Visa-Schikane

26. Februar 2012 12:55; Akt: 26.02.2012 17:27 Print

USA bestellen Swiss-Piloten in Botschaft

2000 Flugbegleiter und Piloten müssen für die Erteilung des US-Visums persönlich in Bern antraben. Dies kostet die Swiss viel Geld. Politiker fordern deshalb, dass sich der Bundesrat einschaltet.

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Viele Swiss-Mitarbeiter kommen sich vor wie Verbrecher: Die USA beordern alle Piloten und Flugbegleiter nach Bern, welche ihr US-Visum erneuern müssen. In der einem Hochsicherheitstrakt ähnelnden Botschaft im Monbijouquartier müssen sie persönlich vorsprechen und danach ihre Fingerabdrücke nehmen lassen. «Man darf da kein Handy und kein Buch reinnehmen, rein gar nichts auf sich tragen und muss ständig unangenehme Fragen beantworten», sagt eine Stewardess dem «Sonntag».

Das komplizierte Prozedere beschert der Swiss horrende Kosten. Konkret muss die Airline nämlich jedem Crewmitglied für die Reise nach Bern einen freien Tag, das Zugbillet und die Visagebühren von 126 Franken bezahlen. Zurzeit müssen rund 2000 langjährige Swiss-Mitarbeiter ihr 10 Jahre gültiges Visum erneuern, welches noch aus Zeiten der Swissair stammt. Die Zeitung schätzt den Aufwand für die Swiss auf über eine Million Franken. Die Visa-Schikane der USA steht im Zusammenhang mit verschärften Einreisebestimmungenbestimmungen nach dem 11. September 2001.

USA schlimmer als China und Indien

Die USA sind laut «Sonntag» das einzige Land der Welt, das vom fliegenden Personal der Swiss für ein Visum eine persönliche Vorsprache verlangt. Sonst müssen sich die Piloten und Stewardessen der Schweizer Airline nicht um Visa kümmern und können selbst in die für ihre Bürokratie berüchtigten Staaten wie China und Indien problemlos einreisen.

Die Schikanen der Amerikaner rufen die Politiker auf den Plan: CVP-Präsident Christophe Darbellay fordert gar, dass sich Bundesrat Didier Burkhalter einschaltet. «Man hat das Gefühl, die USA versuchen weltweit einen Polizeistaat aufzubauen.»

Die US-Botschaft gelobt derweil Besserung: So wolle man Antragsstellern nach Ablauf des Visums eine Erneuerung ohne persönliches Vorsprechen ermöglichen, so ein Sprecher. Die Swiss will sich nicht aus dem Fenster lehnen und unterstreicht, dass die Swiss beim Visa-Prozess mit den US-Behörden «in sehr gutem Einvernehmen» zusammenarbeite.

(am)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Ich bin während 33 Jahren als Besatzungsmitglied regelmässig in die USA geflogen. Dabei habe ich mitbekommen, wie ich als vorerst willkommener Gast so langsam aber sicher zum Risikofaktor degradiert wurde. Hatte ein Steward ein etwas fernöstliches Aussehen, kam es mehrfach vor, dass dieses Crew-Mitglied separiert und dann stundenlang verhört wurde. Ohne Grund - nur aus reiner Willkür. Ebenfalls aus Willkür wurde mir die Einreise verweigert. Begründung: mein Pass sei nicht gültig. Dabei hatte ich Dutzende von Einreisestempeln der USA darin! – Nadel Stich

Nur 37% der US Bürger besitzen einen Passport, die restlichen 63% wissen kaum etwas vom Ausland..... würde man Statistiken erhalten über wieviele Beamten einen Passport besitzen, die Antwort würde erklären wer und warum solche fragwürdigen Visa Massnahmen getroffen werden. – Thomas Blättler

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manuel Zumbrunn am 26.02.2012 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder ein möglicher Terrorist

    Bei dem was sich die USA in der Vergangenheit alles geleistet hat, müssen sie immer vorsichtiger sein und angst vor fast allem haben. Nur weiter so...

  • Traveller am 26.02.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    USA Gebhabe

    Ganz einfach. dieses Land einfach rechts liegen lassen. Die wenigen guten Aspekte der USA gibt es ja glücklicherweise auch anderso (Casinos in Macau, Strände in Thailand, Wolkenkratzer in Singapore etc.). Leider haben die Amis immer noch nicht festgestellt, dass sie auf dem absteigenden Trend sind.....

  • Somboon Saleoff am 27.02.2012 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Spiel der Macht. 

    Die Amis spieln doch nur das älteste Spiel der Menschheit: "Macht" Warum sonst wird ein zivilisiertes Staat wie die Schweiz so genötigt. Und was tun wir? Wir krichen! Nein. Es Lohn sich schlicht nicht mit einer heruntergekommenen demokratischen Diktatur zu streiten. Das spilen ist auch für die USA eines Tages zu Ende.

Die neusten Leser-Kommentare

  • CH-Bürger am 27.02.2012 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?!

    Ich finde es toll wie der schweizer denkt er sei was besseres und müsse sich den einreisebestimmungen anderer länder nicht beugen... Leute, wenn es euch nicht passt, dann geht nicht in die usa, boykottiert vonmiraus alles was mit den usa zu tun hat etc! Aber hört auf zu meinen die usa sei eingebildet oder weis ich was! Die schauen halt einfach auf ihre sicherheit und halten das halt einfach für nötig!

  • Somboon Saleoff am 27.02.2012 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Spiel der Macht. 

    Die Amis spieln doch nur das älteste Spiel der Menschheit: "Macht" Warum sonst wird ein zivilisiertes Staat wie die Schweiz so genötigt. Und was tun wir? Wir krichen! Nein. Es Lohn sich schlicht nicht mit einer heruntergekommenen demokratischen Diktatur zu streiten. Das spilen ist auch für die USA eines Tages zu Ende.

  • Daniel Ziegler am 26.02.2012 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "Freedom"

    Die USA hebt den Begriff "Freiheit" bei jeder Möglichkeit als einen ihrer grossen Tugenden hervor. Wer das Land schon mal bereist hat (und sei es nur als Transit-Gast auf irgend einem US-Kaff-Flughafen) der weiss, dass dies im Vergleich zu Europa eine schon fast ironische Selbstüberschätzung ist. So langsam reicht' s mir mit diesem ständigen Kontrollwahn der USA. Werde wohl meine nächste Reise auf Südamerika umplanen (wobei ich ja ab dem 8. März auch darauf achten muss, dass ich nicht mal über den amerikanischen Luftraum fliege). Darum: Gleiches Verfahren für alle US-Reisenden hierzulande!

  • Paolo Biaggini am 26.02.2012 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witklich so schlimm?

    Also, wenn ich das richtig verstanden habe, müssen die Piloten ihr visum in Bern beantragen, aber das erstmals seit 10 Jahren, und erst wieder in 10 Jahre. Ist das nun wirklich sooo schlimm? Es geht hier ja um ein Visum, also nicht ein touristischer Aufenthalt. Klar könnte einfacher gemacht werden, das Visum könnts aber auch alle paar Jahre wieder verlängert werden müssen. Also regt euch mal wieder ab. Heutzutage ist die USA wies scheint an allem schuld.

    • Swiss am 27.02.2012 06:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      what?

      Die USA führt sich arrogant auf - langsam reichts! Man darf dies in meinen Augen nicht eifach so herunterspielen - die Banken mûssen den Staaten Milliarden zahlen für deren Aufbesserung des Defizits. Was für ein Kniefall!

    einklappen einklappen
  • Georg am 26.02.2012 17:39 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frechheit der USA gegenüber uns

    Ich finde das einen weiteren Schlag unter die Gürtellinie von den USA. Sollen wir uns das noch länger gefallen lassen? Unser BR soll endlich mal eine STRATEGIE ausdenken, wie Blocher es tun würde, bei der man den USA auch einen effektiven Schlag verpassen könnte. Aber Weicheiern kann man das nicht erklären, die weichen ja nur aus.