Neuer UBS-CEO

29. September 2011 10:55; Akt: 29.09.2011 12:24 Print

Investmentbank soll weniger Risiken eingehen

Sergio Ermotti, der neue Interims-Chef der UBS, hat sich zum ersten Mal zur Strategie der Grossbank geäussert. Grundsätzlich will er am bewährten Modell mit einem integrierten Investmentbanking festhalten.

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Sergio Ermotti tritt im September 2011 die Nachfolge des zurückgetretenen Ex-UBS-CEO Oswald Grübel an. (Bild: Keystone)

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Der am Wochenende überraschend ins Amt gekommene neue Konzernchef der UBS will das Investmentbanking verkleinern und kundenorientierter machen. Das geht aus einer internen Mitteilung an die Mitarbeitenden hervor.

Die Investmentbank sei in vielen Bereichen ein führender Anbieter und wichtig für private wie auch für Firmenkunden und institutionelle Kunden, so Sergio Ermotti in einem Brief an die Mitarbeiter, welcher der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

Die UBS werde weiterhin in ihre Kernkompetenzen investieren. Die Investmentbank werde aber insgesamt weniger komplex sein und weniger Risiken eingehen sowie weniger Kapital beanspruchen, schrieb er weiter. Ermotti war am Samstag zum Interims-Konzernchef ernannt worden, nachdem sein Vorgänger Oswald Grübel wegen des Handelsskandals in London zurückgetreten war.

Analysten fordern von der Bank, das kapitalintensive Handelsgeschäft mit Festzinsanlagen, Devisen und Rohstoffen (FICC) zurückzufahren und sich aus dem Handel auf eigene Rechnung zu verabschieden.

Ethos verlangt Abtrennung

Der einflussreiche Schweizer Aktionärsvertreter Ethos verlangt eine Abtrennung des Investmentbanking. Die UBS werde an dem Modell der integrierten Bank festhalten, bei dem sich Wealth Management, Investmentbank und Asset Management sowie das Schweizer Geschäft gegenseitig ergänzen, erklärte Ermotti.

Neben den strategischen Plänen, deren Einzelheiten Mitte November vorgelegt werden sollen, gehe es darum, die Untersuchung des Londoner Vorfalls zum Abschluss zu bringen. Sobald Klarheit bestehe, würden die notwendigen Korrekturen umgesetzt, schrieb der UBS-Chef weiter. Ein inzwischen festgenommener Händler hatte der UBS einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar eingebrockt und damit Zweifel am Risiko-Management der Bank aufkommen lassen.

Dass er lediglich für die nächsten Monate als Interims-Chef eingesetzt wurde, soll den 51 Jahre alten Banker nicht bremsen. Der Verwaltungsrat habe ihm die volle Verantwortung als CEO der Gruppe übertragen, erklärte er. «Und ich habe vor, meine Befugnisse vollumfänglich zu nutzen».

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • monika am 29.09.2011 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    UBS Märchen

    Es war einmal... so fangen alle UBS Märchen an. Es gibt da sogar ein paar Leute, die dies alles glauben. ...und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heut

  • Walter Kuhn am 29.09.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bewährte Kapitalvernichtung

    Die Bewährung des Investmentbanking für Schweizerbanken liegt darin, dass regelmässig anscheinend überschüssiges Kapital vernichtet wird, das nicht so an die Aktionäre zurückbezahlt werden konnte. Regelmässige Ausbrüche von Grössenwahn und Überforderung bei der Überwachung von drei grundverschiedenen Geschäften (Geschäftsbank, Vermögensverwaltung, Investment Banking) werden es wohl in weniger als 10 Jahren wieder richten. Aus eigener Vernunft werden die sich nie vom vom Investment Banking trennen, das eher spekulativer Hedge Fund denn Bank ist , der Staat muss das Trennbankensystem einführen.

  • wahrheitssucher am 29.09.2011 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es war einmal...!

    Der Mensch möchte sein Leben so schön wie möglich gestalten. Deshalb stellt er Dinge her, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. (Die Wirtschaft ist geboren) Die Wirtschaft bringt grossen Wohlstand für alle. Die Menschen streben eine allgemeine Vereinfachung des Warentausches an (Das Geld ist geboren) Bis dahin ist alles im Sinne des Gemeinwohles. Mehr verrate ich nicht, und füge ein Zitat von Henry Ford an: Es ist gut, dass die Bürger der Nation nicht unser Banken- und Geldsystem verstehen, denn wenn sie es würden, glaube ich, gebe es eine Revolution vor morgen früh.

Die neusten Leser-Kommentare

  • wahrheitssucher am 29.09.2011 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Es war einmal...!

    Der Mensch möchte sein Leben so schön wie möglich gestalten. Deshalb stellt er Dinge her, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. (Die Wirtschaft ist geboren) Die Wirtschaft bringt grossen Wohlstand für alle. Die Menschen streben eine allgemeine Vereinfachung des Warentausches an (Das Geld ist geboren) Bis dahin ist alles im Sinne des Gemeinwohles. Mehr verrate ich nicht, und füge ein Zitat von Henry Ford an: Es ist gut, dass die Bürger der Nation nicht unser Banken- und Geldsystem verstehen, denn wenn sie es würden, glaube ich, gebe es eine Revolution vor morgen früh.

  • monika am 29.09.2011 14:52 Report Diesen Beitrag melden

    UBS Märchen

    Es war einmal... so fangen alle UBS Märchen an. Es gibt da sogar ein paar Leute, die dies alles glauben. ...und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heut

  • Walter Kuhn am 29.09.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bewährte Kapitalvernichtung

    Die Bewährung des Investmentbanking für Schweizerbanken liegt darin, dass regelmässig anscheinend überschüssiges Kapital vernichtet wird, das nicht so an die Aktionäre zurückbezahlt werden konnte. Regelmässige Ausbrüche von Grössenwahn und Überforderung bei der Überwachung von drei grundverschiedenen Geschäften (Geschäftsbank, Vermögensverwaltung, Investment Banking) werden es wohl in weniger als 10 Jahren wieder richten. Aus eigener Vernunft werden die sich nie vom vom Investment Banking trennen, das eher spekulativer Hedge Fund denn Bank ist , der Staat muss das Trennbankensystem einführen.

  • Investor am 29.09.2011 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    UBSN

    Na dann, auf ein neues...