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29. Februar 2020 17:09; Akt: 29.02.2020 17:09 Print

So löschst du eine Betreibung

Rund ein Viertel der Schweizer Bevölkerung wurde schon betrieben, nicht immer zu Recht. Wir zeigen dir, was du in einem solchen Fall unternehmen kannst.

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Bei der Betreibung handelt es sich im schweizerischen Recht um eine Zwangsvollstreckung, durch welche ausstehende Geldbeträge eingefordert werden. Durchgeführt werden solche Vollstreckungen durch das Beitreibungsamt, welches auch das sogenannte Betreibungsregister führt. Darin ist ersichtlich, wie oft jemand seine Rechnungen nicht bezahlt hat.

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Vor allem bei unberechtigten Betreibungen können solche Einträge ziemlich ärgerlich sein und dir unter Umständen eine Bewerbung verunmöglichen oder dir die Chancen auf eine Wohnung vermiesen.

Sollte es tatsächlich zu einer Betreibung kommen, solltest du auf Folgendes achten:

• Grundsätzlich bleibt ein Eintrag für fünf Jahre sichtbar.

• Wenn du den geforderten Betrag beglichen hast und der Gläubiger sein Einverständnis gibt, kannst du allerdings innerhalb einer Frist von drei Monaten ein Gesuch stellen, um den Eintrag löschen zu lassen. Kostenpunkt: 40 Franken.

• Der Gläubiger hat nun einen Monat Zeit, im Falle einer Nichtbezahlung die Betreibung weiterzuziehen. Unterlässt er dies, wird der Eintrag gelöscht.

• Und Vorsicht: Der Gläubiger hat auch nach der Löschung eine Frist von einem Jahr, um ein sogenanntes Fortsetzungsbegehren zu stellen, wonach der Eintrag in deinem Register erneut erscheint.

• Solltest du zu Unrecht betrieben werden, bewahre auf jeden Fall alle Unterlagen auf, denn in solchen Fällen kann ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden.

Allgemein gilt natürlich: Versuche möglichst, es gar nicht erst zu einer Betreibung kommen zu lassen. Im Normalfall passierst du zuerst mehrere Warn-Barrieren, bis tatsächlich eine Betreibung eingeleitet wird. Viele Gläubiger drohen nach erfolglosen Mahnungen zuerst mit einer Betreibung, bevor sie diese tatsächlich einleiten.

Beachte: Gesetzlich zu einer Warnung verpflichtet ist der Gläubiger nicht. In den meisten Fällen lässt sich aber mit den zuständigen Personen reden und man kann ausstehende Zahlungsforderungen aufschieben.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • p.burri am 29.02.2020 19:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Löschung trotz Urteil

    Mich hat vor Jahren ein ehemaliger Freund aus Rache betrieben. Vor Gericht wurde er auseinandergenommen und die Betreibung als Racheakt deklariert. Da ich kurz darauf eine neue Wohnung suchte ging ich mit dem Urteil zum Betreibungsamt und verlangte die Löschung . Trotz amtlicher Bestätigung weigerte sich der Angestellte die Betreibung zu löschen. Dies müsse der "Gläubiger" beantragen. Falls er sich trotz Urteil weigere müsse ich wieder vor Gericht .... Traurig unser Rechtssystem

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  • Enrico Baum am 29.02.2020 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was tun

    Habe eine unberechtigte Betreibung per Rechtsvorschlag abgewendet, ist nun seit 4 Jahren im Register. Wie kann ich eine Löschung erwirken?

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  • Pleite Geier am 29.02.2020 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Art 8a SchKG

    Der Beitrag ist teilweise falsch. Art. 8a Abs. 3 lit. d SchKG gilt nur für ungerechtfertigte Betreibungen wo der Schuldner Rechtsvorschlag erhoben hat. Bei einer, nach Einleitung bezahlter und somit anerkannten Betreibung, kann der Gläubiger diese zurückziehen. Muss es aber nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ehem. Richter am 01.03.2020 23:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finanzdirektion Zürich betreibt zu Unrecht und lös

    Leider betreiben auch die kantonalen Steuerämter (z.B. ZH) willkürlich (und in böswilliger Absicht), um einfach Druck auf die Steuerzahler auszuüben, auch wenn diesbezügliche Steuerverfahren noch am laufen sind und keine rechtskräftige Steuerveranlagung vorliegt. Zudem existiert in der Finanzdirektion Zürich (kt.Steueramt) eine interne Weisung wonach Einträge in das Betreibungsregister nicht gelöscht werden, selbst wenn die Beträge gezahlt wurden oder die Betreibungen zu Unrecht eingeleitet wurden (was häufig vorkommt).

  • Andreas Ryzhuk am 01.03.2020 22:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt's auch ...

    Kenne ich auch. Meine Ex-Frau hat mich jeden 25.ten betrieben, da mein Zahltag erst am 30. kam und ich ihr die 3k Unterhalt zahlen konnte (bei einem Netto-Lohn von 5,5K inkl. 13.ten) Unterlagen bei mir einsehbar. Meine Ex hat sich auch geweigert, die gerichtlich verfügte Löschung vorzunehmen - und ich konnte nicht vor Gericht, weil ich pleite war! Das Bezirksgericht Bülach hat damals

  • super Mario am 01.03.2020 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Existenz

    erlebe mal ne Scheidung...dann sehen wir weiter....wie finanziell da stehst....

  • Innel am 01.03.2020 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrtes Rechtssystem

    Unser Rechtssystem hat hier komplett versagt. Der Eintrag sollte erst erscheinen, wenn die Rechtmässigkeit einer Forderung nachgewiesen wurde, und nicht wenn jeder Clown eine (oft ungerechtfertigte) Forderung stellt. Das Gesetz ist verkehrt. Man soll das Gesetz ändern, statt nachzudenken wie man seinen Namen aus dem Betreibubgsregister löscht.

  • LL am 01.03.2020 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergisses

    Ganz ehrlich, wer zu recht betrieben wurde und dies nicht nur EINMAL, hat auch kein Recht auf einen sauberen Betreibungsregisterauszug! Denn wenn man mit dem Einverständnis des GL alle löschen lässt, macht man anderen vor als wäre man ein 'guter' Zahler! Ist man aber absolut nicht! Absolut unfair gegenüber Personen, die noch nie eine Betreibung hatten! Es leben einfach viel zu viele über ihren Verhältnissen und haben das Gefühl, dass sie einfach so davon kommen?!?! Grad abfahre

    • Soldier am 01.03.2020 21:21 Report Diesen Beitrag melden

      Ehrlich auftreten

      Ein Gespräch mit dem Vermieter und ein gutes Schreiben an ihn, verleit Flügel bei der Wohnungsvergabe. Habe mit Einträgen 2 Neubauwohnungen, eine D-Wohnung und 3 Büros erhalten. Vorausgesezt, es Passt und das Gels ist da.

    • Urs Bergr am 01.03.2020 23:38 Report Diesen Beitrag melden

      Ortho

      Mit dem schreiben klappt das aber nicht so wirklich,gell?

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