Markenstreit

08. April 2018 21:12; Akt: 08.04.2018 22:19 Print

«Apple greift die Schweiz an»

Ein Schweizer Künstler ruft um Hilfe gegen Apple. Sein Onlineshop Apple Boutique ist dem Konzern ein Dorn im Auge.

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Der Schweizer Künstler Jules Petroz erhielt kürzlich von Apple böse Post. Das Unternehmen wehre sich dagegen, dass Petroz den Namen seines Onlineshops Apple Boutique als Markennamen schützen lassen will. Für Petroz war das nicht nachvollziehbar: Der Name beziehe sich auf den gleichnamigen Laden, den die Beatles während der 60er-Jahre in London eröffnet hatten, sagt Petroz zu 20 Minuten.

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«Apple Boutique» ...

Das Unternehmen beschuldigt den Welschen des Cybersquattings. Das bedeutet, dass Petroz mit dem Onlineshop von Apples Wiedererkennungswert profitiere. «Apple hat vor 30 Jahren verschlafen, den Begriff Apple Boutique als Marke zu registrieren, und will ihn mir jetzt gratis entreissen», beschwert sich Petroz.

Es sah wie ein Sieg aus

Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum in Bern lehnte die Einsprache von Apple allerdings ab. Das Unternehmen habe Petroz zudem einen Betrag von 1200 Franken zu zahlen. Für den Schweizer sah es wie ein Sieg aus.

Doch Apple gab nicht auf und zieht den Entscheid vors Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen. Im Zuge dessen forderte das Gericht den Welschen auf, ein Verteidigungsdossier vorzubereiten. Der Knackpunkt: Die Unterlagen müssen auf Deutsch sein.

«Ich brauche Hilfe»

Sämtliche Korrespondenz von Apple sei ebenfalls auf Deutsch gewesen. «Weder ich noch mein Anwalt sprechen gut Deutsch», sagt Petroz zu 20 Minuten. Womöglich nutze das Unternehmen dieses sprachliche Handicap aus. «Ich brauche Hilfe von jemandem, der Deutsch kann», so der verzweifelte Künstler.

Apple hat trotz einer Anfrage von 20 Minuten bisher noch keine Stellung zur Situation genommen. Die Anwälte weisen in ihrem Einspruch gegen die Markeneintragung allerdings darauf hin, dass Petroz nicht zum ersten Mal des Cybersquattings beschuldigt werde. Dazu sagt Petroz, seine Website habe an einem guten Tag grad mal 50 Besucher. Er profitiere nicht von Apples Namen und versuche das auch nicht.

Auf die Frage, ob sein Onlineshop durch das nun von Apple verursachte Aufsehen vielleicht mehr Besucher haben wird, antwortet Petroz: «Warum nicht?» Darum gehe es aber nicht, denn der Markenstreit zwischen dem kleinen Familienunternehmen und dem grossen ausländischen Konzern fühle sich für ihn so an, als würde Amerika die Schweiz angreifen.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sobli am 08.04.2018 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Landessprache

    Wir sind hier in der Schweiz da ist Französisch eine offizielle Landessprache das sollte auch den Herren in St. Gallen klar sein.

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  • AFB am 08.04.2018 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer greift wen an?

    Was ist denn das für ein Titel? So wie es im Text steht, hat er etwas ganz anderes gesagt, und dann einen Satz wie Apple greift die Schweiz an in Anführungszeichen zu schreiben, ist dann doch sehr irre führend!

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  • Mr. Moss am 08.04.2018 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Cybersquatting

    Eine kurze Recherche zur Domain History zeigt, dass der Künstler sich diesen Domainnamen vor knapp zwei Jahren kurz nach der damaligen Löschung gleich geschnappt hat. Das Unternehmen gebe es seit 30 Jahren, ist im Handelsregister aber nicht auffindbar. Der Domain Halter macht dies nicht zum ersten Mal so. Weiss nicht, welche Meinung ich mir hier nun bilden soll...?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Konrad am 09.04.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    kriegt euch ein

    Was ich hier sehr bedenklich finde ist, wie Leute Missbrauch gutheissen. Drehen wir doch mal den spiess um. Sagen wir Ihr habt eine Marke aufgebaut, egal wie gross oder klein diese ist, nun kommt ener und mach das mit euch. Ich wette euer ton und Einstellung wären dann ganz anderst. Es ist egal wie viele Milliarden eine Unternehemung macht oder nicht, es steht jedem zu seine Marke zu schützen.

  • utop am 09.04.2018 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple = Apfel

    oder darf man in der Obstauslage die Äpfel nicht mehr mit Apfel oder im englischen Sprachraum mit Apple anschreiben?

  • utop am 09.04.2018 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum auf deutsch

    wenn vor Verwaltungsgericht in St. Gallen der Fall verhandelt wird. Meinte immer in der Schweiz gibt es 4 gleichberechtigte Amtssprachen.

  • Beat-AR am 09.04.2018 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    Switzerland First

    ... und wieso muss nicht Apple das Dossier auf französisch verfassen?

    • Nick am 09.04.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      Weil in St. Gallen Deutsch gesprochen wi

      Ich will mal sehen, wie weit du in Genf mit Deutsch kommst.

    • jimmmy am 09.04.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

      lesen

      Lesen Sie den Artikel dann wissen Sie wieso.

    • Berni am 09.04.2018 10:39 Report Diesen Beitrag melden

      lesen Sie doch mal

      Lesen Sie den Text. Das Gericht in St. Gallen will das so. Es ist nicht Apple die es nicht können, sondern die St. Galler.

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  • Brenda Lee am 09.04.2018 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Imageschaden

    Durch solche Kinderreien schadet Apple sich nur selber..

    • Ono am 09.04.2018 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brenda Lee

      Glaube kaum, Apple hat weltweit einen so grossen Erfolg und wird ihn auch weiterhin haben.

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