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10. November 2019 14:33; Akt: 10.11.2019 14:33 Print

Darf ich meine Wohnung teurer untervermieten?

Während der Ferien die Wohnung untervermieten und bei der Miete gleich noch einen Zustupf drauflegen – erlaubt ist dies nur unter gewissen Bedingungen.

Diese Regel musst du fürs Untervermieten beachten. (Video: 20min)
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Eine geplante Reise, ein bevorstehender Austausch oder ein neues WG-Zimmer: Bei längerer Abwesenheit bleibt die Wohnung trotz bezahlter Miete leer – das muss aber nicht sein! Um ein leer stehendes Zimmer temporär optimal zu nutzen, kann es sich lohnen, wenn du als Mieter kurzfristig zum Vermieter wirst. Wenn du das Zimmer allerdings teurer weitervermietest, ist Vorsicht geboten.

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Würdest du deine Wohnung teurer weitervermieten?

Wann ist die Untervermietung einer Wohnung erlaubt?
Die Untermiete durch Zweitnutzer darf in der Schweiz grundsätzlich nicht verweigert werden. Damit aber die Weitervermietung reibungslos und korrekt abläuft, hat der Hauptvermieter gemäss Art. 262 des Obligationenrechts (OR) folgende Dinge zu beachten, um Konflikte und spätere Missverständnisse zu vermeiden:

• Informiere in jedem Fall den Vermieter, am besten schriftlich. Bei versuchter Vertuschung darf dieser die Untervermietung nämlich verweigern. So können im Vorfeld Fragen geklärt und Missverständnisse vermieden werden.

• Die Untervermietung darf im Vergleich zum Hauptmietvertrag nicht lukrativ sein. Es ist dir also verboten, mit einem Aufschlag auf den Mietzins einen Gewinn zu erwirtschaften.

• Beachte, dass der Vermieter aufgrund der Untervermietung keine wesentlichen Nachteile erleiden darf. Sprich: Sollte der Vermieter durch die Untervermietung allfällige Verluste erleiden, darf er rechtlich eingreifen.

Hältst du dich daran, steht der Untervermietung nichts im Weg. Wichtig ist, dass du dich als Weitervermieter absicherst. Bei Zahlungsrückständen oder Sachbeschädigungen hat immer noch der Hauptvermieter zu haften, weshalb auch ein angepasster Vertrag eine sinnvolle Lösung sein kann. Auf jeden Fall die Personalien des neuen Mitbewohners an den Vermieter weitergeben.

Fairer Preis und Kündigungsrecht
Achte unbedingt darauf, dass der Preisaufschlag für die Untervermietung in einem guten Verhältnis zum eigentlichen Mietpreis liegt. Bei möblierten Wohnungen darf ein Aufschlag von höchstens 20% erhoben werden.

Beachte unbedingt auch das Verbot der Zweckentfremdung, das heisst, dass du die Wohnung nicht für gewerbliche Zwecke untervermieten darfst. So wäre also deine Wohnung keine potenzielle Bleibe für Ebookers-Kunden oder Events. Ansonsten darf der Vermieter mit einer Kündigung drohen und diese auch in Kraft setzten.

Verweigert der Vermieter trotz Einhaltung der Bedingungen eine Untermiete und reagiert mit einer Kündigung, kannst du diese bei der Schlichtungsbehörde anfechten. Bei Unklarheiten kannst du dich jederzeit an die Hausverwaltung, den Mieterverband oder an eine Rechtsberatung wenden.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rentner I am 10.11.2019 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja möglich, wenn .......

    in 99% der Fälle sind die Liegenschaften (MFH'S) im Privatbesitz. Sofern Sie die Erlaubnis von Ihrem Vermieter erhalten die Wohnung unterzuvermieten, können Sie es tun, im Schadensfall haftet der ordentliche Mieter gegenüber Besitzer der Liegenschaft

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  • Neumann am 10.11.2019 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nee

    Ich würde nur an mir Bekannte untervermieten. Als Hauptmieter haftest nämlich Du für Schäden, die der Untermieter verursacht, das kann bei Fremden teuer werden, auch wegen schwierigem Regress.

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  • Kelvin am 10.11.2019 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sollte man wissen

    Sicher nicht teurer vermieten und den Vermieter informieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • die Ritterin am 11.11.2019 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Airbnb, nein danke

    Wir vermieten in unserem Bauernhaus eine Einliegerwohnung. Möchte die Mieterschaft während einer längeren Abwesenheit untervermieten, würden wir das nur erlauben, wenn der Untermieter genau überprüft werden kann. Airbnb würden wir aber ablehnen. Hätten wir Lust auf ständig wechselnde Gäste, würden wir nicht dauervermieten, sondern selber per Airbnb oder als Ferienwohnung.

    • gloria derungs am 11.11.2019 23:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      ja klar, logsch. airbnb ablehnen, aber wenn selber vermieten, dann über airbnb. ich glaub, ihr sitzt verkehrt auf dem ross, @die ritterin

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  • Mrs Toffee am 11.11.2019 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher teurer

    Eigentlich logisch, dass man teurer untervermietet. Man trägt schliesslich auch das Risiko, zumal der Untermieter die Wohnung möbliert bekommt. Verstehe also den Aufschrei nicht. Miete plus Einrichtung- und Risikozuschlag.

    • gloria derungs am 11.11.2019 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mrs Toffee

      dann kommt noch ein aufschlag dazu für s "handling", ev ein messezuschlag (machen hotels auch) etc. egal was ein vermieter sagt, ich würde gar nicht erst fragen, wenn man nicht über platformen wie airbnb, 9flat etc vermietet, sondern privat über inserate, dann gibts ganz andere möglichkeiten, die ich nicht mal dem vermieter melden muss... ich lass den gast in meiner wohnung gratis wohnen, weil ich ihm so unendlich dankbar bin, dass er mir ein selbstgemaltes bild abgekauft hat.

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  • Martial2 am 11.11.2019 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Verwaltung zuerst sprechen...

    Wenn ich einen Objekt weiter vermiete, möchte ich einen Profit daraus realisieren. Ich bin schlussendlich verantwortlich für Unterhalt und allfällige kleinen Reparaturen!

    • Mario M. am 11.11.2019 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Du darfst eben keinen Profit daraus erzielen. Der Untermieter haftet dir gegenüber eh für Schäden, für dies machst du ja hoffentlich einen Untermietvertrag.

    • Martial2 am 11.11.2019 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mario M.

      Wir hatten selber Liegenschaften mit 48 Wohnungen, selten wurden wir von den Mieter angefragt ob sie dürfen einen Zimmer weiter vermieten, an Verwandtschaft oder Fremden. Wir haben die Situation angeschaut dann unter Vorbehalt, die Genehmigung erteilt. Ob sie dann 20 oder mehr Franken verlangten interessierte es uns nicht!

    • Mario M. am 11.11.2019 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Das kommt natürlich immer auf den Vermieter an, wie kulant er ist. Wegen 20.- wird da wohl auch keiner ein Theater machen, das kann man sogar noch mit administrativem Aufwand begründen. Wenn ich aber paar hundert Franken draufschlage und dem Vermieter nichts melde, dann riskiert man schlussendlich die Kündigung. Obs dieses Risiko wert ist muss jeder selbst beurteilen

    • die Ritterin am 11.11.2019 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martial2

      Wenn ein Hausbesitzer eine Wohnung teurer vermieten kann, wird er das lieber selbrr tun, als dass er die Wohnung zu billig vermietet, damit andere daran verdienen.

    • Martial2 am 11.11.2019 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      Wir waren Häuserbesitzer, nur wenige Mieter haben uns angefragt ob sie dürften einen Zimmer vermieten... Obwohl der Mietzins für eine 4-Zimmerwohnung 1'400 Fr kostete. das 10 Minuten von Basel-Stadt!

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  • popi am 11.11.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich teurer untervermieten kann,

    ist die Wohnung zu billig.

    • Martial2 am 11.11.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @popi

      Die billige Wohnungen sind Mangelware, darum müssen die Mieter manchmal einen Zimmer vermieten...

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  • Ein Freund am 11.11.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    kleine Geschichte wies auch gehen kann

    Bekannter von mir, ein Jahr auf Selbstfindungstrip auf Weltreise, Wohnung an junge Dame untervermietet. Bei der Rückkehr war die Wohnung geräumt und neu vermietet, die Untermieterin hinter schwedischen Gardienen und seine ganze Habe entsorgt. Dafür bekam er eine gesalzene Rechnung für Mietausstände und Sanierung der verwüsteten Whg....