Private gegen SRG

08. Januar 2013 12:23; Akt: 08.01.2013 13:16 Print

«Ein eigentlicher Krieg»

Private Medien wollen die SRG-Offensive im Internet stoppen. Der Relaunch der SRG-Homepage, die zu einem Newsportal werde, dürfe nicht toleriert werden, wettern die Verleger. Sie stören sich vor allem an den langen Texten.

Der Präsident Schweizer Medien, Hanspeter Lebrument, äussert an der Dreikönigstagung seine Wünsche an den Generaldirektor der SRG, Roger de Weck. (Keystone)
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Die Auseinandersetzung zwischen den Schweizer Verlegern und der SRG um Angebote im Internet verschärft sich. Der per Anfang 2013 neu gestaltete Online-Auftritt der SRG-Sender müsse rückgängig gemacht werden, forderte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument.

Die langen Texte auf den Online-Portalen der SRG-Sender seien durch kürzere Nachrichten zu ersetzen, verlangte Lebrument am Dienstag anlässlich der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Medien in Zürich vor knapp 300 Vertretern der Branche. Die SRG-Portale sollten ihre audiovisuellen Angebote in den Vordergrund rücken.

Keine Tricks

«Der Vormarsch der SRG im Internet muss gestoppt werden. Die Verleger müssen verhindern, dass die Sender des öffentlich-rechtlichen Radio und Fernsehens mit allerlei Tricks versuchen, ein Nachrichtenportal zu betreiben», sagte Lebrument. Das gelte auch für die anhaltenden Bestrebungen der SRG, bezahlte Werbung auf ihren Portalen zu platzieren.

Der Bundesrat hatte der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) Mitte September 2012 Werbung auf Internet-Portalen vorerst verboten. Im Gegenzug hatte es die Landesregierung der SRG erlaubt, die Internet-Seiten publizistisch auszubauen. Zuvor hatten die SRG und die privaten Verleger in zweijährigen Gesprächen keine Lösung gefunden.

Miserables Verhältnis

«Zwischen der SRG und den privaten Verlegern herrscht ein eigentlicher Krieg», sagte Lebrument. Das Verhältnis zwischen den beiden Gruppen sei noch nie so schlecht gewesen wie heute. Zu Zeiten von Leo Schürmann und Antonio Riva sei die SRG noch auf Ausgleich bedacht gewesen. Das sei Vergangenheit. Die SRG sei heute auf Konfrontationskurs.

Der Verband Schweizer Medien habe eine Task-Force eingesetzt, die sich schwerpunktmässig mit Problemen rund um die SRG beschäftige. Das Ziel sei es, den Ausbau der SRG auf allen Ebenen zu stoppen. Lebrument liess durchblicken, dass die Verleger auf politischer Ebene ihr Gewicht in die Waagschale werfen werden, um dieses Ziel zu erreichen.

Das eidgenössische Parlament wird sich demnächst mit Änderungen der Konzession für Radio und Fernsehen sowie mit einer Teilrevision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) befassen. Dabei geht es auch um die Radio- und Fernsehabgabe für alle, inklusive Unternehmen. Die Verleger befürchten, dass Firmen dadurch weniger Geld für Werbung ausgeben.

Trotz des Zwists mit der SRG zeigte Lebrument Gesprächsbereitschaft: «Wir reden miteinander, auch wenn der Ton harscher geworden ist.»

Düstere Prognose

Ein düsteres Bild zeichnete der Verlegerpräsident vom Umfeld, in dem sich die privaten Anbieter von Presseprodukten derzeit befinden. Das Jahr 2012 sei für viele Verlage unbefriedigend verlaufen.

Kleinere Verlage stellten sich die Frage, ob ein weiteres schlechtes Jahr noch verkraftbar sei. Ein Schulterschluss mit einem der grossen Player werde ernsthafter geprüft als auch schon. Die Prognosen für 2013 böten wenig Hoffnung.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CH-Meinung am 09.01.2013 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Konsumenten bitte aus dem Spiel lassen

    Medien + SRG müssen entlich beim eigenen Personal Federn lassen, d.h. Geld einsparen - der Konsument ist nicht mehr bereit mehr zu bezahlen.

  • Mike am 08.01.2013 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr Zeitgemäss

    Lasst doch SRG tun was sie will - hauptsache diesen "Verein" nicht mehr zwangssubventioneren.

  • Tina Stettler am 08.01.2013 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gas geben liebe Verlage!

    Neuerungen/Flexibilität und Anpassung ans Medienverhalten der jüngeren Generationen, dass sollten die Verlage angehen. Es geht nicht darum den Kuchen betreffend Einnahmen oder Newsmitteilungen neu untereinander aufzuteilen. Bringt gar nichts, ist langweilig! Diejenigen, welche die Bedürfnisse zuerst erkennen und ein gutes Produkt auf den Markt bringen, werden zuerst gelesen und haben Erfolg.

Die neusten Leser-Kommentare

  • CH-Meinung am 09.01.2013 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Konsumenten bitte aus dem Spiel lassen

    Medien + SRG müssen entlich beim eigenen Personal Federn lassen, d.h. Geld einsparen - der Konsument ist nicht mehr bereit mehr zu bezahlen.

  • Tina Stettler am 08.01.2013 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gas geben liebe Verlage!

    Neuerungen/Flexibilität und Anpassung ans Medienverhalten der jüngeren Generationen, dass sollten die Verlage angehen. Es geht nicht darum den Kuchen betreffend Einnahmen oder Newsmitteilungen neu untereinander aufzuteilen. Bringt gar nichts, ist langweilig! Diejenigen, welche die Bedürfnisse zuerst erkennen und ein gutes Produkt auf den Markt bringen, werden zuerst gelesen und haben Erfolg.

  • rappenspalter am 08.01.2013 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    horrende gebühren

    die verleger sollen zuerst der billag an den kragen.

  • Souffleur am 08.01.2013 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    SRG Portal

    Die würden lieber mal was schrieben was jemanden interessiert anstatt den leuten die innovativ sind steine in den weg zu legen.

  • Ff am 08.01.2013 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht zu gebrauchen

    Haben die nicht einen neuen namen? Wie dem auch sei. Srf ist wohl kaum eine konkurrenz zu privaten newsportal. Die bringen ja nicht eine liveschaltung ohne störung hin. Das hd bild ist auch das mieseste welches ich empfange. Zuerst die kernaufgabe richtig machen, bitte!