Kuoni und Krisenherde

22. März 2011 17:45; Akt: 22.03.2011 17:45 Print

«Der Reisemarkt wird sich rasch erholen»

von Hans Peter Arnold - Kuoni-Chef Peter Rothwell bleibt trotz Krisenherden und Aktienabsturz cool: Noch in diesem Jahr sollten sich Ägypten und Tunesien erholen.

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Kuoni-Chef Peter Rothwell ist für Ägypten und Tunesien optimistisch. (Bild: Keystone)

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Im laufenden Jahr liegt der Buchungsstand beim Schweizer Reisekonzern Kuoni sieben Prozent unter dem Vorjahr. Doch das ist für Kuoni noch kein Grund das Handtuch zu werfen. Aufgrund der ersten zehn Wochen seien seriöse Hochrechnungen auf das gesamte Jahr 2011 nicht möglich, meint Kuoni-Chef Peter Rothwell gegenüber 20 Minuten Online.

Verantwortlich für den negativen Trend zu Jahresbeginn sei vor allem der Aufruhr in arabischen Staaten und die Umrechnung in Schweizer Franken. Rothwell: «Allerdings bildet dieser vorläufige Trend in keiner Weise ein Indiz für den Verlauf des Gesamtjahres 2011, zumal das Tour-Operating nur ein Teil unserer Aktivitäten ist.»

Nur kurzfristiger Japan-Effekt

Die Katastrophe in Japan sollte das Geschäft von Kuoni nur kurzfistig tangieren. «Unser Schwerpunkt liegt bei den Reisen von Japanern nach Europa», so Rothwell. Fraglich sei, wie stark sich das Reiseverhalten der Japaner im Sommer ändert. Denn diese Buchungen treffen erst in den kommenden Monaten ein.

«Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich der Reisemarkt von regionalen Krisen schnell erholt», sagt Rothwell. Mit der aktuellen stabileren Lage sollten die Reiseziele Ägypten und Tunesien in diesem Jahr wieder das Comeback feiern. Was die Schweizer Kunden betrifft: Hier macht Kuoni den grössten Teil des Geschäfts im zweiten Halbjahr. Auch buchen Schweizer tendenziell spät.

Kuoni-Aktie verliert bis sechs Prozent

An der Schweizer Börse verlor die Kunoi-Aktie im Handelsverlauf bis sechs Prozent. Analysten führen die Abgaben vor allem auf die aktuellen Buchungszahlen zurück. Das Geschäftsergebnis gefiel den Analysten hingegen. Der Umsatz der Kuoni-Gruppe belief sich im vergangenen Jahr auf 3,984 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Wachstum von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Konzerngewinn konnte Kuoni gegenüber dem Vorjahr deutlich von 2 auf 23 Millionen Franken steigern. Die Reorganisation der Kuoni-Gruppe, Kosteneinsparungen sowie die allgemeine Erholung der Weltwirtschaft hätten sich positiv ausgewirkt, hiess es an der heutigen Bilanzmedienkonferenz.