Ex-Chef Oswald Grübel

06. Oktober 2019 05:25; Akt: 06.10.2019 06:19 Print

«Ein Schweizer soll die Credit Suisse führen»

Für den früheren CS-CEO Oswald Grübel macht die Bank in der aktuellen Krise keine gute Figur.

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«Die ausländischen Medien platzen vor Schadenfreude»: Ehemaliger Chef der Credit Suisse. (Archivbild) Tidjane Thiam bleibt CEO der Credit Suisse. Das hat der Verwaltungsrat mit Präsident Urs Rohner entschieden. Damit kann sich Thiam trotz der Affäre rund um die Beschattung des Ex-CS-Bankers Iqbal Kahn an der Spitze der Grossbank halten. Khan tritt am 1. Oktober seine neue Stelle bei der Konkurrentin UBS an. Der Hintergrund der Querelen bei der CS ist eine Beschattungsaffäre. Die CS liess Topbanker Iqbal Khan überwachen, weil sie glaubte, er nehme Kunden zur UBS mit. Doch auch privat eskalierte zwischen Thiam und Khan einein Streit – offenbar auch wegen Baulärms. Die beiden sind Nachbarn. Dazu kam es an einer Cocktailparty von Thiam. Es habe sich ein hitziges Wortgefecht entwickelt, offenbar fielen Beleidigungen, möglicherweise auch Drohungen, schreibt die «NZZ am Sonntag». (Im Bild: Iqbal Khan) Wegen der Beschattung reichte Khan Anzeige ein. Die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft erklärte am Montag, sie habe ein Strafverfahren wegen Nötigung oder Drohung eröffnet. Im Mittelpunkt der Affäre steht ein Streit zwischen CS-Chef Tidjane Thiam (im Bild) und Khan. Khan hat die CS zu äusserst vorteilhaften Konditionen verlassen. Dem Vernehmen nach befindet die Credit Suisse am Montag oder Dienstag darüber, ob sich CEO Tidjane Thiam an der Spitze halten kann. Es sei denkbar, dass Thiam den Hut nehmen müsse, sagt Wirtschaftsjournalist Lukas Hässig. Es gebe aber auch die Möglichkeit, dass statt Thiam jemand anders gehen müsse. Ein mögliches Bauernopfer ist Pierre-Olivier Bouée, seit 2015 Chief Operating Officer. Ein möglicher Nachfolger für Thiam wäre Thomas Gottstein, spekuliert Hässig. Dieser ist seit 2016 CEO der Credit Suisse Schweiz.

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Die Verteidigungsstrategie der Credit Suisse mit der Kernaussage «CEO Thiam wusste von nichts» hält der frühere Chef der Grossbank für unglaubwürdig, wie er in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagte. Für Oswald Grübel macht die CS deshalb im Umgang mit der aktuellen Krise keine gute Figur.

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«Und das schadet dem Schweizer Finanzplatz. Die ausländischen Medien platzen vor Schadenfreude. In einem Geschäft, in dem vor allem Kompetenz verlangt wird, gibt es nichts Schlimmeres, als lächerlich dazustehen», sagte er der Zeitung.

Wenn es nach dem Ex-CEO der CS geht, solle künftig wieder ein Schweizer die Grossbank führen. «Es ist hilfreich, im globalen Geschäft Angestellte zu haben, die internationale Erfahrung mitbringen», sagt Grübel der «NZZ am Sonntag». «Aber die Schweizer Banken sind heute weniger global als 2009. Da würde es Sinn machen, wieder einen Schweizer als CEO einzusetzen.»

Mitarbeiter-Überwachung

Die Credit Suisse überwacht seine Mitarbeiter mit Hilfe des US-Softwarekonzerns Palantir, wie der «SonntagsBlick» schreibt. Dabei werden sämtliche E-Mails der Angestellten gescannt, um so potenziell gefährlichen Mitarbeitern frühzeitig auf die Schliche zu kommen.

Für das Büro des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten sei das laut der Zeitung ein heikles Spannungsfeld: «Wenn eine Bearbeitung einzig dem Zweck der Leistungsförderung und -kontrolle oder der Überprüfung der Vertragstreue von Mitarbeitenden dient, darf diese nicht über das auch in anderen Branchen zulässige Mass hinausgehen», sagte deren Sprecher Hugo Wyler.

(chk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roli1966 am 06.10.2019 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    egal wer

    aber der jetztige CEO und Verwaltungsratspräsident müssen weg

    einklappen einklappen
  • Geissenpeter am 06.10.2019 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    endlich

    sagt das jemand aus der Oberschicht.

    einklappen einklappen
  • Annemarie am 06.10.2019 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Theater !

    Mit diesen ausländischen CEOs nur Lämpen !Trotzdem garnieren diese Brüder noch zuviel ab!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Seiler am 07.10.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Immer relativ

    Ich finde eigentlich auch dass ein CHer die CS fuehren sollte, ein Garant fuer Erfolg ist es aber auch nicht. Schaut Urs Rohner an, ein Schweizer und trotzdem gibt es Probleme.

  • Viktor am 07.10.2019 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skandal

    Thiam muss entlassen werden, das ist konsequent! und ich ziehe meine Konsequenz und ziehe mein Geld von UBS ab!

  • Eveline am 07.10.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kunden Augen auf und Bank wechseln

    Ja glaubt ihr denn im ernst dass der CEO über die Bankgeschäfte entscheidet und wenn er einen Fehlentscheid macht auch noch mit seinem Privatvermögen haftet ? Mitnichten. Entscheiden tut immer der Verwaltungsrat auf Druck der Investoren. So läuft dieses Geschäft. Bei Misswirtschaft wird einer oder zwei gekündigt, für die stehen aber bei einem andern Institut schon wieder Tür und Tor sperrangelweit offen. Die haben nie etwas zu befürchten, müssen keinen Cent vom millionenhohen Privatvermögen ans Desaster hergeben. So läuft das leider bei uns.

  • Lane am 07.10.2019 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CS

    Die CS muss wohl total am Boden sein bevor sie handelt! Das ganze Team an der Spitze muss weg, und durch CH Banker ersetzt werden! Damit das Vertrauen, wenn überhaupt, zurück kehrt! Leute aus anderen Ländern wo Korruption und Zocken Normalität sind, an der Spitze einer CH-Bank würde ich keinen Franken anvertrauen niemals! Siehe London die CS wohl nichts gelernt 2 Mill. Verzockt, und wieder die selbe Sorte, das ist unglaublich! Weg mit solchen Typen und sofort ausgewiesen!

  • peter am 07.10.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    so what

    das sagt der mann welcher 80% menschlichen dna muell in seinen abteilungen sitzten hat (ubs - IT). arn und ein coruptes team laesst gruessen.