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11. Januar 2020 14:32; Akt: 11.01.2020 14:32 Print

Wurde ich vom Chef korrekt beurteilt?

In vielen Fällen ist es eine Alibiübung: Das Mitarbeitergespräch. Immer dieselben Floskeln und ändern tut sich ja doch nichts. Das muss jedoch nicht sein.

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Mitarbeitergespräche werden in der Regel ein- bis zweimal pro Jahr durchgeführt, denn im hektischen Arbeitsalltag kommt man selten dazu, sich über grundlegende Anliegen auszutauschen. Und das ist wichtig! Vor allem für heikle Themen ist dies genau die richtige Anlaufstelle. Ziel dabei sollte sein, das Verhalten und die Performance ganz im beidseitigen Interesse zu verbessern. Folgende Punkte sind wichtig, wenn dieses Gespräch vor der Tür steht:

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Was hältst du vom Mitarbeitergespräch?

1) Mitarbeitergespräche sind in vielen Betrieben vorgeschrieben. Sollte es dein Chef also unterlassen, kannst du ihn gerne darauf ansprechen.

2) Stelle sicher, dass dir fürs Gespräch und auch für die Ausführung deiner Anliegen genügend Zeit zur Verfügung gestellt werden. Andernfalls solltest du dich unbedingt um einen weiteren Termin bemühen.

3) Auf die ausbleibende Lohnerhöhung eine Antwort wie «Es ist einfach so» zu erhalten, stellt wohl niemanden zufrieden. Transparente Begründungen sind wichtig und du kannst deinen Anspruch auf diese ruhig geltend machen.

4) Lass dich nicht nur an Zahlen messen! Auch deine soziale Kompetenz oder die Kommunikationsfähigkeit spielen für das Unternehmen eine wichtige Rolle.

5) Empfindest du die Beurteilung als ungerechtfertigt, solltest du unbedingt eine schriftliche Stellungnahme einreichen und mit den Vorgesetzten das Gespräch suchen.

6) Fühlst du dich nicht verstanden, involviere am besten die nächsthöheren Vorgesetzten oder die Personalabteilung, in einigen Betrieben ist das sogar Standardvorgehen.

7) Lass dir Floskeln erklären. Was eine «genügende» und was eine «gute» Leistung bedeutet, lässt grossen Interpretationsspielraum. Wirke solchen Unsicherheiten entgegen und informiere dich!

8) Achte darauf, dass die besprochenen Punkte auf jeden Fall schriftlich festgehalten werden. Dies garantiert vor allem auch gegenseitiges Verständnis für etwaige Konflikte.

9) Grundsätzlich hast du jederzeit Anrecht auf ein Arbeitszeugnis. Fordere dieses an, sobald du über deine Leistungen informiert sein möchtest.

(20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schämu am 11.01.2020 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele überflüssige Mitarbeiterbeurteilungen

    Auf viele Mitarbeiterbeurteilungen kann verzichtet werden weil die objektive Beurteilung der Vorgesetzten oft mangelhaft sind und beim Gespräch ein Monolog herrscht. Es gibt mehr schlechte Vorgesetzte als gute. Mitarbeiterbeurteilungen sollten nur gemacht werden, wenn beim Mitarbeiter schwerwiegende Problem vorliegen oder massgebend Ziele erreicht werden müssen. Ein ehrliches offenes Gespräch ohne Beurteilung würde in den meisten Fälle mehr dazu beitragen zum besseren und verständnisvollen Arbeitsklima.

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  • AFK am 11.01.2020 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kennrn Sie das?

    Bei uns hat es ein benotungssystem. Nur wird bei KEINEM das beste angekreutzt, weil es das in dem Betrieb nicht gibt! Also ist man immer NUR gut mit Verbesserungsansatz. Sie mich auch!

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  • MadChengi am 11.01.2020 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt ist eine wunderbare Sache

    So hält man den Adrenalinpegel bei der Belegschaft ganzjährig konstant auf Spitzenwerten. Dauernde Leistungssteigerung, Verbesserung der Prozessabläufe und natürlich Steigerung des Gewinns sind die Gespenster, welche vom Chef bis zur Putzfrau allen ständig im Nacken liegen. Ist der Fortschritt nicht etwas Tolles!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michi am 19.01.2020 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwendung

    Sogar mein direkter vorgesetzter hat gesagt, dass das verschwendete Zeit ist. Ich schicke die Bewertung der MA in den Hauptsitz. Dort wird es "korrigiert" Die wissen ja mehr über meine MA

  • Florian am 16.01.2020 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf bei der Abreitstelle

    Nur schlecht geführte Unternehmen haben Wasserkopfüberhang. Dann hapert's natürlich bei der Produktivität. Ausser die Bude hat spezielle Verbindungen, oder Monopolstellung. Oder nicht-operationelle Einnahmen.

  • Achmed Lachned am 14.01.2020 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bringt nichts

    Nicht so Ernst nehmen Leute. Geld gibts nix. Ferien gibts nix. Und der Chef darf einmal im Jahr mit den fleissigen Arbeitern reden und nicht mit den 4 Wänden das ganze Jahr. Lasst ihm den Spass. Vielleicht lernen Sie es mit den Jahren.

  • Peter am 14.01.2020 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    In meinem KMU

    Wird ein Mitarbeiter eingestellt, gehe ich davon aus, dass er immer seine persönlich bestmögliche Leistung bringt. Dasselbe tue ich auch. Das heisst, jeder bringt seine bestmögliche Leistung im Tagesgeschäft. Es gibt 2 Mitarbeiteranlässe im Jahr und zwischendurch mal ein «Danke». Bei Fehlern lasse ich 5 gerade sein. Ich habe ein offenes Büro und Probleme können unmittelbar besprochen werden. Von Mittarbeiterbewertung halte ich gar nichts. Bemüht sich jemand nur gegen Anreize ist er definitiv am falschen Ort. Bringt jemand ungenügende Leistung haben ich beim Einstellungsgespräch versagt.

  • Freddy am 13.01.2020 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bei uns läuft das so

    Ich bin am Arbeiten. Irgendwann kommt unsere Sekretärin und Fragt: Hast du kurz Zeit für den Chef? Man geht mit Ihr mit ins Sitzungszimmer. Da drin angekommen realisiert man anhand der Unterlagen, dass jetzt das Mitarbeitergespräch stattfindet. Natürlich ist man darauf perfekt vorbereitet, niiicht! Nach 10min ist das ganze vorbei. Man bekommt Feedback des Chefs anhand von Stunden und nicht anhand von was man geleistet hat. 10min Zeitverschwendung und absolut nicht vorantreibend. Mein Chef lebt noch im 1995 und meint er wisse, wie der Hase läuft...Ja genau...