen kauft.. Und zu Herrn Duss: Es sind die FCKW's die am Ozonabbau massgeblich beteiligt sind, nicht CO2.. Aber das ist wohl nur ein Detail, geben wir uns lieber der Illusion hin, dass ein System (zum Beispiel die Wirtschaft) ohne Rücksicht auf einschränkende Randbedingungen (Boden, Luft, Wasser) unendlich wachsen wird...

    • whirly girl am 16.01.2012 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      zahlen, zahlen.....

      Der anteil des CO2-ausstosses der gesamten heli-flotte der Schweiz am jährliche gesamt-CO2-ausstoss beträgt übrigens genau 0.1%, also bitte etwas vorsicht mit zahlen....

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  • U.Wild am 13.01.2012 23:14 Report Diesen Beitrag melden

    Luft

    Überall Luftreinhalteverortnungen und was ist den das?

  • PETER ENIS am 13.01.2012 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Infos?

    Kann mich jemand aufklären wieso mit dem Helikopter?

    • Thomas Hinz am 13.01.2012 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Autofrei

      Ich glaube Wengen ist nur mit der Bahn, zu Fuss oder eben mit dem Heli erreichbar...

    • Heli Kopter am 13.01.2012 18:36 Report Diesen Beitrag melden

      Deshalb

      Weil es in Wengen keine Landepiste für Flächenflugzeuge hat.

    • Peter Binder am 13.01.2012 19:53 Report Diesen Beitrag melden

      ....darum

      ... weils mit dem Dampfschiff etwas schwierig ist!

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