Monatskosten

03. Oktober 2018 15:51; Akt: 03.10.2018 16:03 Print

«733 Franken ist fürs Autofahren viel zu teuer»

von Dominic Benz - Autofahren ist in der Schweiz zu teuer, findet ein SVP-Politiker. Die jungen Grünen sind da anderer Meinung.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Schnitt zahlen Schweizer 733 Franken pro Monat fürs Autofahren. Im Europavergleich ist das durchschnittlich. Ob der Wert zu hoch ist oder ob er ruhig noch steigen dürfte, darüber sind sich die Politiker nicht einig:

Umfrage
Sollte Autofahren günstiger werden?


Walter Wobmann, SVP-Nationalrat. (Bild: Gaetan Bally/Keystone)

Herr Wobmann, im Schnitt zahlen Schweizer 733 Franken monatlich. Was sagen Sie dazu?
Das ist viel zu teuer. Schuld sind die zu hohen Abgaben – etwa für Treibstoff oder die Vignette. Dieses Geld fliesst in den öffentlichen Verkehr oder in die Velowege. Es geht nicht, dass die Autofahrer dafür aufkommen müssen. Statt für ihre eigene Mobilität bezahlen sie im Verhältnis zu viel Geld für andere Bereiche. Fakt ist: Das Auto hat einen sehr hohen Wert für Gesellschaft und Wirtschaft. Die Zwangsabgaben müssen daher sinken.

E-Autos sind immer noch teuer. Wären nicht alle glücklich, wenn die Kosten hier sinken und alle nur noch E-Autos fahren würden?
Überhaupt nicht. E-Autos sind nicht so super, wie es immer dargestellt wird. Der Abbau der Rohstoffe für Akkus oder die Herstellung der Materialien belastet auch die Umwelt. Die Ökobilanz ist nicht besser als bei anderen Autos. Falsch wäre die Verlagerung der Kosten etwa zu Lasten von Benzin-Autos. Auch Benziner werden immer umweltverträglicher.

Ein GA kostet pro Monat 340 Franken. Das wäre doch viel günstiger?
Es ist eine Illusion, zu glauben, der Schienenverkehr sei die beste Lösung. Das ist zwar sehr gut, wenn man von einer Stadt zur anderen fährt. Doch viele sind auf ihr Auto angewiesen. Zudem sind viele Strecken ohnehin schon überlastet. In den letzten 20 Jahren hat man viel in Schienen investiert. Wir haben aber Grenzen in unserem kleinen Land.


Luzian Franzini, Co-Präsident Junge Grüne Schweiz. (Bild: Peter Schneider/Keystone)

Herr Franzini, was halten Sie von 733 Franken monatlich für ein Auto?
Die Abgaben für Treibstoff sollten höher sein. Denn je günstiger man Auto fährt, desto grösser werden die Pendlerwege. Der Verkehr ist der grösste CO2-Verursacher. Höhere Abgaben setzen Anreize für den Umstieg auf ÖV.

Ist es nicht unfair, dass Autofahrer den Schienenverkehr finanzieren?
Die Tabaksteuer geht auch nicht zurück zu den Rauchern. Es ist normal, dass man mit Lenkungsabgaben andere Bereiche finanziert. Eigentlich finanzieren jene ohne Auto die Autofahrer: Wegen der Umweltverschmutzung steigen die Gesundheits- und Klimakosten. Dafür zahlen die Nicht-Autofahrer Milliarden. Das ist unfair.

Viele setzen aber auf individuelle Mobilität ...
Man kann auch mit dem Zug reisen und dann, falls nötig, ein Auto eines Car-Sharing-Anbieters nutzen. Das Konzept «jeder braucht ein Auto» ist veraltet. Nur auf E-Autos zu setzen, ist keine Lösung. Gerade durch die Digitalisierung gibt es viele innovative Mobilitätslösungen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Meischter am 03.10.2018 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV nein danke

    2 Erwachsenen, 2 Kinder und 2 Hunde und das ohne Halbtax = ÖV unbezahlbar

    einklappen einklappen
  • Ernesto am 03.10.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Autofahren ist für mich CH-Menschenrecht

    Ich habe nicht im Sinn mich von Grünen bevormunden zu lassen, wie ich meine Mobilität ausleben soll. Wenn die Grünen Zug fahren wollen, ist dies ok - wenn ich Auto fahren will, hat dies eben auch ok zu sein.

    einklappen einklappen
  • Orozbe am 03.10.2018 15:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Die Grünen? Diejenigen, welche noch nie in ihrem Leben einen Führerschein in den Händen gehalten haben?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bartli am 04.10.2018 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    So viel dazu

    Auf was läuft diese Statistik hinaus? Das ist die erste Frage die sich mir stellt. Die zweite lautet; will man gewissen Leuten die Privatmobilität nehmen, wenn es um Leistungszahlungen im Alter geht, als Beispiel? Zur ganzen Sache kann ich nur eines sagen; es spielen enorm viele Faktoren mit, was ein Auto für den Einzelnen kostet. Es hätte hier kein Platz dafür.

  • Toni Müller am 04.10.2018 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaub ich spinn.

    Die Grünen sollen für ihre mobilität z.B Bahn Bus Tram Radwege soviel zahlen wie es wirklich kostet, ohne Querfinanzierung. dann hätten sie plötzlich andere Sorgen.

  • Pendler am 04.10.2018 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitsweg

    Mein Arbeitsweg 30km. Mit dem ÖV 1 Std 15 Min von Tür zu Tür. Mit dem Auto benötige ich nur 25 Min. Es dürfte klar sein, dass ich mit dem Auto zur Arbeit fahre.

  • Ernst am 04.10.2018 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Garage Rechnung

    Heute, Service und Alternator: 1800.- Nächstes Mal im Ausland! Aber sicher!

  • Silvia Meier am 04.10.2018 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    66-jährige Arbeitnehmerin

    .. wieso meinen die Grünen immer alle Leute wären jung und sportlich??? Es gibt auch Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder ältere Menschen, welche nicht mehr in die Pedale treten können, aber trotzdem noch arbeiten.