Grow Up

22. Februar 2020 21:23; Akt: 22.02.2020 21:23 Print

Vorsicht vor Codierungen im Arbeitszeugnis

Es gibt viele Gründe, wieso man eine Firma verlässt. In jedem Fall hast du Anrecht auf ein Arbeitszeugnis. Wir zeigen dir, worauf du dabei achten solltest.

Oft ist es schwierig zu erkennen, ob die Leistung nun als gut oder schlecht beurteilt wurde. (Video: 20M)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Hauptproblem an Beurteilungen des Arbeitgebers ist, dass auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen ist, ob deine Leistung nun als gut oder allenfalls sogar als schlecht beurteilt wurde.

Umfrage
Hast du dich von deinem Arbeitgeber schon mal ungerecht beurteilt gefühlt?

Da dir ein Arbeitszeugnis aufgrund einer gesetzlichen Regelung deine Berufschancen nicht verschlechtern darf, sind solche Leistungsausweise praktisch immer in einem «guten Ton» geschrieben. Dadurch befinden sich Chefs in einer Zwickmühle, wenn sie die Leistungen einer Person schlecht bewerten wollen oder müssen.

Aus diesem Grund werden oftmals, wenn auch illegal, sogenannte «Codierungen» verwendet, die den Personalverantwortlichen trotz vermeintlich gut klingender Leistungen die eigentliche Beurteilung der Vorgesetzten zu verstehen gibt.

Hierbei ist Vorsicht geboten:

• Bei einschränkenden Floskeln («in der Regel», «grundsätzlich», «im Allgemeinen»).

• Wenn in deiner Beurteilung wesentliche Aspekte fehlen.

• Wenn deine Leistung zu wenig umfangreich bewertet wurde.

• Wenn das Schlusszeugnis im Verhältnis zu den Zwischenzeugnissen schlechter ausfällt.

So gehst du vor:

• Durchsuche dein Arbeitszeugnis nach möglichen Codierungen.

• Weise in einem Gespräch darauf hin, dass du mit gewissen Punkten nicht einverstanden bist.

• Markiere auf einer Kopie deines Arbeitszeugnisses Stellen, die dir nicht richtig erscheinen und schlage eine entsprechende Änderung vor.

• Tue dasselbe mit Passagen, die deiner Meinung nach fehlen. Wichtig dabei: Lasse die Korrekturen zuerst von einer Fachperson überprüfen.

• Gehe mit der neuen Version auf deinen Arbeitgeber zu und verhandle eine entsprechende Endversion.

• Solltet ihr euch nicht einigen können, kannst du auch rechtliche Schritte einleiten. Erkundige dich hierfür beim Friedensrichteramt deines Wohnortes.

Wende dich im Zweifelsfall am besten an eine externe Beratungsstelle und lasse die Formulierungen in deinem Arbeitszeugnis von einer Fachperson überprüfen.

(20 Minuten)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Riga am 22.02.2020 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gar kein Zeugnis

    Wenn der Mitarbeiter aber nicht brauchbar ist, sollte der Arbeitgeber das auch schreiben dürfen. Da jeder das Zeugnis vor Gericht ändern lassen kann, könnte man genau so gut auf Zeugnisse verzichten, da sie eh nicht den Tatsachen entsprechen.

    einklappen einklappen
  • Adi am 22.02.2020 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Kern fehlt

    Es wäre hilfreich, ein paar Kodierungen hier zu erwähnen.

    einklappen einklappen
  • c b am 22.02.2020 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    arbeitgeber

    wieso leistungen schönreden?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • clottihilde am 26.02.2020 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    alter käse

    alter Käse. Das wissen wir alle schon lange

  • beat graf am 26.02.2020 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    alle Jahre wieder diese unsinnigen Tipps

    Für gewisse Positionen bei einer Neubesetzung ruft man beim Ex-Arbeitgeber an und fragt nach. Klappt immer. Zudem merkt ein erfahrener Personaler schon beim Vorstellungsgespräch ob der Bewerber etwas taugt. Auch sollte das Arbeitszeugnis der Wahrheit entsprechen und keine Beschönigungen enthalten. Also ein Widerspruch.

  • Meister Veronika am 26.02.2020 06:45 Report Diesen Beitrag melden

    HR Expertin

    Arbeitgeber haften für die Referenz im Arbeitszeugnis. Es kann also sein, dass wenn er ein sehr gutes Arbeitszeugnis ausstellt für einen mittelmässigen oder demotivierten Mitarbeiter, er vom neuen Arbeitgeber mit Schadenersatzforderungen belangt werden kann! Selten will ein Arbeitgeber dem scheidenden Mitarbeiter einen Stein in den Weg legen. Logischerweise bedauert er aber den Weggang nicht, wenn die Leistung nicht gepasst hat.

  • Felix am 25.02.2020 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Codierung

    Ganz einfach, darauf bestehen das der nachfolgende Satz im Zeugnis eingefügt wird: Dieses Zeugnis ist wahrheitsgetreu und enthält keine Codierungen.

  • Arbeitsloser 55J. am 25.02.2020 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gutes Dossier mit Arbeitszeugnissen

    Ich habe ein gutes Lebenslauf Arbeitszeugnissen, uncodiert aber trotzdem will mich keiner als Lagermitarbeiter einstellen. ( ca. 13 J. Spedition, 12 J. Lagermitarbeiter) . Mir ist klar dass das Alter eine Rolle spielt. Die wollen 20- 25jährige mit 10 Jahren Erfahrung oder mehr.

    • Frank am 29.02.2020 19:21 Report Diesen Beitrag melden

      Hauptsache für die Chef''s stimmts....

      Ich "darf" jetzt auch mit 61 in Frühpension. Kriege keinen Rappen von der Firma, Tochterfirma der Mühlenbauerfirma in der Ostschweiz. Die Alternative wäre Arbeitslosigkeit gewesen. Es wurde mir die gesamte Planung kaputt gemacht. Mein Vorgesetzter: ein "ic".

    einklappen einklappen