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14. März 2020 10:41; Akt: 14.03.2020 10:41 Print

Deshalb solltest du Kleider spenden

Wir kennen die Plastiksäcke mit der Aufschrift «Kleidersammlung». Doch kommen unsere alten Kleider auch wirklich Bedürftigen zugute?

Was es bei der Kleiderspende zu beachten gilt. (Video: 20 Minuten)
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Die Idee ist simpel: Sobald uns Kleider verleidet sind, sammeln wir diese, werfen sie in den Kleider-Container und sie kommen dann Bedürftigen auf der ganzen Welt zugute. Hinter dem Konzept steckt die Organisation Texaid: Ein Verband aus sechs Schweizer Hilfswerken, darunter das Rote Kreuz, die Schweizer Winterhilfe oder die Evangelische Kirche.

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Spendest du deine Kleider?

Doch wie bei monetären Spenden ist auch bei Kleiderspenden der administrative Aufwand, die Altkleider zum gewünschten Endverbraucher zu bringen, enorm. So kann auch die Erwartung, dass der verwaschene Pulli vom Grosi bei einem bedürftigen Menschen landet, nicht immer erfüllt werden.

Bei Texaid beispielsweise werden die Kleider in einer Zentrale zuerst kontrolliert, nach Verwendbarkeit sortiert und landen erst dann bei verschiedenen Hilfswerken in Afrika, Osteuropa oder auch der Schweiz. Besonders schöne Stücke werden in einem Secondhand-Laden verkauft – die Einnahmen gehen in diesem Fall an eigene Hilfsprojekte.

Vorsicht geboten ist allerdings bei zwielichtigen Sammelcontainern privater Firmen Wie jüngste Medienberichte zeigen, lässt sich mit der Altkleidersammlung in der Schweiz und im Ausland auch Geld verdienen, und zwar ziemlich viel. Der Markt ist derart umkämpft, dass sich mittlerweile verschiedenste Firmen um begehrte Standorte für Sammelcontainer streiten.

Auch die Kleiderrückgabe bei H&M ist fragwürdig, da mit den hierfür ausgestellten H&M-Gutscheinen ein erneuter Kaufanreiz geschaffen wird, was dem ökologischen Gedanken der Sache eher widerspricht.

Ökologisch sinnvoll ist die Kleiderspende im Sammelcontainer, auch wenn damit vereinzelte Firmen Geld verdienen. In den meisten Fällen spenden wir unsere Kleider ja, weil wir sie nicht mehr brauchen. Ein guter Tipp ist auch die Weitergabe an Brockis oder Flohmärkte.

Des Weiteren kannst du Kleider, die dir nicht mehr gefallen, auch im Keller einlagern. In drei bis vier Jahren sind sie plötzlich wieder in Mode und gefallen dir wieder und du tust etwas Gutes für die Umwelt. Probiers aus!

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 14.03.2020 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Ich spende keine Kleider

    Denn damit wird Schabernack betrieben. Bedürftige bekommen diese dann nicht Kostenlos sondern müssen dafür noch bezahlen. Der Rest wird als Füllmaterial und Putzlappen verkauft.

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  • Message to Rudy am 14.03.2020 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Nachdem ich eine Doku...

    im Deutschen TV über das Thema gesehen habe, spende ich keine Kleider mehr.

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  • Silvie6 am 14.03.2020 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt nicht an die Richtigen

    Ich habe 11 Jahre in Nigeria gelebt und habe auf Märkten in Lagos etliche Male Kleidersäcke aus Textilsammlungen gesehen. Die Kleider wurden verkauft, obwohl es dort mehr als genug Bedürftige hat, welche diese Kleider brauchen könnten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schlangenmensch am 15.03.2020 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Ungerecht

    Ich werde gar nichts mehr spenden. Alles kommt nur den Afrikanern oder islamischen Ländern zugute. Als Dank dafür kommen die dann hierher, um unseren Lebensstil und unsere Kultur zu terrorisieren! Wenns eine Gelegenheit gibt Europäer zu unterstützen, dann liebend gerne! Es gibt auch Schweizer, die Hilfe brauchen, aber dafür interessiert sich niemand!

  • Asiatic am 15.03.2020 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TEXswap

    Es gibt bald eine neue Plattform namens TEXswap, auf der man alte Kleider verkaufen/tauschen kann...

    • ABreezy am 15.03.2020 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Asiatic

      Das hört sich sehr gut an! Die Gesellschaft hat zu dieser Thematik wirklich Nachholbedarf! Bin gespannt.

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  • Sherysherylady am 15.03.2020 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ... ..

    Spendet mir doch mal was :(. Immer wir!.

  • Ruzi am 15.03.2020 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Secondhandkleider

    Ins Brocki bringen ist auch eine gute Variante, habe auch schon profitiert davon. Kürzlich wurde in unserem Dorf ein Kleidertausch organisiert, war ein gelungener Anlass.

  • Oberson Rudolf am 15.03.2020 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis-Entsorgung von Kleidern

    Wer einen alten Anzug in die Kleidersammlung gibt, profitiert von der Gratis-Entsorgung; er ist kein Spender. Die Vorstellung, dass nun jemand im Kongo dankbar diesen Anzug tragen soll, ist absurd. Auch der Transport in den Kongo und die Verteilung wären für die Hilfswerke viel zu teuer. (Entwicklungszusammenarbeit geht anders.) Kleidersammler sortieren und verwerten die Textilien und generieren davon vor allem die Löhne für die Sortierenden aus Arbeitslosenprojekten. Der Rest der Einnahmen wird an die Hilfswerke verteilt.