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01. Mai 2019 19:54; Akt: 01.05.2019 20:40 Print

Wie trete ich aus der Kirche aus?

Über die Hälfte der Schweizer Bevölkerung zahlt jährlich bis zu 1000 Franken Kirchensteuern – ein Grund, weshalb den Kirchen die Gläubigen davonlaufen.

(Video: SCC)
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Ein gewichtiger Vorteil, wenn du aus der Kirche austrittst: Du bezahlst keine Kirchensteuer, verlierst dafür aber die Wahlberechtigung in der Kirchgemeinde. Mit welchen Konsequenzen muss sonst noch gerechnet werden? Wir beantworten die wichtigsten Fragen, die sich im Falle eines Austritts stellen.

Umfrage
Hast du dir den Austritt aus der Kirche mal überlegt?

Kann ich noch kirchlich heiraten, wenn ich aus der Kirche austrete?

In der katholischen und in der reformierten Kirche ist das unter Umständen möglich. Es empfiehlt sich, mit dem Gemeindepfarrer das Gespräch zu suchen.

Wo werde ich beerdigt?

Da hier die Einwohnergemeinde und nicht die Kirchgemeinde zuständig ist, findet jede und jeder Platz auf einem Friedhof. Beim Wunsch nach einer Zeremonie sollte man auf den Gemeindepfarrer zugehen.

Kann ich meine Kinder taufen lassen, obwohl ich aus der Kirche ausgetreten bin?

Im Einzelfall ist dies möglich. Wünscht ein Kind später die Taufe, braucht es das Einverständnis der Eltern.


So trittst du aus der Kirche aus:

Mitglieder der katholischen und der reformierten Kirche senden eine schriftliche Mitteilung an die Kirchenpflege der Kirchgemeinde. Darin ist Folgendes angegeben:

1. Deine Wohnadresse

2. Dein Geburtsdatum

3. Konfession (römisch-katholisch, christkatholisch, reformiert)

4. Taufdatum, Taufort und Taufschein (römisch-katholisch)

5. Empfänger (Kirchgemeinde deines Wohnortes)


Eine Begründung ist nicht unbedingt nötig. Im Internet finden sich von verschiedenen Organisationen auch vorgefertigte Formulare zum reibungslosen Kirchenaustritt. Sei dir aber bewusst, dass die Kirche auch eine soziale Einrichtung ist und du mit deinem Beitrag indirekt Hilfswerke und soziale Projekte unterstützt. Und Achtung: Wer Kinder hat, muss deren Austritt zusätzlich erwähnen, sonst bleiben diese kirchensteuerpflichtig.

(20min)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Karl Bruhin am 01.05.2019 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    zahlen müssen Sie trotzdem

    Narlich ist es jedem selbst überlassen aus der Kirche auszutreten. Wenn es aber dann dazu führt, dass man trotzdem meint von Taufe, Hochzeit, Abdankung profitieren zu können, dann wirds absurd. Selbstverständlich bleiben diese Dienstleistungen der Kirche den zahlenden Kirchenmitgliedern vorbehalten. Alle anderen zahlen saftige Gebühren und dies zu Recht.

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  • Fred Kaiser am 01.05.2019 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll dieser Artikel?

    Was soll dieser Artikel? Die Kirchensteuer ist ein sozialer Beitrag, bei dem vieles dem Gemeinwohl zugute kommt. Der heutige Mensch will nur profitieren. Die oben geschriebenen Antworten zeigen dies deutlich: Wenn ich zur Kirche austrete, dann muss ich auch konsequent sein. Wer dann kirchlichen heiraten, sein Kind in der Kirche taufen lassen oder eine kirchliche Beerdigung will, der macht sich selber unglaubwürdig.

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  • Stavi am 01.05.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angst

    Ich habe schon mehrmals von Personen gehört, die aus der Kirche ausgetreten sind.... .... und einen Priester sehen wollten wenn es zu Ende geht. Aber es soll jeder tun was er als richtig empfindet.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 19.05.2019 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Man tritt elegant aus, indem man sich

    NACH der grossen Sause, sprich Kommunion resp. Konfirmation, auf originelle Weise exkommunizieren lässt. Leider ist diese die schwierigste Art - zumindest in unserem Jahrhundert, in welchem um jedes Mitglied die Kirchen dankbar und deshalb grosszügig wie nie zuvor anstelle mit Exkommunikation bestrafend sind.

  • Kirchgänger am 15.05.2019 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Kirche

    Geld hin oder her letztendlich geht es hier um den Glauben. was ist glauben. Der glauben gibt einem halt in der gemeinschaft wenn man wieder mal ein tief hat, kann man ruhig in die Kirche gehen beten. Wer etwas anderes behauptet der ist noch nicht reif um das zu verstehen. Ich habe da meine linie, von der ich nicht abweiche. und habe immer gute erfahrung damit gemacht. Bin kein regelmässiger Kirchgänger, der jeden Sonntag in der Kirche ist. Gehe zur Kirche wenn ich zeit und lust dazu habe.

    • Bin auch gläubig. am 19.05.2019 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Spricht nichts dagegen.

      Ich gehe dazu in den Wald. Huldige dem Gott meiner Ahnen. Pinkel gegen die Bäume. Zutiefst erleichtert sind Kraft und Wille wieder aufgetankt. Fertig für neue Sünden.

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  • Marie-Louise am 09.05.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Monseigneur Michel Aupetit

    Seit Michel Aupetit Erzbischof von Paris ist, höre ich der Kirche wieder zu. Mehr muss man zu ihm gar nicht sagen. Pas necessaire.

  • Larissa am 08.05.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Noch reicher werden..

    Die Kirche ist ein geldgierige Organisation.

    • Christian S. am 13.05.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      Verschwörungstheorie?

      weisst anscheinend nicht viel über Kirche und die finanziellen Strukturen, besonders hier in der Schweiz.

    • Müetti am 14.05.2019 05:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christian S.

      Welche Verschwörungstheorie? Das der Vatikan eine Bank hat? Warum muss eine Kirche eine Finanzgesellschaft sein? Würde die kath.Kirche nur alleine die goldenen Kelche verkaufen, könnte der Welthunger gestillt werden!

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  • Gässlein Ann-Katrin am 05.05.2019 23:49 Report Diesen Beitrag melden

    Mit gutem Gewissen für die Kirchensteuer

    Bevor solche Beiträge veröffentlicht werden, sollten die Hintergründe der Kirchensteuer bekannt sein. Die Landeskirchen als öffentl.-rechtl. Körperschaften haben diesen Status und die Möglichkeit zum Einzug der Kirchensteuer nicht ohne Grund. Auskunft gibt z.B.:

    • Fritz K. am 06.05.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      @ Gässlein Ann-Katrin

      Blödsinn, die Schweizer Kantone regeln die Verwaltung der Kirchensteuer. Der Staat übernimmt das Inkasso für diese Kirchen.

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