Schnäppchenjäger

27. April 2019 20:01; Akt: 27.04.2019 20:01 Print

«Es ist kein Geiz, sondern ein Müssen»

Schweizer achten immer öfter auf Rabatte und Aktionen. Das liegt für die 20-Minuten-Leser aber nicht unbedingt am Geiz. Vielen fehlt das Geld oder die Motivation, mehr zu bezahlen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Ich verdiene gut, kaufe aber auch Aktionen»

Reto: Wo ist das Problem? Ich habe zwar ein Jahreseinkommen von 250'000 bis 300'000, kaufe aber (wenn ich es grad brauche) auch Aktionen. Beispielsweise hatte letztes Wochenende der Denner Rindsfilet für den halben Preis. Sehr gute Qualität.

Umfrage
Achten Sie auf Aktionen?

Ben: Der Aktionspreis ist in Tat und Wahrheit der richtige Preis. Alles andere ist überteuert.

Hzwo: In England, zum Beispiel bei Morrison, wird am Abend immer das Brot mit teils über 90 Prozent Rabatt verkauft anstatt es wegzuwerfen. Zum Beispiel 9 Rappen anstatt 1.20. Das lohnt sich und find ich auch sinnvoller als vernichten. Sollte hierzulande auch gemacht werden, auch wenn es vielleicht den Händler ein wenig Umsatz kostet. Dafür wächst der Respekt und das Ansehen des Marktes, was in der Schweiz meines Erachtens nicht mehr vorhanden ist.

«Kein Geld hat nichts mit Geiz zu tun»

Tycho: Vielleicht sind auch einfach nur die steigenden Krankenkassenprämien schuld, dass die Konsumenten mehr auf den Preis schauen müssen.

Butterblüemli: Ich kann für mich reden und eventuell für viele andere. Es ist kein Geiz, sondern ein Müssen, damit man bis zum Ende des Monats über die Runden kommt. Sicher für einige nicht nachvollziehbar.

Tom Tomson: Schon mal daran gedacht, dass wir im Verhältnis zu den obligatorischen Abgaben immer weniger verdienen? Hat nichts mit Geiz zu tun!

Peter W.: Bodenlose Frechheit, den durch enorm teure Lebensmittel aufgezwungenen Sparsinn «Geiz» zu nennen.

Marco: Ich bin Handwerker, verdiene netto 4500.-. Nach allen Pflichtabzügen muss ich mit dem, was ich steuern kann, sehr gut haushalten. Ich will nie in Schulden geraten oder auf andere angewiesen sein. Wenn es keine billigen Nahrungsmittel mehr geben sollte, werde ich halt mehr Cervelat essen müssen.

schrotti: Ich kaufe vieles zum halben Preis, bevor das Datum am nächsten Tag abgelaufen ist. Grosspackungen packe ich um und was ich kann, friere ich ein oder mache es im Einmachglas ein. Hat nichts mit Geiz zu tun, sondern einfach kein Geld. Meine fetten Jahre sind vorbei und der Rubel gerollt. Jetzt muss ich auf verbilligte Aktionen achten. Fleisch kaufe ich generell nur heruntergesetzt. Mein Rekord war für eine Aktion von 5 Bratwürsten, die nur noch 5 Stutz kosteten und wegen dem Datum nochmals 50 Prozent billiger waren. Eine Bratwurst kostete danach nur noch 50 Rappen. Alle einzeln eingefroren und freue mich jedesmal darüber. Habe schon Reis gehabt, der 5 Jahre übers Datum war und der war immer noch fein. Kein Geld hat nichts mit Geiz zu tun.

«Jeder muss selbst wissen, wo er Prioritäten setzt»

Gilly: Ach kommt! Hören wir doch auf zu klagen. Das Problem ist nicht, dass wir immer weniger haben, sondern immer mehr wollen. Beim Essen sollte man nicht sparen, da es das einzige ist, was wir in uns rein werfen. Darum nur das Beste!

Beobachter: Gejammert, was das Zeug hält. Aber jeder hat 2 Handys, Auto, iPad, moderne Wohnung, 3-4 Mal Ferien, 2 TVs, teure Klamotten, usw. Was soll das?

King Ralph: Muss schon jeder selbst wissen,
wo er/sie Prios setzt – aber sich Luxusgüter leisten und an Lebensnotwendigem sparen hat für mich dann schon was mit Geiz zu tun. Also wer seine Prios auf Luxusgüter und Billig-Food setzt, sollte demnach nicht jammern, das Lebensmittel und so zu teuer sind.

Argus: Und warum wundert ihr euch? Die Geschäfte sind ja das ganze Jahr im «Aktions-und Schnäpchenmodus». Die Marketing- und Verkaufsleute erziehen sozusagen eine Geiz-ist-geil-Generation heran. Die Leute verlieren das Gespür und den Sinn für die Logik und kaufen alles, ob es sinnvoll und qualitativ gut oder schlecht ist. Selbst denken: Fehlanzeige. Wie die Lemminge wird drauf los gekauft. Die Strategie der Verkaufsprofis geht also auf. Also liebe Leute: Teurer wäre oft günstiger und bei Lebensmitteln gesünder. Lasst euch nicht über den Tisch ziehen!

(vro)

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Elias Truttmann am 27.04.2019 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geiz?

    Schon mal daran gedacht, dass stagnierende Löhne und rasante Teuerung vor allem bei staatsnahen Dingen ein Problem sein könnten? Krankenkassenprämien z.b. lassen grüssen.

    einklappen einklappen
  • mari am 27.04.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gehts noch..

    geiz oder müssen aufs Geld achten!?!Eher das Zweite!

    einklappen einklappen
  • Tycho am 27.04.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    evtl. liegt's an den KK-Prämien

    vielleicht sind auch einfach nur die steigenden Krankenkassenprämien schuld, das die Konsumenten mehr auf den Preis schauen müssen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Béatrice Remund am 28.05.2019 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schnäppchenjagd

    Wenn man wie Ich IV Bezügerin bin, bleibt einem keine andere Wahl, als auf Aktionen zu achten. Bin jedoch keine, Die erst vor Ladenschluss auf Schnäppchensuche gehe, achte aber sehr auf Aktionen, wenn die Qualität trotzdem stimmt.

  • Nadja Aellen am 02.05.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Armutsbetroffene CH Bürger

    Hilfsbedürftige Schweizer gibt es viele, zudem der Kanton Bern noch 8% kürzen will.... Und dies finde ich " bschämig", bei den armutsbetroffenen Menschen, welche eh schon zur Randgruppe gehören, ich auch seid knapp 2 Jahren, und dies mit 50-ig, bin sehr jung geblieben..

    • Fairplayer am 03.05.2019 21:10 Report Diesen Beitrag melden

      Arbeiten sollte sich finanziell lohnen

      Würden statt immer nur die Topverdiener und die Unternehmen, endlich auch mal der Mittelstand und die unteren Einkommensschichten steuerlich entlastet, wären die Stimmbürger auch eher bereit, höhere Sozialhilfeleistungen zu befürworten. Aber da zu viele Workingpoors nach Bezahlung ihrer Steuern und KK-Prämien kaum besser dran sind, als die nicht arbeitenden Sozialhilfebeziehenden, betrachten verständlicherweise halt viele von ihnen die Armenunterstützung als zu grosszügig.

    einklappen einklappen
  • Ben am 01.05.2019 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einkaufs-Tourismus

    Der Mittelstand wird in der Schweiz abgezockt, nicht zu vergessen alle ü45 welche in der CH-Arbeitswelt langsam aber stetig ausgestuhlt werden also wen wunderts???

  • Ingenieur am 01.05.2019 14:08 Report Diesen Beitrag melden

    Say no to Socialism

    Was mir Sorge bereitet, ist die Politik, spezielle Grüne/SP welche defakto eine De-Industrialisierung der Gesesellschaft bezwecken will. Gehen Sie Beispielsweise nach Frankreich, haben sie viele Gegenden in denen keine Industriegüter und technische Güter mehr Produziert werden (De-Industrialisierte Gegenden). Viele Menschen haben in solchen Gegenden wirklich KEIN Geld. Speziell die Arbeitenden. Und es gibt auch keine Möglichkeiten um an Geld zu kommen. Dort sind Essenskosten ein "reales" Thema. Dort will ich nicht hin, wir sind aber auf dem besten Weg dahin.

  • 807687 am 30.04.2019 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ich will nur das Beste...

    ...zum halben Preis. Einmal pro Woche Fleisch aus Demeter-Produktion, herabgesetzt auf 50% - obwohl ich 500.-- unter dem Existenzminimum lebe, kann ich mir das leisten. Ich esse 2 Mahlzeiten pro Tag statt drei. Und ich kaufe nur, was ich gerade brauche. Dank Offenverkauf beim Gemüse/Obst kann ich in den Laden gehen und mit einem einzigen Apfel rauslaufen. So gibt es auch keine Abfälle der kostbaren Nahrungsmittel.