Coop-Chef Joos Sutter

23. Februar 2016 18:44; Akt: 23.02.2016 18:44 Print

«Es wird weitere Preissenkungen geben»

von F. Lindegger - Coop blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück. Im Interview mit 20 Minuten spricht Coop-Chef Joos Sutter über Markenartikel, Siroop und Wasserstofftankstellen.

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Herr Sutter, Coop führt viele Markenprodukte im Sortiment. Die Vergleichbarkeit mit den Preisen im Ausland ist dabei viel einfacher ist als bei Eigenmarken. Wäre es nicht einfacher, stärker auf Eigenmarken zu setzen?
Die Stärke von einem Supermarkt ist, dass man ein breites Sortiment hat. Dazu gehören auch Markenartikel. Wir haben 2015 die Preise von 16'000 Marken- und Eigenmarkenartikeln gesenkt und wir werden auch künftig die Preise senken. Aber die Vielfalt der Produkte ist zentral für Coop und darauf wollen wir auch in Zukunft setzen.

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Insgesamt 1978 Teilnehmer

Der Einkaufstourismus setzte im letzten Jahr auch Coop zu. Bleibt das 2016 so?
Das Thema Einkaufstourismus wird uns noch eine Weile beschäftigen. Es ist nicht einfach nur kurzfristiger Trend. Der Einkaufstourismus ist heute eine Konkurrenz, wie die übrigen Konkurrenten auf dem Schweizer Markt auch.

Sie haben 2015 in den Supermärkten die Preise um über 200 Millionen Franken gesenkt. Geht das in diesem Jahr so weiter?
Die Preise werden auch in diesem Jahr ein wichtiges Thema bleiben – abgesehen vom Eurokurs. Wir haben 2016 bereits erste Preise dauerhaft gesenkt und es wird noch weitere Preisabschläge geben. Wie hoch diese insgesamt sein werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden.

Coop setzt stark auf Labels wie Naturaplan, Max Havelaar oder Pro Specia Rara, die eher teurer sind. Gleichzeitig achten viele Kunden sehr stark auf die Preise. Birgt das nicht Gefahren?
Wir möchten unsere gesamte Kundschaft ansprechen. Vom Preissensitiven bis zu jenem, der etwas weniger auf den Preis schaut. Aber auch bei Bio-Produkten muss das Verhältnis von Preis und Leistung stimmen. Heute haben die Kunden im gleichen Einkaufskorb sowohl Prix-Garantie-Produkte als auch Slow-Food-Artikel. Wir wollen unseren Kunden eine möglichst grosse Wahlfreiheit bieten.

Im letzten November lancierte Coop zusammen mit der Swisscom den Online-Marktplatz Siroop. Wie ist der Shop gestartet?
Wir sind mit Siroop bisher sehr zufrieden. Wir haben uns im letzten November für die Lancierung vorerst in der Region Bern entschieden. In dieser Pilotphase haben wir sehr viel Feedback erhalten und vieles gelernt. Und: Wir machen auch schon einigen Umsatz.

Was heisst das Konkret?
Zahlen zu Siroop kommunizieren wir noch nicht. Wir starten ja auch erst in diesem Jahr national.

Coop weiss dank der Supercard sehr viel über seine Kunden. Gleichzeitig wird der Online-Handel immer wichtiger. Gibt es Pläne, diese Daten für individuelle oder dynamische Preise zu nutzen?
Nein. Wir haben nicht vor, die Preise individuell oder dynamisch zu gestalten.

Sie planen, im Oktober eine erste Wasserstofftankstelle zu eröffnen. Was hat es damit auf sich?
Unser Vision sieht eine schweizweite Abdeckung mit Wasserstofftankstellen vor. Das geschieht natürlich Schritt für Schritt aber es gibt bereits zwei, drei weitere Standorte, die in Planung sind. Es ist wichtig, dass wir solche innovative Projekte bei Coop umsetzen können – auch um neues Wissen anzueignen. Wir sind zudem mit einem Partner daran, einen Lastwagen zu entwickeln, der mit Wasserstoff betrieben wird. Später werden wir einen Teil unserer Flotte auf Wasserstoff umrüsten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.Kritischer. am 23.02.2016 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aldi und Lidl.

    Diese Preissenkungen kommen nicht einfach so.Wir haben sie vor allem Aldi und Lidl zu verdanken. Ohne die wären wir auf einem viel höheren Preisniveau!

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  • Reto am 23.02.2016 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preissenkung zu Lasten der Mitarbeiter

    Mehr Sorge tragen zu den Mitarbeitern, damit die freundlich und hilfsbereit sind. Nich immer nur drücken und sparen, die Mitarbeiter tragen wesentlich zum Erfolg bei. Ich zahle lieber einen Stutz mehr und werde freundlich bedient.

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  • Carl am 23.02.2016 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Pseudo Preissenkungen

    Pseudo Preissenkungen, anstatt dass gesamte Sortiment zu verbilligen um Kunden anzulocken, welche nicht mehr kommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Korbinian Müller am 24.02.2016 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Coop at home, was sonst?

    Weder Aldi noch Lidl noch irgend ein deutscher Lieferant bringt mir meine Einkäufe nach Hause! Coop aber schon. Die Qualität auch von Früchten ist super, was will man mehr? Die Migros Tochter Le Shop hatte ich mal, war aber unzufrieden mit dem Service - die packten mal alle Einkaufstaschen auf die >Treppe - weil diese zu früh vor Ort waren...

  • Smart Omi am 24.02.2016 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    Der CH-Zuschlag ist das Problem!

    So lange der "Parallel-Import " auf allen Produkten möglich ist, so lange werden gewisse Marken-Produkte in der CH immer teurer bleiben!By the way, der DE-Lieferant (z.B. aus der Sportartikel-Branche) verweist auf die CHer-Vertretung und du als CHer Händler kannst nicht direkt in DE einkaufen!

  • Ano Nüm am 24.02.2016 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preisdrückerei bis zum Ende

    Und mir als kleiner Zulieferer von Coop hat man die Preise derart gedrückt, dass ich seit Jahren nicht mehr in der Lage bin in neue Maschinen zu investieren und auch keine Grati mehr auszahlen kann. Der Lohn einiger Angestellten ist grösser als meiner.

  • S.Kritischer. am 24.02.2016 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer die hohen Löhne.

    Die höheren Löhne sind sicher richtig,aber in keinem Verhältnis zum Preisunterschied. Beispiel: Batterien für Hörgeräte sind in der Schweiz bis zu 10x teurer wie in Deutschland.

  • Liona am 24.02.2016 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Angestellte

    Na toll... und weitere arbeitsplätze gehen verloren... danke an die tollen menschen die deutschland unterstützen.

    • Smart Omi am 24.02.2016 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Lona

      Deutschland ist nicht das Problem, sondern der Online Handel!

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