Wirtschaftskrise

17. März 2020 21:05; Akt: 17.03.2020 21:05 Print

«Die schwierigste Zeit kommt leider erst noch»

von Raphael Knecht - Die Coronavirus-Krise belastet die Wirtschaft massiv. KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm gibt im Interview seine Einschätzung.

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Herr Sturm, stecken wir in einer Weltwirtschaftskrise?
Ja, es ist sicher eine Weltwirtschaftskrise. Wir vergleichen die Situation mit der Finanzkrise Ende 2008. Die Frage ist jetzt, wie wir da wieder rauskommen können. Die schwierigste Zeit kommt leider erst noch: Die Nachfrage der Konsumenten wird weiter sinken und auch Liefer- und Versorgungsengpässe werden immer grösser. Wir müssen also mit noch schlechteren Wirtschaftszahlen rechnen als bisher.

Kriegen wir auch bald weniger Lohn?
Die Lohnentwicklung wird wohl schwächer ausfallen als ohne Coronavirus-Pandemie. Anders sieht es allerdings im Gesundheitssektor aus – dort könnten sogar Lohnsteigerungen möglich sein.

Wegen der Massnahmen des Bunds spüren Bürger die Krise jetzt. Ist das nur die öffentliche Wahrnehmung, oder hat sich auch für die Wirtschaft viel verändert?
Sowohl als auch. Ich habe immer noch die Hoffnung, dass der Produktionsbetrieb weiterhin stattfinden kann – wenn auch nicht überall. Jetzt einen Friseurtermin zu bekommen ist aber schwierig. Trotzdem ist es nicht so, dass die ganze Wertschöpfung zusammenbricht. Wir müssen dafür sorgen, dass das System aufrecht erhalten bleibt.

Wie?
Vor allem der Bund muss dafür sorgen, dass gesunde Firmen das nötige Geld erhalten, damit sie finanzielle Engpässe überbrücken können.

Müssen wir uns Sorgen um Nahrungsmittelengpässe machen?
Ich glaube nicht, dass es dauerhaft grosse Lieferengpässe im Versorgungsbereich geben wird. Wir gehen davon aus, dass wir weiterhin in der Lage sein werden, die benötigten Produkte herzustellen oder zu importieren. Momentan gibt es zwar Hamsterkäufe, aber das wird kein Dauerthema bleiben.

Wie steht die Schweiz im internationalen Vergleich da?
Unser Vorteil ist, dass wir uns in einer gesunden finanzpolitischen Situation befinden. Es gibt viel mehr Spielraum, die Bevölkerung und Firmen zu unterstützen, als das vielleicht anderswo der Fall ist. Aber die Schweizer Wirtschaft ist stark mit anderen Wirtschaftsräumen verbunden, etwa mit Europa.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nora Zolliker am 17.03.2020 21:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinne gemacht, und jetzt?

    Während die Firmen in den letzten Jahren sich eine goldene Nase verdient & Geschäftsleitungsmitglieder ihr Portemonnaie gefüllt haben, haben sie verpasst, sich für schlechte Zeiten genügend Reserven anzuhäufen. Ich wurde dafür belächelt, es sei nicht wirtschaftlich. Nun werden die BürgerInnen wieder bluten müssen - denn der Staat wird die Firmen finanziell unterstützen, aber nicht die Arbeitnehmer - wie in jeder Krise. Freuen wir uns auf unsere Steuerrechnung.

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  • Gio B. am 17.03.2020 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwierige Zeit kommt noch

    Solche Negativ-Plauderi brauchen wir jetzt dringend. Das weiss jetzt jeder, dass es schwierig wird!

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  • remo müller am 17.03.2020 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unterstützung

    genau!! gesunde firmen sollen unterstützung erhalten... firmen bei denen das geschäftsmodell schon immer spekulativ, nicht nachhaltig war ... nein !!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kvlehrer am 18.03.2020 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Höhenflüge für BIPs

    Muss wieder so ein selbstverliebter Typ aufzeichnen, was sich aufgrund seiner narzisstischen Veranlagung ergeben wird. Klar drückt das Virus die Wirtschaft, aber ein paar Monate nach Corona könnte sich eine sehr prosperierende Entwicklung ergeben.

  • Nachdenker am 18.03.2020 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Massnahmen???

    Ich habe keine Angst mich anzustecken. Auch weiss ich dass meine betagten Eltern nicht ewig leben. Ich sorge mich um die Kinder?

  • Word am 18.03.2020 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!! Bin ich froh

    Ihr Menschne müsst erst begreifen wer die Wirtschaft ist! Es sind die superreichen in unserem Land denen über 50 Prozent des Vermögens gehört und wenn es heisst die Wortschaft geht bachab ist das gut für uns! Wir brauchen nicht noch mehr unsinnige Medikamente oder Produkte die nichts bringen. So wird dann das Geld wieder verteilt. Denkt daran immer wenn Ihr für Geld arbeitet macht ihr reiche Menschen noch reicher. Und wer ein Job hat lebt gerade am Existenzminimum. JOB heisst just over Broke!!! Also gerade soviel zum überleben. Die Lösung steht seit 2020 Jahren in der Bibel.

  • Tichiku am 18.03.2020 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnung stunden

    wieso werden uns wie in Frankreich die Rechnungen für Strom Wasser Steuern nicht gestundet. Habe gestern 2 Rechnungen zahlbar bis 31.3.je über Fr. 4000.00 MWST und Steuern an den Staat bezahlt. Bin ein 1 Mann Betrieb.

    • Michi am 18.03.2020 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tichiku

      Weil du diese Geld schon VOR der Krise verdient (Steuern) und verbraucht (Strom) hast und die Rechnugen vermutlich schon zwei Wochen im Haus sind!

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  • Toni am 18.03.2020 07:08 Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    Schweizer Bund grösste Mafiaorganisation der Welt!

    • Cappo am 18.03.2020 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Toni

      Leute die sowas behaupten, gönne ich die Krise noch monatelang!

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