Wer wird neuer UBS-Chef?

25. September 2011 22:38; Akt: 25.09.2011 22:46 Print

«Bin nicht unglücklich über Grübels Rücktritt»

von Valeska Blank - Nikolaus Senn, Ehrenpräsident der UBS, wünscht sich einen Schweizer als neuen UBS-Chef.

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Herr Senn, war Oswald Grübels Rücktritt der richtige Schritt?
Nikolaus Senn:
Ich bin nicht unglücklich darüber. Bei einem solchen Schaden wäre ich auch zurückgetreten. Ob es richtig war, hängt aber davon ab, wie sich Grübels Nachfolger bewähren wird.


Ist Übergangschef Sergio Ermotti gut genug, um definitiv neuer UBS-CEO zu werden?
Er macht einen guten Eindruck. Ich würde es begrüssen, wenn wieder ein Schweizer an der Bankspitze stehen würde.

Was muss der Nachfolger besser machen als Grübel?
Die Risikokontrolle darf nicht nur übers Papier erfolgen, sondern über direkte Kontakte. Ein Chef muss seine Leute doch persönlich kennen. Vielleicht hätte sich so das 2,3-Milliarden-Debakel in London verhindern lassen.

Sind persönliche Kontakte als Patentrezept nicht zu wenig?
Natürlich braucht es eine funktionierende Regulierung. Aber das Übel liegt meist tiefer: Manager stellen nicht mehr das Wohl ihres Unternehmens ins Zentrum, sondern ihren Verdienst und ihr Prestige.

Fordern Sie also, dass auch UBS-Präsident Kaspar Villiger seinen Stuhl räumt?
Das muss er nicht sofort. Aber es wäre sinnvoll, wenn er seinem designierten Nachfolger Axel Weber das Verwaltungsratspräsidium früher abgeben würde und nicht erst wie geplant im Jahr 2013.

Wo sehen Sie die Zukunft der UBS-Investmentbank?
Die Investmentbanker sollten sich auf die Beratung von institutionellen Kunden konzentrieren und weniger auf den Eigenhandel mit Aktien-Spekulationen.