Bombardier-Chef

18. Januar 2019 05:12; Akt: 18.01.2019 08:36 Print

«Der FV-Dosto ist ein guter und moderner Zug»

Stéphane Wettstein, Schweiz-Chef von Bombardier, geht beim SBB-Pannenzug in die Offensive.

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Der Schweiz-Chef von Bombardier, Stéphane Wettstein, hat sich bezüglich der Probleme mit dem neuen Doppelstockzug «FV-Dosto» zu Wort gemeldet. In Interviews mit den «Zeitungen von CH Media» vom Freitag verteidigt er das Prestigeprojekt gegen die Kritik.

«Die Zuverlässigkeit konnten wir in den vergangen Wochen deutlich verbessern. Wir sind zuversichtlich, dass wir schon sehr bald einen stabilen Betrieb zusammen mit den SBB etablieren können», sagte er. Die Probleme seien nicht gravierend und beträfen vor allem Türen und Schiebetritte. «Das ist natürlich ärgerlich, aber kein Sicherheitsproblem», betonte der Manager.

Von der unlängst kolportieren Vertragsstrafe will Bombardier Schweiz zudem nichts wissen. «Im Moment sind Schadenersatzzahlungen gar kein Thema. Dafür müsste zuerst ein vertraglicher Schaden entstehen. Das ist nicht der Fall», führte Wettstein weiter aus.

Viele Innovationen

Bezüglich dem Unmut von den SBB sagte der Bombardier-Schweiz-Chef, dass er sich persönlich gewünscht hätte, dass die Mitteilung anders formuliert worden wäre. «Wir sind mit den SBB bisher gemeinsam einen langen Weg gegangen und hätten auch gemeinsam kommunizieren können», betonte er. Die Diskussion, die nach dem Communiqué entstanden sei, werde der Sache nicht gerecht.

«Der FV-Dosto ist kein Pannenzug. Er ist ein fahrendes Rechenzentrum mit vielen Innovationen, die gut funktionieren», hob Wettstein hervor. So sei er der erste druckdichte Zug, der an Kreuzungen und in Tunnels keinen störenden Ohrendruck entstehen lässt. Er verfüge zudem über ein neues System, dass schnellere Kurvenfahrten erlaube. Obendrein seien die Platz- und Lichtverhältnisse angenehm. «Es ist ein guter und moderner Zug.»

Obwohl die Einführungsphase nicht optimal laufe, verteidigt sich der Manager weiter: «Wenn man einen neuen Zug einführt, kann man keinen Probebetrieb im Labor durchführen. Erst auf dem öffentlichen Netz werden die Probleme sichtbar.» Rückblickend hätte er die Züge aber früher in Betrieb genommen, um Erfahrungen zu sammeln. Allerdings sei Bombardier nicht für alle Probleme verantwortlich, sagte er.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ex SBBler am 18.01.2019 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut geht anders

    An der Gotthardtunnel-Einweihung im Sommer 2016 putzte derselbe Wettstein einen nach der Inbetriebsetzung fragenden Journalisten ab und meinte man werde schon in einem Jahr wieder ein grosses Fest haben weil der Twindexx den fahrplanmässigen Dienst aufnehmen werde. Das wäre dann 2017 gewesen. 2019 ist an einen fahrplanmässigen Einsatz weiterhin nicht zu denken. Da kann Wettstein weiterhin schwafeln, wir glauben kein Wort so lange der Zug nicht störungsfrei fährt.

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  • Pat am 18.01.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versprechen nicht einhalten

    Bla bla bla... Fakt: gerade Türstörungen, welche hier als klein eingestuft werden, können im täglichen Einsatz zu massiven Verspätungen führen. Dies ist bei einer so dichten Belegung der Gleisanlagen nicht akzeptierbar und führt zu massieven Störungen des Betriebs. Die Kiste sollte schon lange in Betrieb sein, also sicherlich auch einen Verstoss gegen das Vertragswerk. Bombardier liefert die Flugzeuge und Züge zu spät, wird auch mit sen VBZ Trams nicht besser laufen. Zu tief und mit zu sportlichem Terminplan offerieren, damit man die GAT Ausschreibung gewinnt und den Auftrag erhält.

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  • Realo am 18.01.2019 07:15 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe SBB,

    Man kann nicht alles haben. Insbesondere wenn laufend am ursprünglichen Anforderungsprofil herumgebastelt wird. Ist leider so. Obwohl das gerne bagatellisiert wird, auch von "Insidern" in Foren wie diesem.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 19.01.2019 19:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    haha

    quadi der tesla unter den zügen!?

  • SaftRegierungsLaden am 19.01.2019 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Meier ist schuldig

    Er hat im nachhinein den Auftrag geändert und die Züge behindertengerecht umbauen lassen, deshalb die Verspätung. Aber die Schuld immer bei anderen suchen ist einfacher...

  • Cavi33 am 19.01.2019 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was Fakt ist weiss keiner

    Ich nehme doch an dass die SBB die verspätete Lieferung mittels Pönale vertraglich festgelegt hat. Diese ist meistens auf eine maximale Summe festgelegt, kann auch in Prozent sein. Dass es sich da um x- hundert Mio CHF handeln könnte gehört ins Reich der Fabeln . Die Politiker wissen es ja auch nicht, zudem muss klar sein wie der Originalvertrag abgefasst ist, nämlich in englisch oder deutsch.

  • Leo am 19.01.2019 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Begeistert

    Ich durfte mit dem neuen Zug von Lenzburg nach Basel fahren und war begeistert. Einer Rollstuhlfahrerin hat eine Passagierin schnell beim Ausstieg geholfen. Schnell, unkompliziert, ein "Kinderspiel" für die Helferin.

  • Hansruedi Ka. am 19.01.2019 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meins

    Mein Auto ist auch gut :-)