Boomende Wirtschaft

10. August 2018 17:42; Akt: 10.08.2018 17:42 Print

«Einzelne Lohnerhöhungen sind problematisch»

Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne für alle. Gabriel Fischer von Travailsuisse erklärt im Interview, wieso.

Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik von Travailsuisse, erklärt, warum individuelle Lohnerhöhungen problematisch sind (Video: 20M).
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Mindestens 2 Prozent mehr Lohn für alle: Das fordern die Gewerkschaften Travailsuisse, Syna, Transfair und Hotel&Gastro in den Lohnverhandlungen für 2019 .

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Der wirtschaftliche Aufschwung müsse allen zugutekommen, begründen der Dachverband Travailsuisse und die ihm angeschlossenen Verbände Syna, Transfair und Hotel&Gastro am Donnerstag diese Forderung. Sie argumentieren nicht nur mit der guten Konjunktur, sondern auch mit der wieder anziehenden Teuerung.

Travail Suisse prangert an, dass in den letzten Jahren mehr individuelle als generelle Lohnerhöhungen stattgefunden haben. Zwischen 2006 und 2009 betrug der Anteil der generellen Lohnerhöhungen bei gesamtarbeitsvertraglichen Lohnabschlüssen noch 69 Prozent. Von 2014 bis 2017 hat sich dieser Anteil auf 35 Prozent fast halbiert. Somit werden derzeit zwei Drittel der Lohnerhöhungen individuell vereinbart.

«Individuelle Lohnerhöhungen sind intransparent»

Gabriel Fischer, Leiter Wirtschaftspolitik von Travailsuisse, erklärt im Video-Interview mit 20 Minuten, wieso der Trend zu individuellen Lohnerhöhungen für Travailsuisse ein Problem darstellt: «Einzelne Lohnerhöhungen sind problematisch. Individuelle Massnahmen sind intransparent und willkürlich.» Man wisse nicht, wer etwas, warum und wie viel bekommen habe. Fischer fügt an: «Einzelne Lohnerhöhungen sorgen für Missgunst und schlechte Stimmung im Unternehmen.»

Mehr Transparenz will Travailsuisse auch bei der Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern sehen. Laut der Gewerkschaft bestehe nach wie vor eine nicht zu erklärende Diskriminierung der Frauenlöhne von 7,4 Prozent. Der Branchenverband hält die Arbeitgeber darum an, die Gleichheit ihrer Löhne mit statistisch anerkannten Methoden zu überprüfen und bei Ungleichheiten Anpassungen vorzunehmen.

(vay)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 10.08.2018 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Die Realität wird wieder einmal wie folgt aussehen: die Chefetage erhält mehr Lohn, weil sie ja so tolle Arbeit leisten und alle Mitarbeiter erhalten keine Lohnerhöhung, weil die Wirtschaftslage so schelcht ist. Oder wegen Rücklagen für schlechte Zeiten, oder weil die Leistung der Mitarbeiter nicht genügend war, usw. Die Oberen finden immer Gründe warum sie mehr Lohn erhalten und warum die Mitarbeiter keine benötigen. Es bleibt also mal wieder alles beim alten.

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  • Cavi33 am 10.08.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist problematisch

    Wer ganz sicher mehr Lohn bekommt sind das Management und der VR, mit dieser Erhöhung ist dann die zur Verfügung stehende Lohnsumme von 2% fast restlos aufgebraucht.

  • Euro Frankus am 10.08.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht

    Villeicht könnte man in den Chef Etagen etwas sparen und statt 25000CHF pro Monat zum Beispiel 15000.- bezahlen. Dann könnten wir unten auch etwas mehr kriegen ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alex am 11.08.2018 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur gemeinsam gehts

    Wie wäre es, wenn mal wieder alle am gleichen Strick ziehen würden? Gilt für alle

    • Warum? am 11.08.2018 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex

      Mein Strick ist wahrscheinlich nicht mit ihrem zu kombinieren und somit sagt das gar nichts aus! Meine Bedürfnisse sind wohl nicht die ihrigen und umgekehrt. Und der soziale Status ist wohl auch verschieden! An welchem Strick sollen wir also ziehen?

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  • Daisydream am 11.08.2018 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für dumm verkaufen

    Die Oberen werden bestimmt mehr Lohn erhalten uns so wird es wahrscheinlich nicht mehr für die Unteren reichen, die ja eigentlich den Umsatz erarbeiten. Alle Jahre wieder. Ausreden wie schlechtes Wirtschaftswachstum oder Rückstellungen verhindern niemals eine Lohnerhöhung des Kaders. Die kommt auch bei roten Zahlen.

  • Herr Max Bünzlig Oberlehrer am 11.08.2018 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Herr Fischer , einzelne Lohnerhöhungen sind nur problematisch wenn sie in der Firma rum Posaunt werden.

  • Fair Ness am 11.08.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher nicht

    Die zocken lieber oben ab. Was sie volkswirtschaftlich kaputt machen ist denen egal bzw. weiss es der Grossteil der vermeintlichen Grössen gar nicht.

    • Alex am 11.08.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fair Ness

      Werfen Sie bitte nicht alle Firmen in einen Topf. Volkswirtschaftlich die vielen KMU relevant. Und gerade dort gibt es enorm viele ehrlich arbeitende Inhaber, die ihre Angestellten NICHT ausnutzen

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  • Secondo am 11.08.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Meinung eines Angestellten

    Immer dieses jammern über die da oben sitzen und so viel verdienen. Ja komm, dann wird doch selber mal CEO, Chef, Manager oder irgendwas. Das ist schon etwas schwere als man denkt. Anstatt immer nur zu reden... In jeder Firma bei der ich bisher gearbeitet habe, sind es immer die gleichen Typen die jammern. Es sind die immer unzufriedenen und faulen welche so wenig tun wie es nur geht, aber Ende Jahr dann Sprüche bringen wie: Mehr Lohn oder ich gehe. Alle wollen ihre Rechte wissen aber keiner will seinen Pflichten nachgehen!