UBS im Steuerstreit

21. April 2012 23:34; Akt: 21.04.2012 23:34 Print

«Für uns ist das ein Wirtschaftskrieg»

Sergio Ermotti glaubt, dass die Attacken der USA im Steuerstreit vor allem das Ziel haben, die beiden Schweizer Grossbanken zu schwächen. Der UBS-Chef sieht 20 000 Arbeitsplätze in Gefahr.

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UBS-CEO Sergio Ermotti befürchtet, dass in den nächsten Jahren 20'000 Arbeitsplätze verloren gehen könnten. (Bild: Keystone)

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Während Finanzministerin Widmer-Schlumpf in Washington über eine Lösung im US-Steuerstreit verhandelt, fährt Sergio Ermotti schweres Geschütz auf: «Für uns ist das ein Wirtschaftskrieg», sagt der UBS-Konzernchef im Interview mit der «SonntagsZeitung».

«Die Schweiz wird attackiert seit 2008. Wir stecken mitten drin im Wirtschaftskrieg.» Ziel sei es, dem hiesigen Finanzplatz zu schaden. «Es geht darum, die zwei Schweizer Grossbanken, die international erfolgreich sind, zu schwächen.»

Nicht nur ausländische Politiker auch die Konkurrenten von UBS und CS hätten ein Interesse an den Angriffen auf die Schweiz. «Unsere Banken verwalten 2,2 Billionen Franken ausländische Vermögen. Da wollen sich einige Konkurrenzbanken und ausländische Finanzplätze zusätzliche Marktanteile verschaffen.» Die Kritik an der Schweiz sei ungerechtfertigt, wehrt sich Ermotti.

Noch ein «Fall Wegelin»?

Die USA und die EU seien daran interessiert, den Schweizer Finanzplatz in die Knie zu zwingen. Allein durch die Abgeltungssteuer würden 20 bis 25 Prozent der Vermögen abfliessen. Dies habe neue Sparmassnahmen zur Folge: «Ich gehe davon aus, dass in den nächsten Jahren auf dem Schweizer Finanzplatz 20 000 Arbeitsplätze verloren gehen.»

Erstmals gerät auch ein Finanzinstitut in Genf ins Visier der US-Behörden. Es soll undeklarierte Konten reicher Amerikaner führen. Um welche Genfer Privatbank es sich handelt, ist noch unklar. Der Fall weist Parallelen zu Wegelin auf.

(bee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tibor Tausz am 22.04.2012 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die USA, UK und Raclette und Nespresso..

    Das ist sogar sehr wahrscheinlich, dass dem so ist. Die Frage ist jetzt nur noch: WAS genau gedenkt die UBS und die CS und die Finanzministerin jetzt zu machen? - Däumchen drehen? Raclette essen?? Oder doch eher Nespresso schlürfen??? (Ein Tipp: Wenn man von jemanden angegriffen wird, so ist die beste Verteidigung ein GEGENangriff... - und ich bin eigentlich nicht spezieller Bankenfan, damit das geklärt sei...) Danke.

  • Grizzly am 22.04.2012 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp von einem "Nicht-Banker"

    Die UBS ist in Singapore stark positioniert, da liegt es doch auf der noch Hand, "Risiko-Konten" nach Singapore zu transferieren und in der CH nur noch mit der "Weiss-Geld" Strategie zu operieren!PS: Singapore bleibt mit Sicherheit standhaft was das Bank-Geheimnis angeht, auch wenn Onkel "Sam" anklopft!

  • Theo Gsell am 22.04.2012 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stellenabbau in den Usa

    Wieso nicht wegen dem ganzen Steuerstreit in den Usa ein paar tausend Stellen abbauen? Ich denke solche Massnahmen könnten bei einer Lösungsfindung ebenfalls helfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz Fischer am 22.04.2012 22:14 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Herr Ermotti

    Bravo Herr Ermotti viele die hier Kommentare verfassen. Haben vergessen das Sie dank dem Bankgeheimniss so Gut Leben können. Wieviel Jahre haben die SOZI ohne gejammer das Steuergeld von den Banken mit jubel entgegen genommen!!! Was hat die Schweiz noch ausser Verwaltungen? Die Industrie ist schon lange weg ausser ein paar KMU und die Chemie baut auch fleissig die Arbeitplätze ab. Die Schweiz hat keine Bodenschätze. Machte Euch gefasst der "Wohlstand Schweiz" wird Geschichte sein in ein paar Jahren. Lieber Gruss Ein Mittelstand Schweizer

  • Grizzly am 22.04.2012 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Tipp von einem "Nicht-Banker"

    Die UBS ist in Singapore stark positioniert, da liegt es doch auf der noch Hand, "Risiko-Konten" nach Singapore zu transferieren und in der CH nur noch mit der "Weiss-Geld" Strategie zu operieren!PS: Singapore bleibt mit Sicherheit standhaft was das Bank-Geheimnis angeht, auch wenn Onkel "Sam" anklopft!

  • Baslerbebbi am 22.04.2012 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schon lange so...

    Das wissen wir alle, nur EWS noch nicht ! Wer sagt es ihr?

  • Fritz am 22.04.2012 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftskrieg

    Natürlich ist es ein Wirtschaftskrieg. Hier geht es nicht um Gerechtigkeit. Wer so etwas behauptet hat wohl noch nie von "Trusts" gehört. Oder von Delaware...

  • Ivo S. am 22.04.2012 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist ein Wirtschaftskrieg 

    Ich denke die Schweizer Politik sollte sich endlich einmal durch setzen und nicht immer klein bei geben. Die Bank geschäfte auf der ganzen Welt laufen ähnlich. Nur weil wir ein Bankgeheimnis haben wird auf der Schweiz rum gehackt.

    • Samy am 22.04.2012 18:12 Report Diesen Beitrag melden

      Stinkt alles zum Himmel

      Ich bin der Meinung, dass unsere Finanzmärkte und die Schweizer Grossbanken zum Himmel stinken! Auch das Bankgeheimnis gehört abgeschafft, es bevorzugte reiche und korrupte Leute lange genug! Lang lebe Occupy!

    • Mr. Savage am 22.04.2012 21:32 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht der Sinn der Occupy Bewegung

      Du hast wohl den Sinn der Occupy Bewegung nicht verstanden. Es geht nicht um das Bankgeheimnis oder die Leute welche dies für illegale Zwecke ausnutzen. Es geht darum das die grossen Banken Geld aus dem nichts schaffen, Geld vom Mittelstand abluxt und mit diesem Geld die Leute kontrolliert welche alle wichtigen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Entscheidungen treffen um noch mehr Geld zu machen. Und gegen dieses System muss man kämpfen, nicht gegen die schweizer Wirtschaft.

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