Bewerbung

04. Februar 2019 11:52; Akt: 04.02.2019 12:24 Print

«Der Motivationsbrief muss schlüssig sein»

von S. Spaeth - Bewerber tun sich schwer mit dem Motivationsschreiben. Ob kreative Höhenflüge nötig sind, erklärt Personalexperte Jörg Buckmann.

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Belangslose Sätze und Floskeln – so sehen die meisten Motivationsschreiben von Jobsuchenden aus. Laut einer Auswertung von Personalexperte Jörg Buckmann zeigen drei von vier Bewerbern in ihrem Anschreiben keine Motivation. Auf was es im Brief wirklich ankommt und ob man besonders kreativ sein soll, erklärt Buckmann im Interview:

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Was halten Sie von Motivationsschreiben?

Jörg Buckmann, was tun, wenn eine Firma ein Anschreiben verlangt?
Wenn ein Anschreiben gewünscht ist, sollte man auf jeden Fall eines einreichen. Wichtig ist, aufzuzeigen, was einen am Job und am Unternehmen reizt. Zudem sollte man klar darlegen, weshalb der Wechsel in den neue Job der nächste sinnvolle Schritt in der Berufskarriere ist.

Muss man mit dem Anschreiben um jeden Preis auffallen?
Nein, auf keinen Fall. Das Motivationsschreiben muss vor allem schlüssig sein. In einem kreativen Beruf darf man aber schon mal etwas mehr wagen, etwa ein Bewerbungsvideo oder den Verweis auf bereits erfolgreich umgesetzte Projekte. Wichtig ist, individuell aufs Unternehmen einzugehen und keine Standardfloskeln zu verwenden.

Was kann man sonst noch tun, um bessere Karten zu haben?
Es ist wichtig, zu schauen, ob man jemanden kennt im Unternehmen. Damit kommt man womöglich an wichtige Informationen über die Firma und Job heran. Das kann beim Formulieren des Motivationsschreibens helfen. Zudem kann die Person womöglich ein gutes Wort für einen einlegen. Das eigene Netzwerk ist ein Job-Turbo!

Muss ich das Unternehmen vorher anrufen?
Gewisse RAV predigen das. Ich rate aber eher davon ab, ausser man hat eine wirklich wichtige Frage. Es geht darum, positiv in Erinnerung zu bleiben und nicht als Fragesteller, der der Firma wertvolle Zeit klaut. Die meisten Anrufer fragen Belangloses, etwa ob der online ausgeschriebene Job noch frei ist.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rosmarie Wüthrich am 04.02.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Was stimmt nun?

    Und vor kurzem kam ein Artikel in dem geschrieben stand, dass die HR-Menschen 90 Sekunden Zeit hätten um ein Dossier zu beurteilen. Diese "Motivationsschreiben" gehören abgeschafft. Ist der Lebenslauf interessant, kann die Person eingeladen werden und dann sieht man gut, ob diese Person motiviert ist oder nicht.

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  • Theo am 04.02.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Viele Unternehmen nutzen das Motivationsschreiben einfach noch als "Einstiegshürde". Einfach damit man sich wenigstens etwas bei der Bewerbung überlegt - das ist doch gar nicht so verkehrt. Viele Technologiekonzerne wie Google oder Microsoft verlangen mittlerweile jedoch gar keinen Begleitbrief mehr. Nur CV, am besten 1 Seite. Dafür sind die Interviewrunden dann viel länger. Zudem wird man dann eher auf Noten, Abschlüsse und Zertifikate reduziert. Das ist nicht unbedingt vorteilhaft für alle.

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  • Herr Max Bänzli Live im HR am 04.02.2019 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    am besten gleich im HR anrufen und die da voll Labbern bis die Stelle da ist

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 05.02.2019 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Berater

    Bei 50 Bewerbungen auch noch alle Motivationsschreiben zu lesen ist Zeitverlust. CV reicht völlig aus. Vorher snrufen finde ich richtig. Die Inserate werden über Monate aufgeschaltet, warum soll ich mich noch Bewerben, wenn das Unternehmen schon in der Enphase ist. Bitte beim nächsten Mal proffesionelle Berater beiziehen.

  • Leser am 05.02.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Märchenpost

    Auch Leute, die einfach dringend einen neuen Job suchen, schreiben vielleicht einen schlüssigen und überzeugenden Motivationsbrief, selbst wenn sie schon wissen, dass sie beim Unternehmen, bei dem sie sich bewerben, nicht lange bleiben möchten. Andere würden vielleicht super zu einer Stelle passen, aber das Schreiben solcher Briefe gehört nicht zu ihren Stärken.

  • Guschti am 05.02.2019 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ploderi HRM

    Ist es wirklich belanglos nach 30 Tagen nachzufragen ob der online Job noch zu haben ist?

  • Thom am 05.02.2019 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fachkräftemangel und es nicht verstanden

    Die meisten Firmen verwechseln Arbeiter mit willenlose Sklaven. Es sind zwei gleichberechtigte Partner die ein Vertrag eingehen. Meint einer der Parteien über dem anderen zu stehen, fangen die Probleme schon an. Wo bleibt eigentlich das Motivationsschreiben der Firma gegenüber dem Bewerber? Leute die wirklich etwas können, lachen über solche HR Mitarbeiter. In den USA gibt es dass schon länger, dass sich Firmen bei den Kandidaten bewerben!

    • Rolf Müller am 05.02.2019 21:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Thom

      Sie bringen es auf den Punkt. Leider ab einem gewissem Alter für den Arbeitnehmer nicht nachvollziehbar. Aber wenn man etwas kann schlägt man sich auch ohne festen Arbeitgeber gut durch.

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  • H.D. am 05.02.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Liebesbrief

    Ich hatte letzthin ein Gespräch mit 2 Mitarbeitern vom HR von 2 grossen Schweizer Unternehmen. Habe sie ausgefragt wegen dem Bewerbungsschreiben. Ihre Antwort: wir überfliegen das nur kurz, da wie keine Zeit haben alle Dossiers zu lesen! Sie schauen nur auf den CV!